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Stolperstein erinnert an Willy Jentsch

Ein Sozialdemokrat an der Spitze der Stadt

Annette Herold / 08.04.2014, 05:09 Uhr
Frankfurt (MOZ) Sie sind Opfer des Nazi-Regimes geworden - aus politischen oder religiösen Gründen ermordet oder zur Flucht aus Deutschland veranlasst. Am 29. April sollen Stolpersteine zum Gedenken an 18 weitere Frankfurter verlegt werden. An sie erinnert die MOZ mit Hilfe der Aktion Stolpersteine.

Ein Stolperstein für Willy Jentsch (1892-1966) wird in der Beckmannstraße 3 verlegt. Jentsch lebte seit 1924 in Frankfurt. Er wurde Sekretär des SPD-Unterbezirks, war Stadtverordneter und Mitglied des Provinziallandtages. Im März 1933 wurde er in "Schutzhaft" genommen und ins KZ Sonnenburg verschleppt. Nach der Entlassung führte er den Widerstand weiter, wurde im Dezember 1935 erneut verhaftet und zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Danach kam er ins KZ Buchenwald, wo er sich der kommunistischen Bewegung annäherte. Er kam erst am Ende des Krieges wieder frei.

Im Juli 1945 wurde Jentsch in Frankfurt unter Ernst Ruge als stellvertretender Oberbürgermeister eingesetzt. Er war für die Polizei und andere wichtige Bereiche zuständig. Nach dem Rücktritt von Oskar Wegener als Oberbürgermeister wurde er 1949 dessen Nachfolger. Das Amt füllte er nicht lange aus. Die DDR-Regierung beschloss mit Wirkung zum 1. Juli 1950 neue Kreis- und Gemeindegrenzen. Aus der kreisfreien Stadt Frankfurt mit einem OB wurde die kreisangehörige Stadt mit einem Bürgermeister. Jentsch zog nach Potsdam-Babelsberg.

twww.stolpersteine-ffo.de

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