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Bildungsministerin Martina Münch besichtigt Oberbarnimschule und lernt Konzept kennen

Ein Hauch englisches Schulsystem

Engagierte Nachwuchsjournalisten: Schülersprecher Philipp Daht (16) und Schülerin Lea Zantow (16) schenken Bildungsministerin Martina Münch die aktuelle Ausgabe der Schülerzeitung.
Engagierte Nachwuchsjournalisten: Schülersprecher Philipp Daht (16) und Schülerin Lea Zantow (16) schenken Bildungsministerin Martina Münch die aktuelle Ausgabe der Schülerzeitung. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 07.05.2014, 06:58 Uhr
Eberswalde (MOZ) Schulkleidung und Etiketteunterricht - an der privat geführten Oberbarnimschule in Eberswalde ist manches anders als an staatlichen Bildungseinrichtungen. Am Dienstag hat sich Bildungsministerin Martina Münch (SPD) bei einem Rundgang über das Konzept informiert.

Schülersprecher Philipp Daht (16) und Lea Zantow (16) zeigen Martina Münch einige Ausgaben der Schülerzeitung. Sie wird im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft von 24 Schülern der Klassen sieben bis zehn produziert. Hier bilden die Mädchen und Jungen eine richtige Redaktion mit Themenfindung, Planungskonferenz, Textarbeit und anschließendem Lektorat. "Habt ihr schon mal beim Landeswettbewerb für Schülerzeitungen mitgemacht?", fragt Münch. "Dort habt ihr sicherlich gute Chancen." Philipp Daht erklärt, dass die AG sich erst im nächsten Jahr bewerben möchte. Bis dahin wollen die Jungjournalisten noch an ihrem Konzept feilen, das ein anderes ist, seitdem die Schüler die Zeitung fast in Eigenregie herausgeben und der verantwortliche Lehrer ihnen eher beratend zur Seite steht. Schulleiterin Annett Drechsler befürwortet die Veränderung: "Damit werden mehr Themen gedruckt, die den Schülern am Herzen liegen." So konnten die Schüler der Oberschule in der vergangenen Ausgabe erstmals auch ihre Lehrer bewerten, erzählt Philipp Daht. Diese Idee habe aber zu einigen Diskussionen geführt. Es bestand die Sorge, dass Lehrer sich dadurch ungerecht behandelt fühlen. Um das zu verhindern, wurden von vorneherein nur faire Kriterien wie didaktische Fähigkeiten und Hilfsbereitschaft aufgestellt, so der Schulsprecher.

Neben der Zeitung präsentieren die Schüler der Bildungsministerin Blumenbilder, Origami und bemalte Holzarbeiten, die ebenfalls in Arbeitsgemeinschaften entstanden sind. An der Oberbarnimschule, die neben der Oberschule auch ein Gymnasium und die schulische Ausbildung zum Sportassistenten beherbergt, wird ganztägig unterrichtet. Am Nachmittag können die Schüler nicht nur ihren Interessen wie Kunst oder Darstellendem Spiel nachgehen, sondern werden auch bei den Hausaufgaben betreut.

Bildungsministerin Münch spricht die Schüler auf die Schulkleidung an, die für die Mädchen und Jungen in der Oberschule Pflicht ist. Lea Zantow sagt, dass sie sich an das Poloshirt mit Schullogo längst gewöhnt hat. Trotzdem freut sie sich darauf, dass sie ab der elften Klasse wieder anziehen kann, was sie möchte. Auch Philipp Daht fühlt sich in der Schulkleidung wohl, die lediglich aus einem einheitlichen Oberteil besteht. "Außerdem wissen diejenigen, die sich hier bewerben, worauf sie sich einlassen", sagt er. Schulleiterin Drechsler ist von dem Konzept überzeugt: "Damit beugen wir dem Markenwahn vor."

Nicht nur beim Kleidungsstil verfolgt die Oberbarnimschule ein etwas anderes Konzept als andere Schulen. Ungewöhnlich ist auch, dass die Schüler in der siebten Klasse einmal in der Woche in Stil und Etikette unterrichtet werden. Die stellvertretende Schulleiterin Sylvia Döring lehrt die Mädchen und Jungen auf Grundlage der Stilfibel von Knigge darin, wie sie sich im gesellschaftlichen Leben richtig verhalten. "Wir fangen mit Grundlagen wie Benimmregeln bei Tisch an und hören mit dem korrekten Auftreten beim Bewerbungsgespräch auf", erzählt die Lehrerin. Dass die Schüler auch Selbstverständliches wie den Umgang mit Messer und Gabel lernen, verwundert die Bildungsministerin ein wenig. "Dass haben euch doch sicherlich schon eure Eltern beigebracht", vermutet Münch, begrüßt aber das im Unterricht integrierte Bewerbungstraining.

Beim Rundgang wird deutlich, dass es an der Privatschule nicht an Ideen für die Zukunft mangelt. Geschäftsführerin des Schulträgers - dem Berufsbildungsverein Eberswalde - Ines Platz und ihre Stellvertreterin Daniela Kutzke-Schönefeld erzählen, dass die Schule plant, als erstes Gymnasium Brandenburgs bereits im nächsten Jahr das Fach Gesundheit einzuführen.

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