Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Vom Wesen des Menschen

Galeriefans: Irmgard Röstel (77/l.) und Ruth Neumann (82) aus Regenmantel sind fast immer dabei, wenn in der Galerie "Trafo 1" eine neue Ausstellung eröffnet wird. Sie kamen auch am Sonntag, um sich die Arbeiten von Frauke Schmidt Theilig anzusehen
Galeriefans: Irmgard Röstel (77/l.) und Ruth Neumann (82) aus Regenmantel sind fast immer dabei, wenn in der Galerie "Trafo 1" eine neue Ausstellung eröffnet wird. Sie kamen auch am Sonntag, um sich die Arbeiten von Frauke Schmidt Theilig anzusehen © Foto: Silke Müller
Silke Müller / 01.04.2014, 07:45 Uhr
Falkenhagen/Dolgelin (MOZ) In den kleinsten Galerien Brandenburgs wurde am Sonntag die neue Saison eröffnet. In Regenmantel und Dolgelin kann man sich ab sofort zu jeder Tages- und Nachtzeit Arbeiten der Stahnsdorfer Künstlerin Frauke Schmidt Theilig anschauen.

Großes Hallo in Regenmantel, als Irmgard Röstel (77) und Ruth Neumann (82) zum "Trafo 1" kommen. Die beiden Frauen aus dem Dorf sind immer dabei, wenn hier eine neue Ausstellung eröffnet wird. "Nur einmal nicht, da war Schneesturm", sagt Irmgard Röstel. Und dass es doch gut sei, wenn im Dorf mal was los ist. Sie holen sich Apfelsaft und Selbstgebackenes, das Sabine Pommerening mitgebracht hat. Sie suchen sich einen freien Klappstuhl, genießen die Musik, die Dagmar Heinzelmann und Siegfried Jablonsky auf Geige und Gitarre spielen und hören aufmerksam zu, was Michael Pommerening als Initiator und Vertreter des Vereins KunstRegen zur Einführung über die Künstlerin sagt.

Diesmal zeigt die Malerin Frauke Schmidt-Theilig aus Stahnsdorf großformatige Porträts - drei in Regenmantel und zum ersten Mal parallel fünf weitere Arbeiten im "Trafo 2", dem alten Waagehäuschen in Dolgelin. Sie suche, sagt Pommerening, in ihren Bildern nach dem Wesen der Menschen und finde dabei die Widersprüche, die diese begleiten, "weil nichts so ist, wie es scheint". Davon überzeugen sich Irmgard Röstel und Ruth Neumann dann selbst.

Wenig später machen sich die beiden, zufrieden plaudernd, auf den Weg "zum nächsten Abenteuer", wie sie sagen. "Wir setzen uns jetzt in die Bushaltestelle und zählen die Autos, die vorbeifahren." Manchmal winke ihnen ein Vorbeifahrender zu.

Auch Malerin, Musiker und Pommerenings müssen los. Sie schaffen es gerade noch, um pünktlich eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn in Regenmantel am Waagehäuschen in Dolgelin zu sein. Vor dem "Trafo 2" warten bereits knapp drei Dutzend Neugierige darauf, dass die Vorhänge abgenommen und der Blick auf die neue Ausstellung frei gegeben wird.

Davon wird auch Dora Hoffmann (78) angelockt. Etwas abseits bleibt sie stehen. "Ich wusste ja gar nicht, dass heute neue Bilder zu sehen sind", sagt sie und seufzt:"Ach, ich bin dafür ja gar nicht anzogen." Dann überwiegt die Neugier. Sie marschiert in bunter Kittelschürze und einem Anorak darüber in die kleine Ausstellung. Die Bilder gefallen ihr, sagt sie. Und dass sie das jetzt ihrer Tochter erzähle. "Die kommt dann auch gucken."

Trafo 1&2: "Malerei" von Frauke Schmidt-Theilig - bis zum 11. Mai rund um die Uhr durchs Fenster

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG