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Antworten und Tipps in Versammlung mit EMO-Abfallberaterin

Kleingärtner zu Müllgebühren verdonnert

Gabriele Rataj / 11.05.2014, 19:10 Uhr
Strausberg (MOZ) Seit dem 1. April dieses Jahres ist auch die Kleingartenanlage "Wiesengrund" an die Abfallentsorgung des Landkreises Märkisch-Oderland angeschlossen und jeder Pächter gebührenpflichtig. Richtig finden das die meisten nicht, wie das Treffen am Freitagabend zeigte.

"Willkür" sagen die einen, "Abzocke" nennen die anderen den Anschlusszwang, der nun auch vor ihrer 1977 gegründeten Kleingartenanlage nicht Halt macht. So recht einsehen mögen es in der KGA Wiesengrund mit 107 Parzellen die wenigsten. Deshalb haben sie ihren Vorstand nochmals zu einer Versammlung gedrängt.

Selbst wenn sich an der Tatsache nichts ändert, zumindest ihrem Ärger wollen die Kleingärtner - meist aus Strausberg, aber auch Berliner, Bernauer - Luft machen. "Als Bürger der Stadt wird man jetzt doppelt veranlagt!" "Wir bringen das Grillgut in Tupperdosen mit - die Verpackung bleibt zu Hause!" "Ich werde beauflagt und wenn ich fahrlässig dagegen verstoße, zahle ich Strafe!"

Tatjana und Doreen Blume, Veronica Schulz und Günter Cerveny haben - wie andere Wiesengrund-Pächter - viele Gründe parat, weshalb der Anschlusszwang aus ihrer Sicht ungerechtfertigt ist: Wir kompostieren und geben so noch kostenlos Gutes zurück! Bis maximal 25 Kilo je Abfallsack zusammenkommen, braucht man mehr als ein halbes Jahr! Dann kommen die Ratten, und es kostet wieder! Außerdem brennen ihnen zur Genüge Fragen unter den Nägeln, so: Wohin mit den Abfallsäcken am Entsorgungstag? Kann ich Widerspruch gegen den Gebührenbescheid einlegen (ja, doch ohne aufschiebende Wirkung)?

Peggy Thräne, Abfallberaterin im Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland (EMO), die am Freitagabend vom Vorsitzenden Eckhard Liebig eingeladen ist, erläutert die gesetzlichen Voraussetzungen und gibt geduldig Antworten. Denn es bleibt Fakt: Jetzt muss jede Person in der Anlage eine monatliche Grundgebühr von 64 Cent aufbringen - bei durchschnittlich zwei Personen je Kleingarten fallen damit jährlich 15,36 Euro an.

Darin sei aber vieles inbegriffen, von gefährlichen Abfällen und verbotswidrig Gelagertem bis zur Sperrmüllabholung, führt die EMO-Abfallberaterin auf. Die grauen 80-l-Abfallsäcke, die es zu 2,45 Euro in den im Abfallkalender genannten Verkaufsstellen gibt, stellen bereits eine Ausnahme auf Antrag dar, denn generell sind an befahrbaren Straßen Behälter Pflicht.

Es ist nicht die erste Versammlung dieser Art. Im gesamten Landkreis sind Erholungsgrundstücke und Kleingärten von den gesetzlichen Regelungen betroffen. Allein in Strausberg und Umgebung ist von 1605 Parzellen die Rede. Ein großer Teil der bestehenden KGA in MOL sei inzwischen angeschlossen und habe sich auf die Erfordernisse der kreislichen Abfallsatzung eingestellt, sagt Peggy Thräne. Bei den Restlichen greift die Regelung zukünftig.

Auch wenn sie nicht alle Antworten befriedigen, so zeichnet sich für die Gartenpächter doch auch ein gewisser Gestaltungsspielraum ab. "Manche KGA haben sich gemeinsame Papierbehälter oder Abfallsacksammelplätze angeschafft, sie eingehaust", verweist die Abfallberaterin auf Beispiele. Die Kontrolle darüber müsse allerdings der Verein übernehmen.

Eine zentrale Vereins-Sperrmüll-Aktion ist hingegen nicht möglich, da der Verein kein privater Haushalt ist und so nicht grundstücksbezogen abgerechnet werden kann. Als Gewerbe würde er ganz anders veranlagt werden. "Doch gerade über spezifische Verfahrensfragen sind wir immer zu Gesprächen bereit", sagt Peggy Thräne.

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