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Wer wenig Geld hat, findet in Hennigsdorf kaum eine Bleibe

Junge Frau befürchtet Obdachlosigkeit

Deckt den Bedarf nicht: das für junge Leute gedachte Hochhaus der HWB.
Deckt den Bedarf nicht: das für junge Leute gedachte Hochhaus der HWB. © Foto: MZV
Anna Fastabend / 09.04.2014, 08:38 Uhr
Hennigsdorf (MZV) Das erste Mal auf eigenen Füßen zu stehen, ist ein wichtiger Schritt im Leben junger Menschen. Auch Michéle Husemann möchte allein in eine Wohnung ziehen. Doch obwohl Hennigsdorf um den Zuzug junger Leute wirbt, hat die 17-Jährige bisher kein Glück.

Für Michéle Husemann sieht es momentan nicht gut aus. Die junge Frau, die am kommenden Sonnabend volljährig wird, muss nach eigener Aussage am 15. April aus ihrem Zimmer in einer Hennigsdorfer Wohngemeinschaft raus. Da sie und ihr Mitbewohner schon seit langer Zeit schwerwiegende Konflikte miteinander haben, sucht die 17-Jährige bereits seit vier Monaten eine Wohnung - jedoch ohne Erfolg.

Große Hoffnung hatte Michéle Husemann dabei auf die Wohnungsgenossenschaft (WGH) und die Wohnungsgesellschaft (HWB) in Hennigsdorf gesetzt, bei denen sie sich im Dezember 2013 und im Februar dieses Jahres beworben hatte. "Beide Unternehmen haben mir abgesagt", so die junge Frau. Der Grund, der ihr damals genannt wurde, ärgert Michéle Husemann: "Sie haben mir gesagt, dass sie keine Wohnungen für junge Menschen haben." Dabei hatte die Stadt Anfang 2013 eine Kampagne gestartet, die Hennigsdorf auch als Wohnort für junge Leute attraktiv machen sollte.

Einmal war Michéle Husemann ihrem Ziel schon ziemlich nah: Sie wollte in eine Einraumwohnung der WGH ziehen, die durch den Tod eines Bekannten frei geworden war. Da sie vom Jobcenter monatlich 350 Euro Mietzuschuss erhält, hätte das für die Miete gereicht. "Das Amt hätte zudem die Genossenschaftsanteile übernommen", sagt sie. Doch die WGH habe zusätzlich einen Bürgen verlangt.

WGH-Chef Hartmut Schenk ist über den Vorwurf überrascht: "Wir vermieten an viele junge Menschen, siehe die Auszubildenden des Oberstufenzentrums", erzählt er. "Der Knackpunkt muss deshalb das Alter der jungen Frau gewesen sein. Denn wir nehmen grundsätzlich nur volljährige Mieter auf." Zudem bestätigt er, dass die WGH bei Hartz IV Empfängern immer eine Bürgschaft verlangt. "Oft bürgen Verwandte wie der Opa", so Schenk. Für Michéle Husemann ist das bitter. Sie hat niemanden, der für sie bürgen kann, da sie bei Pflegeeltern und im Heim aufgewachsen ist. Dennoch plant sie nach ihrem Geburtstag ein weiteres Mal bei der WGH vorzusprechen.

Etwas mehr Glück könnte sie bei der HWB haben. Der dort für rechtliche Fragen zuständige Jörg Ramb erklärt, dass bei ihnen drei Nettokaltmieten als Sicherheit ausreichen - ein Bürge werde nicht verlangt. Die HWB habe Frau Husemann bereits im Februar auf die Warteliste gesetzt. "Denn wir vermieten auch an Minderjährige", so Ramb, "vorausgesetzt, sie sind reif genug und der gesetzliche Vertreter stimmt zu." Außerdem biete die HWB in der Stauffenbergstraße 13 ein Wohnprojekt extra für junge Leute an.

