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Charakterkopf mit Liebe zum Theater

Der Schauspieler Michael Mendl.
Der Schauspieler Michael Mendl. © Foto: dpa
Elke Vogel / 18.04.2014, 17:31 Uhr
Berlin (dpa) Schon als Schüler schnupperte er Theaterluft. Als 14-jähriger Statist am Nationaltheater Mannheim startete Michael Mendl seine Schauspielerkarriere. Inzwischen gehört der Mann mit den kantigen Gesichtszügen und dem freundlichen Lächeln zu den begehrtesten Charakterköpfen der Film- und Fernsehbranche. Er spielt große Persönlichkeiten wie Willy Brandt und Papst Johannes Paul II. ebenso wie den charmanten Liebhaber in Komödien. Am Ostersonntag feiert der Schauspieler seinen 70. Geburtstag - mit einer Party mit Freunden in Berlin.

Seine Liebe zum Theater hat sich Mendl trotz seiner zahlreichen Fernseh-Engagements bewahrt. Am Wiener Theater in der Josefstadt steht er vom 2. Mai an wieder in Thomas Bernhards Stück "Vor dem Ruhestand" auf der Bühne. An der Seite von Nicole Heesters und Sona MacDonald spielt Mendl den Gerichtspräsidenten und Ex-SS-Offizier Rudolf Höller. Im Herbst wird er an der Oper Frankfurt/Main in Rolf Riehms Werk "Sirenen" als Odysseus zu sehen sein. In Prag und Umgebung steht er für den ZDF-Film "Das goldene Ufer" nach dem Mittelalter-Roman von Iny Lorentz vor der Kamera.

Immer wieder wird Mendl auch für Filme engagiert, die sich mit Gewalt und Schrecken des Zweiten Weltkrieges beschäftigen. In Bernd Eichingers Hitler-Bunker-Film "Der Untergang" war er als General Helmuth Weidling zu sehen. Auch in Constantin Costa-Gavras "Der Stellvertreter" über die Rolle der katholischen Kirche während der Nazizeit trat er auf. Im Kriegsgefangenen-Drama "So weit die Füße tragen" verkörperte Mendl den Lagerarzt Dr. Stauffer. In "Die Gustloff" übernahm er die Rolle des Kapitäns Johanssen.

Für seine Rolle als Kanzler Brandt im ARD-Zweiteiler "Im Schatten der Macht" wurde Mendl 2004 mit der Goldenen Kamera geehrt. Aber auch für leichtere Kost ist Mendl zu haben. Mehrfach steht er mit Christiane Hörbiger vor der Kamera, etwa in "Hengstparade" nach dem Roman von Gaby Hauptmann sowie in der Friedrich-Dürrenmatt-Verfilmung "Der Besuch der alten Dame".

Mendl wurde 1944 im westfälischen Lünen als Sohn eines katholischen Priesters geboren. "Ich kann das relativ unbeteiligt erzählen, ich trage das nicht dauernd als negative Biografie mit mir rum", sagt der heute in Berlin lebende Schauspieler. Der Priester habe sich seiner Mutter gegenüber "ganz schrecklich und keineswegs christlich" verhalten. "Ich hatte das Glück, dass mein Adoptivvater Ernst Mendl mir ein sehr guter Vater war und mir bei ihm nichts gefehlt hat."

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