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Lust auf Spargel?

Frische Stangen aus Libbenichen: Landwirt Frank Krappe (vorn) und Mitarbeiter Stefan Menz bei der Spargelernte.
Frische Stangen aus Libbenichen: Landwirt Frank Krappe (vorn) und Mitarbeiter Stefan Menz bei der Spargelernte. © Foto: Johann Müller
Marco Marschall / 10.05.2014, 03:04 Uhr
Seelow (MOZ) Spargel ist derzeit in aller Munde. Ob regional, aus Beelitz oder vom polnischen Nachbarn. Die Buden-Verkäufer am Straßenrand können sich über mangelnden Absatz nicht beklagen. Kulinarisch lässt sich das Gemüse nicht nur mit brauner Butter genießen.

"Momentan ist die Nachfrage größer als das Angebot", sagt Landwirt Frank Krappe aus Libbenichen. Nach der ersten Wärmeperiode wurde es vor allem nachts noch einmal kühler. Deshalb fällt die Spargelernte derzeit nicht so üppig aus. An guten Tagen erntet der Betrieb, der die weißen Stangen auf einer Fläche von 0,1 Hektar anbaut, 30 Kilo. Momentan ist es nur die Hälfte.

Das bekommt auch Steffen Schrape, Küchenchef im Kunstspeicher Friedersdorf, zu spüren. Normalerweise kommt der Spargel, den die Küche des Wirtshauses zubereitet, aus Libbenichen. Jetzt muss Schrape auf den berühmten Beelitzer zurückgreifen. Denn die Beilage steht derzeit bei den Gästen hoch im Kurs. Eine Variante, in der Steffen Schrape sie anbietet, ist die mit Zander, Petersilienkartoffeln und einer Orangen-Hollandaise. Die Tomate aus Manschnow und die Kräuter aus Sietzing machen die Kombination aus Fisch und Spargel zum Farbenspiel auf dem Teller. Regionalität ist dem Friedersdorfer Küchenchef besonders wichtig. Viele Kunden würden heute danach fragen.

Das kann sein Kollege Sebastian Gier, Küchenchef im Schloss Neuhardenberg, nur bestätigen. Allerdings gebe es auch Gäste, die das ganze Jahr auf nichts verzichten wollen. In der Brennerei des Schlosses wird der Spargel vor allem in klassischen Varianten serviert, aber zum Beispiel auch in einer Kombination mit Ziegenkäse. In der Orangerie des Schlosses greift Sebastian Gier beim MOZ-Besuch etwas tiefer in die kulinarische Trickkiste. Da wird der Bronzefenchel vorsichtig auf den weißen und den dünneren grünen Thai-Spargel drapiert, die Schnittlauchblüte ans Wagy-Rind (Kilopreis 75Euro) gelehnt und auf einer flachen Nudel sowie mit taubeneigroßen Trüffelkartoffeln serviert. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. "Für uns ist es wichtig, den Eigengeschmack der Produkte zu unterstreichen", sagt der Neuhardenberger Küchenchef. Als Wein zum Spargel empfiehlt er einen Müller Thurgau. Wichtig bei allen Spargelgerichten sei, dass die Stangen einen leichten Biss behalten.

Der findet sich auch in der Grünen Spargelsuppe von Ursula Kieninger aus dem Seelower Bioladen Nussschale. Am Freitag hatte sie das Gericht zum Mittagstisch angeboten. In der Suppe mit Sesam und Mandelsahne fanden die Gäste auch grüne Spargelspitzen. Diese sind bei der Köchin beliebter als die weißen und werden über der Erde geerntet, enthalten daher auch Chlorophyll. "Übrigens stimmt es nicht, dass man Spargel nicht roh essen kann", sagt sie. Beim Kochen würde sie selbst zwei Stangen wegknabbern.

Und wie mag der Landwirt seinen Spargel am liebsten? "Mit brauner Butter und Kotelett oder Schnitzel", sagt Frank Krappe aus Libbenichen. Nächstes Jahr wolle er wieder neuen Spargel anlegen, damit Spitzen- und Hobbyköche des Oderlands in den kommenden Jahren nicht leer ausgehen.

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