Dennoch müssen Wohnungssuchende, die nur ein knappes Budget zur Verfügung haben, bis zu einem Jahr Geduld mitbringen. Das gilt auch bei den kommunalen Wohnungsgesellschaften, die für Geringverdiener und Hartz IV Empfänger oft die erste Anlaufstelle sind. "Insgesamt haben wir 300 Interessenten auf unserer Warteliste", so Ramb, "und das bei unter drei Prozent Leerstand." Bei der WGH ist die Situation noch dramatischer: "Wir haben momentan bloß eine leerstehende Wohnung", so Schenk. Für Michéle Husemann ist das beunruhigend: "Wenn nichts passiert, stehe ich bald auf der Straße."

Welche Erfahrungen haben Sie bei der Wohnungssuche in Hennigsdorf gemacht? Berichten Sie uns davon unter folgender E-Mail-Adresse: lokales@hennigsdorfer-generalanzeiger.de

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A.B. 14.06.2014 - 10:20:02

Immer noch suchend, kann helfen

Leider benötige ich erst Kontakt um vielleicht, eine Möglichkeit zu finden, melden sie sich unter 017652620935

Mike 12.04.2014 - 19:31:39

Die Frage ist ja ob

man bei Ayslbewerbern bis zur Entscheidung ob ihr Asylantrag anerkannt wird generell auf eine Unterbringung in Wohnungen verzichtet, den 99% der Asylanträge werden ja sowieso abgelehnt und bei den 1% der Asylanträge die dann anerkannt werden kann man dann ja immer noch eine Wohnungsunterbringung in betracht ziehen.

Bernd P 12.04.2014 - 08:40:27

ich nochmal

Meine Mutter lebt von der Grundsicherung - gut sogar. Ich habe Jahrelang um die 1000 Euro verdient. Rechnet man Auto- , Benzinkosten um zur Arbeit zu kommen ab bleibt nur 700 bis max 800 Euro übrig. Je nach Baustelle. Aber durch Arbeit hat man ja auch noch mehr Kosten. Und die Asylbewerber, die den Platz besetzt haben, hätte ich alle eingesammelt und in ihre Heimat zurück geschickt. Der Ausländer, der die Forderungen vorgelesen hat, konnte gut deutsch. Sehr unwarscheinlich, dass das ein Asylbewerber war. Eher ein von den Linken organisierter Sprecher. Auch hinter der ganzen Gutscheinaktion in Hennigsdorf standen Linke Sprecher. Die meisten Asylbewerber leben allerdings friedlich in ihren Heimen. Ein verteilen von Asylbewerbern auf Wohnraum hat viele Vorteile. Heime werden nur von korrupten Geldmachern, die alles verfallen lassen.

@ardy 11.04.2014 - 23:52:26

Bernd.P

Deine Antwort zu dementieren wäre für diese Platform zu kuz.Deine Einstellung zu den Arbeitslosen und Harz lV Empfängern sagt mir aber auch das Dein lohn nicht von eigener Arbeit erschaffen sein kann .Alles auf die Linken abzuschieben ist die einfachste lösung wie viele Politiker es auch tun oder wenn das nicht klappt gebt den rechten die Schuld und wir haben fertig.Ich wünsche dir selbst einmal in solch eine Lage zu kommen ohne das eigenes Verschulden und dann auf die Hilfe deiner Nächsten angewiesen zu sein,den eigenen Stolz und Scham der Jahrelangen Arbeit und Versorgung der Famielie zu überwinden und dann bitten zu gehen um die Familie zu ernähren.Dann als Säufer oder Gammler oder Arbeitsscheuer eingestuft zu werden , nun ja. Zum Thema ,Asylbewerber stellen keine Forderungen , nur soviel-siehe Oranienburger Platz Berlin-1 1/2 Jare Besetzung ,Verwüstung und verlassen nur wenn Forderungen erfüllt werden.Dazu bekommt sogar noch jeder als Belohnung 100 € dazu für Glücksspiele ,Stoff usw.das meinst du doch auch damit.

