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Schwedter Schüler pflanzen Baum des Jahres auf der Aufforstungsfläche im Abrissgebiet Waldrand

Traubeneiche am Ex-Schillerring

Junge Eiche gepflanzt: Schüler der Grundschule Am Waldand setzen mit Mitarbeitern der Revierförsterei Berkholz eine Traubeneiche zur Aufforstung des Stadtteils Waldrand.
Junge Eiche gepflanzt: Schüler der Grundschule Am Waldand setzen mit Mitarbeitern der Revierförsterei Berkholz eine Traubeneiche zur Aufforstung des Stadtteils Waldrand. © Foto: MOZ/Michael Dietrich
Michael Dietrich / 02.04.2014, 20:24 Uhr
Schwedt (MOZ) Schüler der Grundschule "Am Waldrand" haben ein Dutzend Trauben-eichen, den Baum des Jahres 2014, gepflanzt. Dort, wo noch vor 15 Jahren 12 000 Menschen in zwölf- und fünfgeschossigen Plattenbauten lebten, entsteht nach dem Abriss des Wohngebietes wieder Wald.

Anna Laskowski aus Meyenburg und Nele Nitschke aus Criewen legen sich beim Einpflanzen der Setzlinge und einer zehnjährigen Traubeneiche mächtig ins Zeug. Die neunjährigen Mädchen und ihre Klassenkameraden der 3b der Grundschule Am Waldrand sind begeistert vom Unterricht im Freien mit Spaten und Gießkanne. Sie dürfen den Baum des Jahres pflanzen und einen Bilderrahmen einweihen, mit dem die Forst anlässlich des Jubiläums 300 Jahre Nachhaltigkeit mehr für Wissensvermittlung und Umweltbildung im Wald tun will. Der Bilderrahmen ist leer. Der Betrachter schaut hindurch und sieht: Gut 100 000 junge Kiefern wachsen vor der Kulisse des Külzviertels auf ehemaliger Siedlungsfläche. Hier weicht die Stadt wieder dem Wald.

Kiefern kennen die Kinder, auch Ahorn-Bäume und Lärchen "Die steht bei uns auch auf dem Schulhof", rufen sie. "Meine Klasse ist so naturbegeistert, das ist eine Freude. Sie haben sich auch bereiterklärt, regelmäßig nach der Traubeneiche zu schauen und sie in der Anwuchszeit zu gießen", berichtet Klassenleiterin Kathrin Pleßow.

Dass an der Stelle, an der jetzt die schon etwas größere Traubeneiche steht, einmal Hochhäuser, Kindergärten und Schulen standen, wissen die Schüler nicht. Als die leerstehenden Häuser zwischen 1999 und 2005 abgerissen wurden, waren die Steppkes noch nicht geboren. Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl hat ihnen deshalb Fotos jener Zeit mitgebracht. 11 200 Menschen hat die Stadt in diesem Stadtteil inzwischen verloren, heute leben auf der anderen Seite der vierspurigen Engelsstraße gerade noch 3000 Schwedter.

Die Aufforstung des früheren Stadtteils ist ein Glücksfall für die Forst. Normalerweise verliert der Wald eher Fläche an Straßenprojekte, Stromtrassen oder Siedlungen. Der Berkholzer Revierförster Michael Thonig hätte sich sicher auch nicht träumen lassen, dass er einmal für den Schwedter Stadtteil zuständig ist. Nun gehören sieben Hektar sandige Fläche, die einmal Schiller- und Goethering, Thomas-Mann-Straße oder Fontanestraße hießen, in sein Revier. "Die Stadt hat die Flächen für Aufforstungen zur Verfügung gestellt. Zum Ausgleich für den Natureingriff bei Butting oder beim Hafen wurden märkische Kiefern gepflanzt, aber auch Ahorn und Roteichen, die mit dem trockenen Standort gut klar kommen", erklärt Michael Thonig

Die Traubeneiche, die nun in der Nähe des früheren Schillerrings steht, ist eher ein Tiefwurzler, der es an diesem Standort schwer haben wird. Die Oberförsterei Milmersdorf, deren Leiterin Heidrun Koch mit vor Ort war, suchte dennoch diesen Standort für die traditionelle Pflanzung des Baumes des Jahres aus.

"Wir möchten mit solchen Aktionen die Menschen erreichen und für Nachhaltigkeit, wie sie die Forst schon seit 300 Jahren praktiziert, werben", sagt Heidrun Koch. Neben den zwei vorhandenen Bilderrahmen am Naturlehrpfad weihte sie in der Nähe des Pflanzortes am Waldrand den Rahmen "Der Wald kehrt zurück" ein.

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