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Uckermärkische Autoren lesen im Podium für Literatur / Nachwuchs mit eigenen Texten

Von Lebenskrisen und verschwundenen Osterhasen

Romy Rabluck, Johanna Kobin und Anna-Lena Kalow (v. l.) mit Gerlind Mittelstädt, die die Talente in der Angermünder Schreibwerkstatt unterrichtet.
Romy Rabluck, Johanna Kobin und Anna-Lena Kalow (v. l.) mit Gerlind Mittelstädt, die die Talente in der Angermünder Schreibwerkstatt unterrichtet. © Foto: Christina Schmidt
Christina Schmidt / 06.04.2014, 22:00 Uhr
Angermünde (chs) Literatur kann die Fantasie beflügeln, Lebenskrisen überwinden helfen, zum Nachdenken anregen, Freude machen - und dazu animieren, es einmal selbst zu probieren. All das muss auch den Autoren der Uckermärkischen Literaturgesellschaft widerfahren sein, die am Sonnabend Auszüge aus ihren Texten einem kleinen Kreis von Interessierten vorstellten. Die Bandbreite war groß: mal ernst und mit stiller Gesellschaftskritik, dann wieder optimistisch und humorvoll.

Erhard Kucher aus Schwedt verbindet in seinen literarischen Texten seine beiden Lebensleidenschaften: Medizin und Musik. Ein schönes Leben bescheinigt ihm Moderator Rochus Stordeur, habe er sich mit beiden doch sein ganzes Leben lang beschäftigen dürfen. Eher nachdenklich sind die Auszüge aus "Andante gegen den Wind". Die Hauptfigur Friedhelm Krüger ist lebensmüde. Mit 60 Jahren hat er erfahren, dass er wegen einer Parkinson-Erkrankung sein geliebtes Cello bald nicht mehr spielen kann. Er fühlt sich alt und krank. Das Leben scheint ihm zunehmend ohne Wert - ganz besonders, weil er mit seiner Nichte, die dringend eine neue Niere braucht, ein noch junges Leben vor Augen hat. Von nun an hat er nur noch ein Ziel: Er will auf die Transplantationsstation, seine Organe spenden für diejenigen, die sie, wie er selbst findet, im Gegensatz zu ihm sehr viel dringender benötigen. Soviel sei verraten: Friedhelm Krügers Wunsch erfüllt sich. Kuchers Buch gleitet trotz des schwierigen Themas nicht ins Sentimentale ab. In kleinen Anekdoten regt er die Zuhörer nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Schmunzeln an.

Dass es auch die Nachwuchsautoren verstehen, ihre Weltsicht und kindliche Fantasie in Worte zu fassen, bewiesen Johanna Kobin, Anna-Lena Kalow und Romy Rabluck. Die elf- und zehnjährigen Mädchen aus der Puschkinschule stellten ihre Prosatexte erstmals fachkundigem Publikum vor und ernteten viel Anerkennung und Applaus. Johanna aus Lunow-Stolzenhagen zeigte mit "Im Filmstudio" ihre Begabung für Lyrik. Versmaß und stimmiges Reimen - kein Problem für die junge Autorin, die wie ihre Mitschülerinnen ihren künstlerischen Feinschliff in der Schreibwerkstatt bei Gerlind Mittelstädt erhält. Anna-Lena aus Stolpe und Romy aus Crussow bezogen sich in ihren Texten auf das nahe Osterfest. Mit "Ein Ostergeschenk für Theo" und "Der gefangene Osterhase" lüfteten sie die Geheimnisse einer besonderen Tierfreundschaft und wie es dazu kam, dass der Osterhase als Überbringer der Ostereier gilt.

"Mit solchen Nachwuchsautoren braucht uns um die Zukunft der Literaturgesellschaft nicht bange sein", urteilte Moderator Rochus Stordeur. Dem konnte sich Marlies Markgraf-Beise nur anschließen, die sich noch über weitere Autoren im Podium freute. Dazu gehörten Doris Meinke aus Prenzlau, Elisabeth Melzer-Geißler, die extra aus Schleswig-Holstein angereist war, Ilona Wrobel aus Eberswalde und Andrea Beutel aus Schwedt. Für die musikalische Begleitung des Podiums sorgten Eric und Uwe Schwanebeck mit ihren Gitarren.

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