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Ein Debakel, das alle Grenzen sprengt

Andrè Bochow, Foto: Heinz Köhler
Andrè Bochow, Foto: Heinz Köhler © Foto: Heinz Köhler
Andre Bochow / 07.05.2014, 19:55 Uhr
(MOZ) Zwei Jahre nach der großen Verschiebung der BER-Eröffnung, die keineswegs die erste Verschiebung war, stehen wir in Sachen Großflughafen wie vor einem Orakel. Vor einem schweigenden Orakel. Denn Mehdorn und seine Sprinter wollen uns partout nicht sagen, wann das Projekt fertig wird und was es kostet. Kein Zeitplan und kein Kostenplan - beim größten deutschen Infrastrukturprojekt. Das ist einfach unfassbar.

Nach über einem Jahr im Amt lässt der Flughafenchef seinen neuen obersten Brandschutzhelfer feststellen, dass die Entrauchungsanlage ein unbeherrschbares Monster sei. Und was bedeutet das? Wer weiß? Erst einmal wird wieder jemand gefeuert. Überhaupt scheint Mehdorn gern Leute rauszuschmeißen. Nicht zuletzt jene, die sich erdreisten, Kritik zu üben. Jemand hat zusammengerechnet, dass es mehr Rauswürfe gibt als Eröffnungsverschiebungen. Und das will etwas heißen.

Aber selbst wenn all die Geschassten wirklich inkompetent sind, was unwahrscheinlich ist, und all die jungen Unternehmensberater aus dem Hause Berger wirkliche Projektfachleute, was ebenfalls unwahrscheinlich ist, bleibt doch die Frage: Was ist eigentlich in den vergangenen Monaten auf dem Bau geschehen? Mehdorn hat immer wieder Erfolge gemeldet. Den Start des Cargo-Betriebes oder die Fortschritte am Nordpier. Doch beim Brandschutz ist man keinen Millimeter weiter. Stattdessen wartet Siemens immer noch auf vollständige und verwertbare Unterlagen. Wie sich herausstellt, fehlt es noch an vielem anderen. Und selbst wenn die Pessimisten nicht recht haben, die glauben, dass die nötigen Umbauten den BER-Start noch um Jahre verzögern werden, am Ende wird ein Flughafen in Betrieb genommen, der zu klein ist. Die einzige vage Idee für den Fall ist: Alt-Schönefeld bleibt offen. Aber natürlich gibt es dafür keinen Plan.

Das alles schauen sich die Regierungen zweier Länder und des Bundes ungerührt an. Wichtig war die Besetzung des Aufsichtsrates. Nicht die Aufsicht. Immer wieder verbreitet die Politik Optimismus. Der Mehdorn, der wird es schon richten. Oder nun der neue Brandschutz-Professor. Leider stellte sich der Optimismus bislang noch immer als ungerechtfertigt heraus. Höchste Zeit für eine Kündigung - des Aufsichtsrates.

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Heide Witzka 10.05.2014 - 08:09:23

Mehdorn for Präsident!

Mit der Leistung sollte er Landesfürst eines geeinten Berlin-Brandenburg werden. Ach was. Bundeskanzler und Bundespräsident in einer Person. Wenn Mehdorn und Putin zusammen marschier`n, kann der Rest der Welt kapitulier`n!

borkenhagen 08.05.2014 - 10:47:07

ein Ende ist gewiss

Dieses System sabotiert sich selbst so lange, bis es hin ist. Der ber ist da nur eines, aber eben ein sehr gutes Beispiel. Warum sollte es sich da auch von allen anderen dahingeschiedenen unterscheiden...

Sigranna 08.05.2014 - 09:27:49

Aufhören!

Beim Fußballl würden die Zuschauer zu Recht ganz laut skandieren: "Aufhören! Aufhören! Einfach nur aufhören!" Der Fußball ist um sein klares Regelwerk einfach nur zu beneiden. Warum nicht mal darauf zurückgreifen?

Isenhagen 08.05.2014 - 07:45:02

angesichtes dessen was

da passiert kann man nur sofortigen Freispruch für Uli Hoenness fordern. Seine Steuerhinterziehung ist einfach Peanuts gegen gegen dieses Verzocken öffentlicher Gelder was natür strafrechtlich nicht nur ohne Folgen bleibt weil alle den Deckel draufhalten. Nein, das ist gar nicht strafbar, selbst wenn es noch viel schlimmer kommt. Höchststrafe ist und bleibt der Rauswurf aus dem Team, also nur der Ausschluß aus dem Team derer die sich die Milliarden in die Tasche stecken. Denn wie heißt es so schön.....das Geld ist ja nicht weg, das hat jetzt nur ein anderer.....

Christoph 07.05.2014 - 21:42:29

Mehdorns Finest

Der BER flugahfen unendliche Baumängel wir schreiben das Jahr 2251 dies sind die Visionen HArtmut Mehdrons der mit seiner 400Mann Starken Mannschaft schon seit Menschengedenken Hin und her kündigt um neue Baumängel zu entdecken fehlende Brandschutzvorgaben zu erfüllen und neue Bekanntgabe Termine zu nennen die sich noch nie ein Menschn zuvor vorstellen konnte .

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