Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ausstellung zeigt: In zehn Jahren ist in und um Rehfelde beachtliches touristisches Potenzial entwickelt worden

Von Liliensymbol bis Wanderkarte

Wegweiser am Tourismus-Pavillon Rehfelde: Schon dieser zeigt eine staunenswerte Breite an sehenswerten bzw. erwanderbaren Zielen und Strecken. Vor zehn Jahren hätten nur wenige touristisches Potenzial ausgerechnet in Rehfelde vermutet.
Wegweiser am Tourismus-Pavillon Rehfelde: Schon dieser zeigt eine staunenswerte Breite an sehenswerten bzw. erwanderbaren Zielen und Strecken. Vor zehn Jahren hätten nur wenige touristisches Potenzial ausgerechnet in Rehfelde vermutet. © Foto: MOZ Gerd Markert
Gabriele Rataj / 27.03.2014, 07:47 Uhr
Rehfelde (MOZ) Es sollte anfangs nur eine kleine thematische Präsentation sein. Am Ende wurde fast eine Sonderausstellung daraus. In der Heimatstube können sich Interessierte noch bis Ende April in die touristische Entwicklung Rehfeldes, dem Grünen Tor zur Märkischen Schweiz, vertiefen.

Er kommt von Altlandsberg und führt durch Rehfelde Richtung Waldsieversdorf - der Europawanderweg E 11. Auch der Zubringer zum Europaradweg ZR 1 bringt Besucher in den Ort und leitet sie auf dem R 1 weiter östlich bis ins Oderbruch und darüber hinaus. Der Jakobsweg dockt an Rehfelde an.

Wer sich als Grünes Tor zur Märkischen Schweiz versteht, hat aber auch selbst allerhand aufzuweisen, was Gäste am Bahnhof Rehfelde oder Herrensee aussteigen lässt, ganze Gruppen in den Ort zwischen Feldern führt, zu Spaziergängen verleitet und die IG Heimatfreunde zu einer Präsentation der touristischen Aktivitäten seit zehn Jahren verleitet hat.

Da geht es über den Lilien-Rundwanderweg auf den Spuren der Zisterzienser durch alle Ortsteile. Da führt eine Route durch die Wiesen-Auen-Landschaft des Roten Luchs. Da verführen Liedsteine am Wegesrand zum gemeinsamen Singen auf dem Liederweg zwischen Rehfelde, Zinndorf und Werder.

All das wurde Schritt für Schritt, Jahr um Jahr ein Stück weiterentwickelt - von den ersten Überlegungen 2002, eine touristische Infrastruktur im Territorium zu schaffen, über ein touristisches Leitbild 2003, die erste von der Gemeindevertretung beschlossene Tourismus-Konzeption 2004 samt der 2007 überarbeiteten Variante.

Der Interessierte kann das anhand zahlreicher Zeugnisse, Dokumente, abgefallener und aufgehobener Wegmarkierungen, des ersten Plakates und der ersten, noch in schwarz-weiß gehaltenen Flyer in Form von Flugblättern, des ersten Wanderkalenders, der ersten Nachwende-Ansichtskarten und jeweils folgenden Auflagen in der kleinen Sonderausstellung verfolgen.

Er kann Wanderkarten studieren und sich Anregungen für Unternehmungen holen. Er kann die Sammlung hier entwickelter touristischer Faltblätter durchstöbern oder die Wandervögel auf ihren Touren in Fotomappen begleiten. Die kleine Ausstellungsstube ist zur Hälfte mit diesen Sachzeugen bestückt.

Neugierig, einfallsreich, akribisch und zäh haben Bürger der Gemeinde, vom Einzelkämpfer Martin Tesky in den Anfangstagen über die IG Heimatfreunde bis zu Viktor Porodjuk und dem ständigen Arbeitskreis Rehfelder Tourismus (ART), darauf hingearbeitet, was heute ein vielfältiges touristisches Angebot für den Ort ausmacht.

Auf dem Weg dahin wurde das alle Ortsteile einende touristische Markenzeichen, die Lilie der Zisterzienser, entwickelt. Sie regte nicht nur zu kostümierten geführten Wanderungen an, sondern inspirierte zum Lilienfest am Jakobsweg, zu Lilienlauf oder den in Form dieses Symbols gebackenen Brötchen bzw. in Buchsbaum gepflanzten Hinguckern.

Naturlehrpfad und die Traditionswanderung Rund um den Herrensee, Teddymuseum und Zwergengarten, Kneipp-Wanderung und heimatgeschichtliche Spaziergänge entlang der Ostbahn oder an der Bahnhofstraße säumten und säumen die zurückliegende Dekade - eine staunenswerte Breite ist dank touristisch ambitionierter Akteure erreicht worden, an die vor einem Jahrzehnt kaum zu denken war.

Ein Dankeschön besonderer Art für die touristischen Bestrebungen steht mitten in der kleinen Schau: ein gerahmtes Farbfoto von Karl-Heinz Conrad. Der Rehfelder hat darauf herrlich blaue Leberblümchen in der Rehfelder Heide festgehalten und dieses Bild zur Ausstellungseröffnung Martin Tesky überreicht. Jene Entdeckung resultierte aus den Frühlingswanderungen der Heimatfreunde.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Benno Koch 27.03.2014 - 10:41:13

Förderunsinn

Brandenburg kann es einfach nicht. Märkisch-Oderland sowieso nicht. Im Fall der neuen, roten, unsichtbaren Fahrradwegweisung am Europaradweg R1 sind wir hier inzwischen mindestens bei Variante Nummer 4 seit dem Fall der Mauer angelangt. Na klar, jede Kommune macht beim Thema Fahrrad irgendwann alles zum ersten Mal. Jeder Fehler muss noch mal wiederholt werden. Von den Nachbarn lernen geht dabei natürlich gar nicht. In diesem Fall ganz einfach vom Barnim, wo gerade die neue Knotenpunktwegweisung gefeiert wird. Hier in Märkisch-Oderland dauert das Üben nun schon mehr als 20 Jahre - und es wird schlimmer. Diese wunderschön roten Schilder fallen nicht nur aus der Systematik - sie sind auch unlesbar. Falls sie überhaupt als Fahrradwegweisung wahrgenommen werden. Im Land Brandenburg gibt es eine eindeutige Richtlinie zur Fahrradwegweisung - http://brandenburg.de/media_fast/bb2.a.5599.de/Beitrag_Beschilderung_Radverkehr.pdf - seit mindestens zehn Jahren. Und weil einfach nicht einfach einfach sein darf, hatte das Land Brandenburg extra eigene eigene Richtlinie gegen extra Geld in Auftrag gegeben. Die bundesweit einheitliche FGSV-Fahrradwegweisung wäre natürlich für zu praktisch und zu billig gewesen. Im konkreten Fall ist der Europaradweg R1 ein internationaler Radfernweg. Wer kann da schon eine wenigstens bundesweit einheitliche Fahrradwegweisung wollen? Und natürlich fehlt nicht nur in Märkisch-Oderland ein echtes Netz an Fahrradstraßen. Ganz einfach dem Stand der Technik entsprechend. Das ist aber etwas anderes als alle paar Jahre ein Satz neuer Wegweiser - auch noch nach dem Geschmack des lokalen Fördermittelnehmers. Brandenburg braucht endlich einen Fahrradbeauftragten.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG