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Quartett junger Geschäftsleute hat Gutshof Möglin übernommen / Nutzung im Verbund mit Schloss Reichenow

Aus Dornröschenschlaf geweckt

 Robert Pfadt (2. v. r.) vom vierköpfigen Investorenteam mit einigen der Handwerker aus Ort und Umgebung, die derzeit mit Arbeiten auf dem Mögliner Gutshof zugange sind (v. l. Christoph Zahn, Oliver Knop, Maik Hoffmann und Jan Bolinski).
Robert Pfadt (2. v. r.) vom vierköpfigen Investorenteam mit einigen der Handwerker aus Ort und Umgebung, die derzeit mit Arbeiten auf dem Mögliner Gutshof zugange sind (v. l. Christoph Zahn, Oliver Knop, Maik Hoffmann und Jan Bolinski). © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 27.03.2014, 19:16 Uhr
Reichenow-Möglin (MOZ) Ein Jahr nach Schließung des Schlosshotels Reichenow gibt es nun nicht nur dort einen Neuanfang - die künftigen Betreiber werden das Haus auch in Kombination mit dem zweiten renommierten Objekt in der Gemeinde, dem einstigen Thaerhof in Möglin, nutzen.

Das dortige Gelände lag über Jahre hinweg im Dornröschenschlaf. Der ist nun sichtbar beendet - Anwohner können schon seit Wochen beobachten, wie Fahrzeuge verschiedener Handwerkerfirmen auf das Grundstück rollen, gegenwärtig wird unter anderem an der Einfahrt gearbeitet. Das neue Doppeltor ist schon fast einbaubereit. Zur Außenseite ist die natürliche Holzmaserung zu sehen, die Innenseite harmoniert grau gestrichen mit der Fassade. Auch hinter den Kulissen des ehemaligen Gutshauses hat sich bereits einiges getan: So ist die große Küche erneuert und von der Gesundheitsbehörde abgenommen worden. Viel bleibt allerdings noch zu tun: Rohrleitungen der Heizung, bisher über Putz laufend, sollen künftig nicht mehr zu sehen sein. Und auch die obere Etage, wo die Räume immerhin leer geräumt sind, soll dann über einen eigenen Sanitärbereich verfügen. "Schön finden wir, dass wir überall die alte Dielung erhalten können", sagt Robert Pfadt, der mit drei weiteren Geschäftspartnern - wie er noch recht junge Leute um die 30 - die beiden Objekte übernommen hat. Der Saal unten, blickt er voraus, soll schon bis 14. Juni so weit neu hergerichtet sein, dass dort die alljährliche Versammlung der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer stattfinden kann.

Mit dieser hat das Quartett binnen kurzer Zeit ein ebenso gutes Verhältnis wie mit Bürgermeister Wolf-Dieter Hickstein, Anwohnern und örtlichen Vereinen aufgebaut. "Wir waren überrascht von der positiven Stimmung, die uns hier begegnet ist", sagt Pfadt. "Nachdem wir das Strauchwerk vor dem Haus beseitigt hatten, kam sogar eine ältere Frau mit Kuchen und bedankte sich bei uns, dass sie diesen freien Blick noch erleben kann." Um aber Namensirritationen mit der Thaer-Gesellschaft zu vermeiden, soll das Gelände in Zukunft unter dem Namen Gut Möglin vermarktet werden.

Pfadt und seine Mitstreiter hatten zunächst aus privatem Interesse gesucht und waren dabei im Herbst 2013 auf Möglin gestoßen. In diesem Zusammenhang machten Ortsansässige sie auch auf das Schloss im benachbarten Reichenow aufmerksam. Ein idealer Umstand, wie der aus Baden-Württemberg stammende Geschäftsmann, selbst gelernter Hotelkaufmann und seit Jahren Hotelier, betont. Denn gerade aus dem Verbund beider Objekte ergeben sich noch sehr viel bessere Vermarktungsmöglichkeitenen. In erster Linie für den Tagungsbetrieb für schon bestehende Berliner Kontakte, aber auch für Vereinsfeiern und Ähnliches in Möglin - und gerade in Reichenow wieder für Hochzeitsgesellschaften. Weitere Ideen werden noch gesammelt.

Während im Schloss nur kleinere Umbauten vonnöten sind, bis die Wiedereröffnung erfolgen kann, bleibt in Möglin nach Jahren des Leerstands noch jede Menge zu tun. Bei den Wirtschaftsgebäuden auf dem Hof werden derzeit als grundlegendster Schritt die Dächer erneuert. Am weitesten sind Fortschritte schon beim einstige Inspektorenhaus rechterhand zu sehen. Dort befindet sich neu eingerichtet die "Gute Stube" samt Küche, die dieses Wochenende schon von einer Familie aus dem Ort für einen 50. Geburtstag genutzt wird.

Solcherlei ist Pfadt und den anderen wichtig: Die Anwohner einbeziehen, einheimisches Publikum auch später im Schloss zu einem bezahlbaren Kaffee am Sonntag begrüßen. Für die Gerichte auf der Speisekarte sollen so weit wie möglich Produkte aus der Region verarbeitet werden - so wie schon jetzt sämtliche Baufirmen ganz bewusst aus dem Ort oder der nächsten Umgebung kommen. Zudem wandert der Skulpturenworkshop unter Regie des Dorfvereins MöHRe am Wochenende 11. bis 13. April diesmal auf den Gutshof. Am Donnerstagabend wurden die Pläne für beide Häuser zudem im Gemeinderat offiziell vorgestellt. "Wir erhoffen uns weitere Partner und Nutzungsideen", ruft Pfadt ausdrücklich auf. Hinweise und Kontakt seien unter der Mailadresse mail@gutmoeglin.de möglich.

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