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Birkenwerders sechste Kneipp-Saison ist eröffnet

Füße in der kalten Briese warmgetreten

Würdiger Storchengang: Mit Latschen oder barfuß gingen die Freunde der Wassertretanlage mutig in die Briese. Die meisten schafften ohne Probleme die vorgesehenen drei Durchgänge. Die Anlage gibt es jetzt seit sechs Jahren.
Würdiger Storchengang: Mit Latschen oder barfuß gingen die Freunde der Wassertretanlage mutig in die Briese. Die meisten schafften ohne Probleme die vorgesehenen drei Durchgänge. Die Anlage gibt es jetzt seit sechs Jahren. © Foto: MZV
Heike Weißapfel / 19.04.2014, 07:38 Uhr
Birkenwerder (MZV) Kalt plätschert die Briese. Doch die Freunde des Kneippens genießen gerade das jeden Gründonnerstag. Schnell werden die Füße wieder warm. Die Mitglieder des Handel- und Gewerbetreffs (HGT) luden wie in den Jahren zuvor zum Fußbade.

"6,5 Grad." Vera Paulick vom HGT zieht ihren Finger aus der Briese und hält ihn in den Wind. "6,49", glaubt Erika Schürhoff. Doch sie tut nichts, um diese Behauptung zu erhärten. Die Jacke bleibt an, die Schuhe auch. Dafür zückt die Chorleiterin die Stimmgabel. Sie singt mit dem Chor den Frühling herbei, um die Wassertreter zu ermuntern. Alle können sich warme Gedanken machen.

Ein neues Lied ist auch dabei. Helga Pfennig hat den Text geschrieben: "In uns'rer Briese kneippen wir, und könn'n nicht länger warten. Das Wasser ist ja noch so kalt. Wir wollen trotzdem starten." Das Mutigsein werde von den Zuschauern anerkannt, heißt es in dem Lied. So ist es.

Pfarrer Sebastian Kneipp alias Ortschronist Bernd Erzmann gibt noch ein paar gute Ratschläge. "Gesundheitlich angeschlagene Kreaturen" könnten sich durch das Wassertreten weitere Lebensjahre verschaffen, sagt der "Wasserdoktor". Sebastian Kneipp (1821 - 1897) hat das selbst einst mit Donauwasser geschafft - und seine Kneippkuren haben sogar bis heute überlebt. Hätte er das gewusst, wäre es ihm sicher egal gewesen, dass er zuweilen auch als Quacksalber verunglimpft worden ist.

Zur allgemeinen sportlichen Erwärmung gibt es Trockenübungen im Storchengang mit Nordic-Walking-Trainerin Marita Bauer. Dann schreitet der Pfarrer allen würdig voran, jammert nach dem dritten Schritt aber doch erstmal "oh, wie kalt!". Vera Paulick ist natürlich auch dabei, 6,49 Grad oder noch weniger. Niemand misst nach. Ein Dutzend Frauen, Männer und Kinder trauen sich hinein und staksen, angefeuert und neidisch betrachtet von noch mehr Schaulustigen, durch die kalte Briese.

Um die Erneuerung der Hinweisschilder will sich der HGT, der die Anlage betreut, in diesem Jahr kümmern. Ebenso soll der Gesundheitsstammtisch wiederbelebt werden, sagt Vera Paulick anschließend bei Tee, Käse- und Zuckerschneckchen. Statt einer starren Terminkette sollen aber eher spontane Aktionen veranstaltet werden.

Kühlen Kopf und warme Füße brauchen die Mitglieder des HGT übrigens für ihre weiteren Aktivitäten: Seit Jahren organisieren sie das im August stattfindende Rathausfest. Diesmal steht es im Zeichen eines Ortskonzepts mit einer Vielzahl von Handel und Gewerbe in der Ortsmitte, kündigt der Vorsitzende Dr. Eckhard Uhlig an.

Dieses Konzept gelte es, für die Birkenwerderaner erlebbar zu gestalten. Alle Firmen sollen an diesem Festnachmittag, dem 16. August, ihre Leistungen präsentieren und damit auch zeigen, dass sie ein fester Bestandteil ihres Ortes sind, lädt Uhlig ein. "Der HGT möchte an diesem Tag die Ortsmitte in ein pulsierendes und belebtes Ortszentrum verwandeln." So wie kalte Füße durch die Kneippkur gut durchblutet werden.

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