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Anwohner äußern Bedenken / Bauausschuss lehnt Pläne ab / Stadt will Projekt mit Kompromiss-Variante retten

Projekt Jugend-Ufer droht das Aus

Michael Dietrich / 09.05.2014, 19:29 Uhr
Schwedt (MOZ) Der Bauausschuss hat die Pläne für eine Freizeit- und Erlebniszone am Kanalufer abgelehnt. Zuvor waren Anwohnerprotest und Streit im Ausschuss vor allem am geplanten Jugend-Ufer entbrannt. Jetzt will die Stadt das Projekt mit einer Kompromissvariante retten.

Die Stadt müsse für Jugendliche attraktiver werden, sind sich fast alle Schwedter einig. Der Vorschlag der Verwaltung, das Schwedter Kanalufer zwischen Fischer Zahn und Bootsweg aufzuwerten und dabei neben Kinderspielplatz und Badeufer mit Sonnenterrasse auch einen Jugendbereich vorzusehen, scheiterte Donnerstag im Bauausschuss. Die Mitglieder der Linken, FDP und CDU lehnten den Beschluss als zu unausgegoren ab. Die Zustimmung aus SPD und Buntem Unabhängigem Bürgerbündnis reichte nicht aus. Bis zur Stadtverordnetenversammlung am 22. Mai will Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) nun versuchen, mit einer Kompromissvariante das Vorhaben zu retten.

Die Gemüter erhitzen sich vor allem an der Nähe des geplanten Jugend-Ufers zur Wohnbebauung Bootsweg/Rohtabak-Siedlung. Anwohner der Eigenheime befürchten nächtlichen Lärm sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch durch die Jugendlichen in ihrer Nähe, kritisierten einen vorgesehenen Lärmschutzzaun als hässliche Sichtblockade und eine kleines Bühnenpodest als Ort, der förmlich zu Krach und Problemen verleiten würde. Sie sehen ihre ruhige Lage gefährdet, wie teilweise schon in der Vergangenheit, als sich Jugendliche hier nachts regelmäßig trafen. Weil sie den Platz für ein Jugendtreff als völlig falsch einschätzen, fanden sie viele Argumente gegen die Pläne, angefangen von fehlenden Toiletten über hohe Kosten für Unterhaltung und Vandalismusschäden bis hin zu Schutzgürtel für den Biber, der auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals Burgen baut.

Stadtplaner Frank Hein und Bürgermeister Jürgen Polzehl verteidigten die Stadtpläne. Sie entsprechen den Wünschen vieler Bürger nach einem attraktiven Ufer, seien mit vielen Bürgern auch mit Jugendlichen zusammen entwickelt und in Ideenwettbewerben und Workshops vorbereitet worden. "Bei keinem Projekt vorher hat es eine so intensive öffentliche Beteiligung gegeben", sagte Jürgen Polzehl. Zustimmung für die Pläne kam aber auch von Jürgen Drägert, der als sachkundiger Einwohner im Bauausschuss sitzt. "Hier soll etwas für Jugendliche gemacht werden. Wir haben doch nur noch ein paar. Wollen wir die wenigen jetzt auch noch vor den Kopf stoßen? Das wäre ein falsches Signal."

Die jugendliche Anwohnerin Julia Lange versuchte, Verständnis für die Jugendlichen zu wecken und eine Brücke zu bauen. Wenn die klobige Lärmschutzwand verkleinert und auf die Bühne verzichtet würde, fände sie die Vorschläge ganz gut. "Die Jugendlichen sitzen ja direkt vor unserem Fenster. Ich kann nur sagen, es geht. Das ist alles erträglich, irgendwann gehen die ja auch ins Bett", sagte sie.

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Andreas Grote 13.05.2014 - 21:14:05

Murx gegen Lärm?

