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Letzte Ruhestätte im Schatten alter Bäume

Schlicht: Birgit Wendlandt zeigt die dunkel gebeizte Holzskulptur mit der die Unendlichkeit symbolisierenden Spirale.
Schlicht: Birgit Wendlandt zeigt die dunkel gebeizte Holzskulptur mit der die Unendlichkeit symbolisierenden Spirale. © Foto: Irina Voigt/MOZ
Irina Voigt / 11.04.2014, 07:26 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Die Gemeinde hat zwei kommunale Friedhöfe - einen in Dahlwitz-Hoppegarten und einen in Hönow. Auf beiden hat sich in den zurückliegenden Monaten viel verändert - es wurden angemessene Möglichkeiten für anonyme Bestattungen geschaffen.

Im August vergangenen Jahres fanden auf dem Hönower kommunalen Friedhof auf der Fläche für anonyme Urnenbestattungen die ersten Beisetzungen statt. In diesem Jahr waren es bereits 25 Urnenbeisetzungen und nur eine Erdbestattung. "Darin zeigt sich auch die Veränderung der Wünsche der Bürger", sagt Birgit Wendlandt, im Rathaus für die Friedhöfe zuständig. Das dortige rund 600 Quadratmeter große Areal wird von Büschen umrandet. Ein geschwungener, gepflasterter roter Weg, blau eingefasst, führt zu einem Kunstwerk aus Sandstein, geschaffen vom Neuenhagener Künstler Wolfgang Anlauf. Stilisiert zeigt es drei Personen, die an einem Tisch stehen.

Der eigentliche Friedhain muss noch ein paar Jahre wachsen, bevor die Hönower ihre Angehörigen in den Schatten der 30 neu gepflanzten Bäume zur letzten Ruhe betten können. Der Hönower Friedhain sollte sich von anderen sogenannten Friedhainen unterscheiden, hatte im Vorfeld Mitinitiator Christian Klahr erklärt. Der ehrenamtliche Baumschutzwart André Frank hatte damals dafür nach bestimmten Augenmerken ausgesuchte Baumarten vorgeschlagen. Mythologie, Historie, Glauben und ein Baumkalender standen bei der Auswahl Pate. Schon in der Entwurfsplanung für den Friedhain waren die Baumarten festgelegt, die später gepflanzt wurden. Dabei galten dafür ganz verschiedene Sichten. So stehen die Bäume für bestimmte Zeiträume im Jahreslauf und auch für menschliche Charaktereigenschaften.

Nach dem Winter habe die Ordnung und Sauberkeit auf dem Friedhof insgesamt sehr zu wünschen übrig gelassen. Bürger beschwerten sich sowohl im Rathaus als auch bei der Zeitung darüber. "Wir hatten Personalprobleme", sagt Birgit Wendlandt. Inzwischen sei mit Hilfe des Bauhofes alles wieder ordentlich und sauber, wovon sie sich am Mittwoch noch einmal überzeugt hätte.

Auch für die Gestaltung der anonymen Urnenwiese auf dem Dahlwitz-Hoppegartener Friedhof hatten die Gemeindevertreter 20 000 Euro bewilligt. "Wir haben lange gesucht und mit Andreas Dorfstecher aus Rosenwinkel den passenden Künstler gefunden", sagt Birgit Wendlandt.

Dorfstecher schuf für die von großen Bäumen umstandende Wiese eine dunkel gebeizte Holzskulptur mit der Spirale, die die Vorstellung von Unendlichkeit symbolisiert. Auch hier gibt es - wie in Hönow - gepflasterte Wege und eine Möglichkeit, Blumen abzulegen. Mitte Mai werden hier die ersten anonymen Beisetzungen stattfinden können, sagt Bürgermeister Karsten Knobbe, der sich die neue Anlage am Donnerstag ansah.

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