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Offenes Technologielabor nach österreichischem Vorbild geplant / Debatte in der Stadtpolitik beginnt nach der Kommunalwahl

Fünf Initiativen hoffen auf Kulturzentrum

Das Haus am Kupferhammerweg steht seit Ende des vorigen Jahres leer.
Das Haus am Kupferhammerweg steht seit Ende des vorigen Jahres leer. © Foto: Frieda Lichtenberg
Sven Klamann / 13.05.2014, 07:55 Uhr
Eberswalde (MOZ) Aus Österreich kommt nicht nur der schrille Sieger des Eurovision Song Contests, sondern auch das Konzept eines Offenes Technologielabors, das gleich fünf Eberswalder Initiativen zu der Idee für ein gemeinsames Kulturzentrum inspiriert hat.

Es geht um das auffällige Haus an der Bahnhofsbrücke, in dem sich zuletzt eine Tagesstätte der Volkssolidarität Barnim befand.In Eberswalde ist das Gebäude mit der Postanschrift Kupferhammerweg 1 noch als Sitz des Kommunikationszentrums "Wege zur Gewaltfreiheit" bekannt. Und vor der Wende wurden dort junge Männer für den Wehrdienst gemustert. Seit Ende vorigen Jahres gibt es keine Nutzer mehr - und die Stadt als Eigentümerin bietet die Immobilie zum Kauf oder zur Miete an.

Fünf starke Partner bekunden ihr Interesse an dem leer stehenden Haus: die Arbeitsgemeinschaft für Landschaftspflege, Naturschutz, Umweltbildung und Stadtökologie, kurz Alnus, die Freiraum-Initiative, der Hebewerk-Verein, der Tauschring Eberswalde und wandelBar. Zusammen treten sie dafür ein, den Leerstand kreativ zu nutzen und ein alternatives Kulturzentrum zu entwickeln. Nach dem Vorbild, aber nicht als Nachahmer von Martin Hollinetz aus Oberösterreich, der sein Konzept Anfang April bei einem Workshop im Eberswalder Stadtentwicklungsamt vorgestellt hat. Seine Offenen Technologie-Labore, als OTELO beworben, gibt es bereits in sieben Orten der Alpenrepublik, die zwischen 2200 und 60 000 Einwohner zählen. OTELO ist als anregende Freizeitstätte gedacht - offen für jedermann und mit spannenden Betätigungsmöglichkeiten. Den Machern in Oberösterreich schwebt ein einfacher Zugang zu den Anwendungsfeldern von Wissenschaft, Technik und Kunst vor. Überall ist der Aufbau ähnlich: Es gibt einen Gemeinschaftsraum samt Küche und mehrere Rückzugsmöglichkeiten für Kleingruppen. Überall verzichten die Kommunen darauf, Miete zu verlangen oder Betriebskosten zu erheben. Und überall kommen die Kommunen für schnelles Internet auf.

Auch die Eberswalder Initiativen setzen für das Gelingen ihres Konzeptes darauf, mietfrei sowie ohne finanzielle Belastung für Strom, Wasser, Wärme und Internet zum Zuge zu kommen. "Der Zwang, für Einnahmen zu sorgen, schadet der Kreativität", sagt Christoff Gäbler vom Hebewerk-Verein, der als Sprecher für das Kulturzentrum-Projekt in der Verantwortung steht. Den Vertreter aller fünf Initiativen ist klar, dass ihr Vorschlag den Haushaltsexperten im Rathaus und in der Politik nicht auf Anhieb behagen dürfte. "Auf der anderen Seite geben wir der Stadt und den Eberswaldern ja auch ganz viel zurück", findet Christoff Gäbler: Eine ortsbildprägende Immobilie werde vor dem Leerstand gerettet und die kulturelle Szene gewinne durch Vernetzung an Potential.

Nach der Kommunalwahl wollen die Kulturkämpfer mit der Überzeugungsarbeit in den Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung beginnen. Die Suche nach weiteren Verbündeten hat längst begonnen.

Bislang verfügen nur ALNUS und die Freiraum-Initiative über zentrale Anlaufstellen. Alle anderen treffen sich privat. Alnus nutzt Räumlichkeiten an der Hochschule, Freiraum ist immer wieder einmal Mieter auf dem Hinterhof der evangelischen Stadtkirchengemeinde an der Eisenbahnstraße 84. Der aktuelle Vertrag läuft bis Ende Juni.

Freiraum-Plenum zu den Plänen für das Kulturzentrum, offen für alle Interessierten, heute ab 19 Uhr an der Eisenbahnstraße 84

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