Es ist zum K..., wenn jede Idee mit dem Hinweis auf Lärm von Anfang an zerredet wird! Menschen treffen sich so oder so im öffentlichen Raum und solange ein Mindestmaß an Rücksicht genommen wird, gibt es auch keine Probleme. Aber Friedhofsruhe darf nicht das Ziel der Stadtplanung für eine Innenstadt sein! Absolut positiv ist, dass hier nicht nur die Ideen von "Experten" drin stecken und sogar bei der Umsetzung auf Beteiligung der Interessierten gebaut wird: den Freundeskreis und der Jugend-Workshop. Es gibt dennoch Gründe die Vorlage so nicht zu beschließen. 1) die Vorlage ist nicht zu Ende gedacht - zumindest Teile daraus. z.Bsp. sind die folgenden Bauabschnitte für das Badeufer nicht benannt. 2) Es würde nicht schaden, zu gucken, ob Teile der Vorschläge auch an anderer Stelle mehr Sinn machen, z.Bsp. in der Nähe des Wassersportzentrums 3) nicht klar ist, ob und wie die oben genannte Beteiligung stattfinden wird 4) Fragen nach Toiletten, Müllentsorgung, Pflege, rechts- und Versicherungsstatus u.ä. durch aus berechtigt, aber offen sind. Diese Vorlage sieht mehr nach Wahlkampfgeschenk aus, als nach gut durchdachter Zukunftsinvestition. Wenn der Beschluß über einige Teile daraus zunächst verschoben würde - bis das Gesamtkonzept steht - wäre das keine schlechte Lösung. Zu befürchten ist aber, dass des Bürgermeisters schneller Kompromiss so aussieht: höhere, breitere Lärmschutzwand, Bühne weg, Kosten gleich: Murx.

eine junggebliebene Schwedterin 13.05.2014 - 18:25:01

Jedes Altersgruppe hat ein Recht auf Meinung

An Alle, die hier rumwettern, wir tuen zu wenig für die Jugend. Auch die Alten waren mal jung, aber auch die Jungen werden älter. Wir müssen die Bedürfnisse und Wünsche jeden Alters respektieren. Man kann nicht immer nur in eine Richtung argumentieren. Die Uferpromenade ist ein kleines Schmuckstück der Stadt geworden. Dort kann man spazieren gehen, die Natur genießen, aber auch viele Kinder und Familien beim Spielen erleben.Es ist ein Ort der Entspannung und Erholung. Warum muss dort jetzt Öl ins Feuer gegossen werde. Wir haben so viel Plätze, wo die Jugend sich austoben kann. Es geht nicht um junge Leute, die sich dort treffen und ein bißchen quatschen-die sind jetzt auch dort und sind willkommen. Nein-es geht um eine Bühne, auf der Musik gemacht werden kann-rund um die Uhr!? Es geht um eine 30m lange und 2.50 m hohe Bretterwand, die mit Graffitti besprüht werden soll, die einige Anwohner dann anschauen, wo vorher grüne Wiese zu sehen war. Hat Schwedt soviel Geld, dass es für so einen Unsinn ausgegeben werden muss. Wir haben eine große Oderthal-Bühne, die zu 20%? ausgelastet ist. Wir haben einen teuren Jugendclub-mit Tonstudio und wir haben auch eine neu angelegte Sportanlage am Dreiklang. Wir haben ein teure Begegnungsstätte am anderen Ende der Uferpromenade gebaut-für wen? Dort ist genügend Raum und Potenzial, dass ungenutzt vorhanden ist. Wir haben ein Aquarium-welches um jeden Besucher kämpft-um rentabel zu sein. Wir haben ein Skateranlageim im GewerbegebietHeinersdorfer Damm, die mal für große Meisterschaften angelegt wurde.... Und jetzt müssen wir diese intakte grüne Oase am Kanalufer komplett verändern, um etwas für die Jugend zu tun?

Jutta 12.05.2014 - 21:41:20

Jugendufer

Bitte keine Potsdamer Verhältnisse, keine Uferzone für wenige privilegierte Anwohner . Das Ufer in Schwedt ist ein öffentlicher Bereich und gehört allen Einwohnern, jungen und alten. Von den Stadtverordneten erwarte ich am 22.Mai ein klares Bekenntnis zu den Ergebnissen der Workshops aus dem letzten Jahr, ein Bekenntnis zur Zukunft der Stadt.

AK 12.05.2014 - 14:13:29

"Junges Schwedt"

Wenn die Stadt genug Geld für ein neues Rathaus hat (hier es geht um Millionen), dann sollten auch die Gelder (hier geht hauptsächlich um Fördermittel) für den Ausbau des Ufers vorhanden sein. Übrigens werden die Kinder der jungen Frau aus Schwedt sowie mein Kind und viele andere Kinder und Jugendliche an diesem Ufer spielen können. Sie werden aber auch die Schulden für die Rathäuser I, II, III und die Finanzierung der Einmietung in die neue "MIFA" (20 Jahre) abtragen dürfen! Hier bauen sich erwählte Bürger und Politiker ihre eigenen Monumente! Hier werden durch Verwaltung und die Stadtverordneten riesige Lasten auf die Schulter der jungen Generation gelegt!