Bernd P 11.04.2014 - 22:21:02

@Hardy

Asylbewerber stellen keine Forderungen nach einem bestimmten Wohnraum. Es geht hier um was ganz anderes. Auch wird das Ganze von den Linken gesteuert. Ob berechtigt oder unberechtigt ist für dieses Thema aber völlig uninteressant. Und warum sollte man an die Tafeln etwas spenden. Wer es sich aussucht, von Harz4 zu leben, der muss dann auch mit dem Geld leben. Die Lebensmittel die bei den Tafeln verteilt werden, helfen lediglich das Geld für Zigaretten und Alkohol zu sparen.

@hardy 11.04.2014 - 21:56:04

Zelten oder Wohnung

Ich freue mich das der Kommentar wenigstens zum Nachdenken anregt.Es geht nicht generell gegen Asylbewerber ,das wäre falsch verstanden.Unterkünfte stünden ja bereit aber diese werden ja nicht Akzepiert , wenn mann bedenkt wie sie in der verlassenen Welt gelebt haben und jetzt Ansprüche stellen welche sich ein Harz lV Empfänger nicht leisten kann aber gerne hätte. Wenn die ehemaligen Kasernenobjekte ,welch von Deutschen , Franzosen,Engländern und Amerikanischen Soldaten über Jahre bewohnt wurden ,also für diese Menschen gut genug waren und auch die Verhältnisse für den täglichen Lebensbedarf soweit es möglich war , vorhanden waren,kann ich nicht verstehen das die Asylbewerber diese ablehnen oder gar noch forderungen auf eine Wohnung stellen ,obwohl sie noch nicht einmal als Deutsche Bürger aufgenommen sind.Das die Besetzung des Oranienburger Platzes nach dem Deutschen Gesetz Strafbar und Rechtswiedrig ist ,wird einfach ignoriert.Diese Leute sollen nach der Eingliederung die Deutschen Gesetze akzeptieren und sich dann daran halten?. Wer das glaubt soll für seine Überzeugung auch stehen und für unsere Tafeln ,welche nur von Spenden existieren kann ,da der Staat ja lieber jedem Asylbewerber 100€ zahlt ,mindestens 10 € an die Tafel zahlen. Bevor Einwände kommen ,klar müssen die Objekte Instandgesetzt werden aber als Übergangslösung bis zu endgültigen Bearbeitung der Asylanträge ist diese Lösung Vertretbar.Kein Geld ,nun Ja wenn die Milliarden in Objekte wie den BER geschoben werden und die Taschen immer voller werden anstatt dort zu bremsen und das Geld für den Ausbau der Kasernen zu nutzen könnten die fragen sich selbst erledigen.

Bernd P 11.04.2014 - 21:07:10

@Klaus

Ziemlich unfair hier Asylbewerber als Sündenböcke vor zu schieben. Es spielt im Endeffekt keine Rolle, ob man Wohnheime für den Bedarf baut oder eben Wohnungen. Hier liegt der Hund begraben. Es werden zuwenige Wohnungen gebaut, die sich Geringverdiener oder Harz4 Empfänger leisten können. In Hennigsdorf wird lieber eine Million in die Planung einer Schwimmhalle gesteckt. In Velten setzt man leiber auf ein Einkauftempel und investiert 50.000 Euro in eine Stadtentwicklungsplanung die feststehende Politikeransichten bestätigen soll.

Bernd P 10.04.2014 - 22:03:03

Wie wäre es mit Velten

Sie könnte es ja auch mal in Velten versuchen, ob die Wohnungsgenossenschaft Vorwärts eine Wohnung für sie hat.

Liebhaber 09.04.2014 - 19:10:23

Also zum ersten

Hennigsdorf ist kein Kaff sondern eine lebendige und schöne Stadt und wegziehen können sie ja Herr oder Frau Blackbox dann haben wir wieder eine Wohnung frei.

BlackBox 09.04.2014 - 09:45:11

Wieso nicht wegziehen ?

Mir ist nicht klar, warum man in dem Alter an so einem Kaff kleben sollte, vielleicht versucht sie es einfach woanders, wo ist das Problem. Die Frage ist doch auch, hat sie denn Bock auf Arbeit oder geht es nur um eine dauerhaft staatlich subventionierte Wohnung.

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