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Richtung Abgrund

Günther Marx
Günther Marx © Foto: MOZ
Günther Marx / 24.03.2014, 17:52 Uhr
(MOZ) Als im Juli vergangenen Jahres das ägyptische Militär den - immerhin frei gewählten - islamistischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi aus dem Amt putschte, da hielt sich der internationale Protest in engen Grenzen. Man war bereit, in dem Putsch eine Art Notwehrmaßnahme gegen den von Mursi eingeschlagenen Weg zu sehen, an dessen Ende die Errichtung eines islamistischen Gottesstaates stehen sollte. Zudem drohte das Land im Chaos zu versinken.

Nun, ein dreiviertel Jahr später, herrschen in Ägypten Willkür und Terror, ausgeübt von Polizei und Militär sowie einer willfährigen Justiz. Ein Gericht, das im Schnellverfahren ein summarisches Todesurteil gegen 529 Angeklagte verhängt, kann wohl nicht anders als Terrorjustiz bezeichnet werden. Man darf gespannt sein, was die nächste Angeklagtengruppe erwartet.

Die neuen Herrscher Ägyptens - oder sind es doch nur die alten ohne den Langzeitpräsidenten Mubarak? - sind unter veränderten Vorzeichen genau den Weg gegangen, den sie den Muslimbrüdern versperrten, ohne ein Jota besser, toleranter oder politisch klüger zu sein. Das Land ist der Lösung seiner Krise kein Stück näher gekommen, nur näher an den Abgrund.

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Gerd Schumann 25.03.2014 - 11:00:49

Demokratieverständnis der NATO

Erst ein Land destabilisieren und dann "befreien", was in die Steinzeit zurück zu bomben bedeutet.

Klaus Lage 25.03.2014 - 09:49:59

Westliches Menschenrechtsverständnis

Nein, Isenhagen, da ist man gespannt wie beim Sonntagabendkrimi und schaut zu, wie die sich da unten gegenseitig abmurksen. Braucht man doch nicht einzugreifen. Läuft doch alles im Sinne des westlichen Menschenrechtsverständnisses. Das ist die perverse Moral dieser Presstituierten.

Isenhagen 25.03.2014 - 06:54:56

und nun? wie wär's

mit Wirtschaftsblockade, Abbruch diplomatischer Beziehungen oder einfach Bombenangriffen zur Wiederherstellung der Menschrechte? Nee, da machen EU und Nato nicht mit, jedenfalls nicht so lange die Militärs ihre Kanoenen im Westen kaufen. Da soll es aber andersgerichtete Bestrebungen geben, die wollen wohl wieder mal umstellen auf Kalaschnikow. Das geht aber dann endgültig zuweit. Da wirds wohl doch noch was mit Luftangriffen. Denn mit Umstürzen gehts nicht mehr. Da hat man alles durch.

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