Eine junge Schwedterin 12.05.2014 - 12:11:56

Für und Wider

Ich denke mal es geht bei dem Thema Gestaltung des Bollwerkes nicht darum ob es getan wird oder nicht. Man muss das Pro und Kontra berücksichtigen. Die Stadt Schwedt hat immer weniger Geld zur Verfügung, um freiwillige Aufgaben zu übernehmen. Ich als 22 jährige Schwedterin interessiere mich sehr dafür, was hier für uns getan wird. Und das ist wahrlich nicht wenig. Man muss aber auch an den Stadthaushalt der Zukunft denken, für den dann meine Generation und die meiner Kinder zuständig ist. Wir haben uns in den letzten Jahren ein ganz tolles Bollwerk für alle Generationen geleistet, dazu einen wahnsinnig teuren Jugendclub mit Probenräumen für Tanz, Theater und Musikgruppen. Hinzu kommt die Außengestaltung an der Musikschule für massig Geld mit Freiluftbühne. Jetzt ist unter Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen geplant, das Außengelände an der Sporthalle am Aquarium umzugestalten. Man sieht also, dass gar nicht mal so wenig für uns getan wird. Die Anwohner, die sich jetzt beschweren, haben in gewisser Weise recht. Leider erlebe ich oft genug im Freundeskreis, dass für viele Ordnung und Sauberkeit ein Fremdwort sind. Wie wäre es denn, wenn der Jugendbereich in Richtung Wassersportzentrum verlagert würde? Dort gibt es bisher kaum Bebauung und wir würden niemanden stören. Vielleicht könnten die Abgeordneten das nochmal prüfen. Und zu Letzt nur noch eine kleine Anmerkung von mir. Ich bleibe nicht hier in Schwedt oder ziehe weg, weil es (keine) Angebote für mich gibt, sondern weil ich Arbeit habe. Das ist das Wichtigste!

Bürger mit Stimme?! 11.05.2014 - 09:06:11

Traurig!

Es macht mich sehr traurig, dass einige Schwedter Bürger das Leben, die Lebendigkeit, die Vielfalt und die Weiterentwicklung in einer Stadt ablehnen, weil sie schon zu Lebzeiten ihre Friedhofsruhe brauchen! Schwedt's Zukunft macht mir Angst....

AK 11.05.2014 - 08:47:34

"Junges Schwedt"

Liebe Familie "Ein Schwedter", Es ist sehr schön, dass Sie unsere Gegend so toll finden und für Ihr Ruhebedürfnis Nutzen. Jedoch gebe ich zu bedenken, dass es sich bei der streitgegenständlichen Uferzone um ein Wohngebiet, einem Stadtteil mit Kindern, Jugendlichen, jungen Familien aber auch Senioren, handelt. Bei Wohngebieten handelt es sich im allgemeinen um den Lebensmittelpunkt von Menschen. Kinder spielen, Jugendliche chillen, Senioren tauschen sich über ihre Altersgebrechen aus, kurz gesagt, es findet Leben statt. Das ist auch gut so! Die Schwedter Bürger, egal ob alt oder jung, haben es verdient, ein hochwertiges, attraktives und einzigartiges Lebensumfeld genießen zu dürfen. Eine Stadt ist gekennzeichnet durch Leben in allen Varianten! Ich möchte Ihnen empfehlen, Ihre Ruhebedürftigkeit in den wirklich tollen, an unserer Stadt angrenzenden Attraktionen, wie dem Nationalpark, dem Tal der Liebe, der Schorfheide, dem Criewener Park und vielen anderen Naturschutz- und Erholungsgebieten auszuleben. Denn unsere Stadt braucht eine Zukunft. Diese Zukunft liegt in der jungen Generation aber auch in der Fähigkeit der Alten, junge Familien und Menschen zu akzeptieren, zu tolerieren und sie zukunftsorientiert zu fördern. Sonst wird diese Stadt wieder zum Tabakstädtchen, wie vor ihrer Industriealisierung. Dann wird es aber auch für die ältere Generation unangenehm, da keine jungen Menschen mehr in der Region sein werden, die ihnen bei den Dingen des täglichen Bedarfs aber auch im Umgang mit altersbedingten Defiziten helfen werden. Eine Stadt hat nur soviel Zukunft, wie sie ihrer Jugend Perspektiven ermöglicht.

Klaus 11.05.2014 - 03:57:43

ja und wie ist das mit dem genießen der Jugend?

