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Traditionelle Bahneröffnung

Pure Freude: Diese Nachwuchs-Leichtathleten des SC Frankfurt fühlen sich in ihrem Verein geborgen.
Pure Freude: Diese Nachwuchs-Leichtathleten des SC Frankfurt fühlen sich in ihrem Verein geborgen. © Foto: FOTO Michael Benk
Kerstin Bechly / 14.05.2014, 19:35 Uhr
Frankfurt (MOZ) Sonnabend erwartet der SC Frankfurt, der diesen Monat 20. Geburtstag feiert, zu seiner traditionellen Bahneröffnung fast 400 Leichtathleten aus 20 Vereinen. In 14 Kinder- und Jugend-Altersklassen stehen fast 20 Sprung-, Lauf- und Wurfdisziplinen zur Auswahl.

Seit 18 Jahren findet der Wettkampf auf dem Sportplatz Kieler Straße statt. Im Mai 1996 hatte der Sportclub die moderne Tartananlage mit einem Leichtathletikfest eingeweiht. Es stellte, wie 1997 der U 18-Länderkampf Deutschland-Polen, einen Höhepunkte in der jungen Geschichte des Vereins dar. Denn der SC Frankfurt war erst am 31. Mai 1994 gegründet worden. Im Vorgängerverein trainierten unter anderem Karin Balzer (1964 Olympiasiegerin 80 m Hürden) und Raimund Bethge (1969 EM-Fünfter 110 m Hürden).

Die Geschichte des Sportclubs spiegelt die politische und wirtschaftliche Entwicklung im Land und in der Stadt wider. "Nach der Wende konnten die Leichtathletik-Abteilungen von SV Preußen und Dynamo allein nicht weiter existieren. Die hauptamtlichen Trainer mussten sich neue Arbeit suchen. Die Abteilung hat sich von Preußen herausgelöst und für andere Leichtathleten geöffnet", erinnert sich Hartmut Schulze, der als ehemaliger Preußen-Vorsitzender und Landestrainer die Neugründung mit angeschoben hatte. Erster Vorsitzender wurde Klaus Borgwardt.

Schon 1997 wurde die Situation prekär, als das Bildungsministerium in Potsdam entschied, die Leichtathletikklasse der Sportschule aufzulösen. Hartmut Schulze trainierte fortan Nachwuchsathleten an der Sportschule Cottbus. Elf SC-Sportler gingen mit ihm. Andererseits schien der Verein um den neuen Vorsitzenden Jörg Möller und später Uwe Schwarz nach hartnäckigen Bemühungen eine Lösung für die Betreuung der Sportler gefunden zu haben. Die Stadt Frankfurt förderte für einige Vereine SAM-Stellen. Die unbefristete Übernahme der Leichtathletik-Trainerin Kerstin Möller wollte der SC gemeinsam mit der 1. Frankfurter Sportstätten GmbH garantieren. Doch das Finanzierungskonstrukt zerbrach 2002.

Der Verein nahm Kontakt zu Horst Fröhlich auf. Der Rentner mit langer Trainerlaufbahn übernahm das Haupttraining, am Anfang mit Kerstin Möller, die später in der Jugendarbeit eine feste Stelle fand. "Erst zu dieser Zeit trat mehr Ruhe in den Trainings- und Wettkampfbetrieb ein" resümiert Olav Senger, Vereinsvorsitzender seit 2002.

Nach der Verabschiedung von Horst Fröhlich Ende 2013 sichern derzeit neben Hartmut Schulze, der 2010 zum Verein zurückkehrte, 14 Übungsleiter und ein FSJler ehrenamtlich das Training für die allein rund 130 Kinder und Jugendlichen ab.

Trotz der turbulenten Entwicklungen sind die sportlichen Erfolge der Frankfurter beachtlich. Als Landesleistungsstützpunkt hat der Sportclub nach 1998 annähernd 15 Sportler an die Sportschulen nach Cottbus und Potsdam delegiert. Die Zahl aller Landesmeister und weiterer Medaillengewinner muss noch erfasst werden. Silvana Melchert wurde im Gründungsjahr über 300 m Hürden erste Deutsche Meisterin für den SC, Michelle Kluth holte im Hochsprung den ersten Landesmeistertitel. Später nahmen unter anderem Ronny Walter, Rayk Schulze, Kathleen Thiele und Katja Holzmann erfolgreich an Deutschen Jugendmeisterschaften teil.

Zu den Athleten, die zwischen 2001 und 2005 Normen für die höchsten nationalen Titelkämpfe erfüllten, gehörten Marie Zocher, Christopher Mietzner, Anne Marchewski und Laura Engelke sowie später Hannes Hähnel, Philipp Braschwitz und Nadine Möller. Seit 2010 starteten Marius Sperling, Leon Senger, Tim Bechly, Florian und Pascal Berthold sowie Friederike Lehmann bei deutschen Meisterschaften.

"Immer war es im Sportclub selbstverständlich, auch in Frankfurt zum sportlichen Stelldichein einzuladen", betont Olav Senger. Die Trimm-Trab-Bewegung, Hochsprung mit Musik mit dem Brenner-Gymnasium und die Hilfe bei den Kinder- und Jugendspielen sind inzwischen Geschichte, der Pokal um den Nikolausstiefel für Grundschulen neben Bahneröffnung und -abschluss weiterhin eine feste Größe. Sommersportfeste, der Lauf in den Frühling und die Fahrradtour in Familie sowie Fahrten zum Istaf zeugen von vielen geselligen Stunden.

Gegenwärtig sieht sich der Sportclub als ein "Verein, der Kindern und Jugendlichen eine wichtige Freizeitbeschäftigung bietet, bei der Spaß und Freude im Vordergrund stehen. Wer hohe sportliche Leistungen anstrebt, findet hier ebenfalls seine Möglichkeiten", fasst Olav Senger zusammen. Auch eine kleine Gruppe erwachsener Leichtathleten trainiert im Verein.

Nach dem Bahnabschluss im September soll gefeiert werden.

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