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"Kreuzberger Nächte" für Diensdorf-Radlow / Beppo Pohlmann singt in Schulscheune

"Applaus ist wie Sex"

Denkt auch mal um die Ecke: Beppo Pohlmann.
Denkt auch mal um die Ecke: Beppo Pohlmann. © Foto: MOZ
Manja Wilde / 15.05.2014, 07:04 Uhr
Diensdorf-Radlow (MOZ) Sein Lied "Kreuzberger Nächte sind lang" machte Beppo Pohlmann in den 1970er-Jahren mit den Gebrüdern Blattschuss bekannt. Noch heute fordert das Publikum den Gassenhauer bei jedem Auftritt. Am Sonnabend gastiert Pohlmann mit seinem Programm "Ich war mal schön" in Diensdorf-Radlow. Manja Wilde sprach mit ihm.

Herr Pohlmann, gibt es die "Kreuzberger Nächte" auch am Sonnabend?

Ich kann nicht auftauchen, ohne dass ich sie singe. Ich finde das nicht schlimm. Das Lied ist meine Lebensversicherung, es beschert mir meine Rente.

Hat sich das Lied verändert?

Nein. Im Soloprogramm ist es unplugged, so wie es mal war, bevor es auf die Platte kam. Und ich erzähle, wie es entstand.

Und, wie war das?

Ich habe es für den Geburtstag von einem Freund geschrieben. Dann ist es irgendwie bei Blattschuss ins Repertoire gekommen, durch Zufall auf die Platte und wurde Nummer eins Hit.

Anfangs gehörten Jürgen von der Lippe und Hans Werner Olm zu den Gebrüdern Blattschuss. Treffen Sie sich noch manchmal in Kreuzberg?

Wir treffen uns dann eher in Friedenau, weil ich dort wohne. Ein bis zweimal im Jahr sehen wir uns und telefonieren, wenn einer einen Tipp braucht.

Aber früher wohnten Sie schon in Kreuzberg.

Ja. Als das Lied rauskam, hatten wir aber schon die Wohngemeinschaft in Charlottenburg, weil es dort die besseren Kneipen gab, in denen man auftreten konnte.

Wofür steht Blattschuss?

Der Name sollte so eine Art Abkürzung für unser Programm sein: Beliebte Lieder, anspruchsvolle Texte, Tanz, Show, Comedy, Humor und schöne Stimmen. Und ein knalliges Wort eben.

Heute heißt Ihr Programm "Ich war mal schön". Klingt ein bisschen wehmütig ...

Ach! Das ist selbstironisch. Ich habe den Song mit diesem Titel gehört. Ein Bekannter hat ihn geschrieben. Ich fand ihn gut und habe ein Programm über das Älterwerden gemacht.

Was erwartet die Leute dabei?

Die Gags sind nicht so mit dem Holzhammer, sondern im besten Sinne altmodische Comedy, auch mal um die Ecke. Ich beziehe das Publikum ein, ohne jemanden vorzuführen.

Kennen Sie die Gegend um den Scharmützelsee?

Ich bin teilweise mit dem Fahrrad um den See gefahren. Ist eine schöne Gegend.

Neben Blattschuss und Soloprogrammen haben Sie als Gag-Autor für RTL gearbeitet, Projekte mit Hugo Egon Balder gemacht, waren beim "Blauen Montag" und im Quatsch Comedy Club. Gibt es aktuelle Projekte?

Ich schreibe kleine Sachen für eine Nachbarschaftszeitung. Für größere Projekte bin ich zu faul.Ich habe drei Jahre gebraucht, bis mein Weihnachtsprogramm stand. Ich schreibe jedes Vierteljahr ein Lied, das reicht. Meine Frau sagt immer: Schreib doch mal ein Buch. Aber dann sitzt man da vor den Seiten...

Haben sich die Ansprüche des Publikums an Unterhaltung geändert?

Lange Haare und 60er-Jahre gehen vielleicht nicht mehr, aber die Mechanismen, was man komisch findet, bleiben gleich. Heute kann man härter sein, mehr sexuelle Anspielungen machen. Ich muss das aber nicht haben, dass die Gürtellinie in den Kniekehlen hängt.

Apropos sexuelle Anspielung. Musiker sollen ja auch besonders gute Chancen bei Frauen haben.

Ich sehe mich als musikalischer Komödiant. Dass man geliebt werden will und beim anderen Geschlecht ankommen will, war sicherlich mit Motivation, das zu machen. Es geht schon um Anerkennung. Der erste Applaus ist wie der erste Sex - man weiß sofort, dass man das ein Leben lang weiter machen will.

Beppo Pohlmann, "Ich war mal schön", Sonnabend, 20 Uhr, Alte Schulscheune in Diensdorf-Radlow. Eintritt: 15 Euro. Reservierung unter 033677 178000 oder karten@Diensdorf-Radlow.de

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