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Lehnitzer Eltern freuen sich über zwei erste Klassen

Tilman Trebs / 03.05.2014, 11:00 Uhr
Lehnitz (MZV) "Ich kann es kaum glauben. Das ist toll", kommentiert Franziska Lorenz die Entscheidung des Staatlichen Schulamtes in Perleberg, nach den Sommerferien zwei erste Klassen an der Lehnitzer Grundschule zu eröffnen. Ursprünglich war nur eine geplant. Ihr Sohn Leon sollte wegen zu vieler Anmeldungen in Oranienburg eingeschult werden.

Auch Schulelternsprecher Roland Sohr zeigt sich erleichtert: "Wir haben immer zwei Klassen für notwendig erachtet. Unsere Forderung ist nun erfüllt." Unklar ist aber weiterhin, ob die Schule auch künftig zweizügig fährt. Oranienburgs Sozialdezernentin Kerstin Kausche hält es bislang für ausreichend, grundsätzlich nur eine erste Klasse pro Schuljahr zu eröffnen. Sie beruft sich dabei auf Prognosen, die für die kommenden Jahre Einschülerzahlen von 18 bis 25 vorhersehen.

Glauben schenken den Prognosen aber nur wenige, weil sie in den vergangenen Jahren selten eingetreten sind. Für das kommende Schuljahr war die Stadt noch im Januar von 27 Einschülern ausgegangen. Nun rechnet das Staatliche Schulamt mit 44 Abc-Schützen. Der in Lehnitz lebende Stadtverordnete Heiner Klemp (Grüne) vermutet deshalb, dass die Prognosen "nur der Fantasie der Verwaltung" entspringen. Auch Elternsprecher Sohr hat seine Zweifel: "Bislang lagen die Prognosen oft deutlich daneben."

Das auf dem ehemaligen Kasernengelände in Lehnitz geplante Asylbewerberheim macht die Kapazitätsplanung nicht unbedingt leichter. Denn bislang kann niemand absehen, wie viele schulpflichtige Kinder dort künftig leben werden. Die Unsicherheit vieler Eltern versuchen die Behörden nun mit mehreren Maßnahmen zu nehmen. Schulpflichtige Neuankömmlinge im Asylheim sollen zunächst Sprachunterricht jenseits der regulären Schulen bekommen. Damit folgt Oranienburg dem durchaus erfolgreichen Hennigsdorfer Modell.

Sind die Kinder schulfähig, werden sie auf mehrere Einrichtungen verteilt. Die Lehnitzer Grundschule soll nur Flüchtlingskinder unterrichten, wenn dadurch keine Plätze für Kinder aus dem Ortsteil blockiert werden. Alternativ werden Asylbewerberkinder auf Kosten des Landkreises nach Schmachtenhagen oder in die Waldgrundschule gebracht.

Roland Sohr hält das auf Dauer für keine optimale Variante: "Mit dem Fahrzirkus werden weder die alten Probleme der Lehnitzer noch die der Flüchtlinge gelöst." Der Elternsprecher hält es für konsequenter, die Asylkinder grundsätzlich in Lehnitz zu unterrichten. Dann müssten ohnehin jedes Jahr zwei erste Klassen eingerichtet werden, was auch Planungssicherheit für die Lehnitzer Eltern bedeuten würde.

Für eine Zweizügigkeit wäre eine Erweiterung der Schule notwendig. Bedarf dafür sehen inzwischen alle Fraktionen im Stadtparlament. Eine konkrete langfristige Perspektive für die Grundschule fehlt aber noch.

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