Ruhe im Alter ist was schönes aber vergänglich, danach kommt der Tod! Und hier dann sinnbildlich, die Jugend sucht sich das entsprechende Ufer dann in anderer Gegend wo sie sich niederlassen. Man kann die paar die wir noch haben kann überhaupt gar kein Lamm ausgehen! In dem Sinne, für die ältere Generation das Promenadenufer für die Jugend das Strandufer. Und wenn der Bauausschuss nicht mitzieht liegt es wohl eindeutig an der Besetzung im Stadtparlament, aber dieses kann ja geändert werden. Ich glaube die Wahlbeteiligung beginnt bei 16 Jahren, und ich hoffe mal sie wählen nachhaltig entsprechend dem Alter, alle alten Säcke aus den Parlamenten.

Ein Schwedter 10.05.2014 - 23:20:49

Nicht die Menschen sind das Problem sondern der Standort

Oh man! Selbst wenn die Leute beim Baden ganz brav und ordentlich sind. Wenn ich ob alt oder jung ans Wasser gezogen bin hatte ich die Stille und die Natur im Auge. Auch ordentliche Bürger in einer gewissen Anzahl sind zu laut, um hier noch Ruhe genießen zu können. Wozu wurde diese tolle Gegend so toll gestaltet, wenn es nun in Zukunft aus ist mit der Ruhe und den entspannten Spaziergänge. Wir sind da oft unterwegs und genießen es, so wie es jetzt ist.

AK 10.05.2014 - 22:18:34

"Junges Schwedt"

Es ist doch verwunderlich, wenn in diesem Artikel davon die Rede ist, dass man sich einig ist, etwas für Jugendliche und junge Familien in Schwedt/Oder tun zu müssen, dann aber der Umgestaltung der Uferzone nicht zugestimmt wird. Die CDU, FDP und Die Linke und die Bewohner im Bereiches der Uferzone scheinen nichts gegen Kinder, Jugendliche und junge Familien zu haben, aber bitte nicht vor der eigenen Haustür! Das ist wirklich eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik für Schwedt. Hier muss man wirklich die Einstellung der Schwedter SPD und des Bürgerbündnisses zu diesem Thema loben, auch wenn diese in anderen Bereichen mit ihren Entscheidungen ebenfalls die Bedürfnisse der Bürger ignorieren. In den Aussagen der zitierten Bürger unserer Gemeinde wird die Jugend dieser Stadt zu einem hoffnungslosen Haufen, zu Drogen- und Alkoholsüchtigen Teenagern und randalierenden Banden stigmatisiert. Diese Mitbürger sollten sich einfach schämen! Wenn ich mich in unserer Stadt umsehe, sehe ich vor einigen Kaufhallen vor allem Bürger zwischen 40 und 60 Jahren mit Bierflaschen in der Hand, die andere Passanten anpöbeln, nicht selten mit nasser Hose. Gehe ich mit meinem Kind auf Schwedter Spielplätze, kommen nicht selten ältere Herrschaften mit ihren Hunden vorbei, die ihre Tiere dann ganz frech ihre Notdurft auf den Spielwiesen erledigen lassen. Spricht man diese Bürger auf diese Unsitte an, kann es leicht passieren, dass man körperliche Gewalt angedroht bekommt. Natürlich ist die Problematik mit dem Müll auf dem Spielplatz nicht zu tolerieren, aber hier ist das Ordnungsamt unserer Stadt gefordert. Wie wäre es denn, wenn der Ordnungsdienst nicht nur das Parkverhalten der Bürger überwacht, sondern sich verstärkt auch mit den Jugendlichen und Tierhaltern unserer Gemeinde im Bereich der Uferzone auseinandersetzen würde. Natürlich ist Knöllchen an Autoscheiben zu hängen angenehmer als sich mit Jugendlichen und uneinsichtigen Hundehaltern auseinandersetzen zu müssen! Ich kann nur allen Politikern unserer Kommune an Herz legen, mehr Vertrauen in die Kinder, Jugendlichen und junge Familien unsere Stadt zusetzen! Sollte sich die Einstellung in unserer Stadt gegenüber der Jugend nicht ändern, könnte es in naher Zukunft neue Orteingangsschilder geben. Der Zusatz „Nationalparkstadt“ kann dann in „Willkommen im Altenheim der Uckermark“ umgeändert werden. Denn welcher Jugendliche möchte in einer Stadt bleiben, die jungen Menschen kein Vertrauen entgegenbringt! Die Pläne zur Ufergestaltung nicht umzusetzen wäre eine ungenutzte Chance für Schwedt. Aber noch viel schlimmer wäre das endgültige Bekenntnis zum demographischen Verfall unserer Stadt!

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