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Steffen Sasse steht vor seinem 500. Liga-Einsatz für Preussen Eberswalde - und will noch längst nicht aufhören

Meilenstein für den Rekordkicker

© Foto: MICHAEL BENK
Christian Heinig / 22.05.2014, 21:07 Uhr
Eberswalde (MOZ) Was für ein Meilenstein: Steffen Sasse steht heute beim Spiel gegen Babelsberg 03 II vor seinem 500. Liga-Einsatz für den FV Preussen Eberswalde. Damit ist er einsamer Rekordspieler seines Klubs - und wird es vielleicht auf ewig bleiben.

Klar spürt er das Alter, seine 37 Jahre. Da zwickt es schon mal häufiger. Steffen Sasse ist da keine Ausnahme. Aber er ist ein echter Beißer, ein Malocher. Einer, der sagt: "Ich habe im Gegensatz zu manch anderem in all den Jahren nie ein einziges Spiel geschwänzt." Und weil er auch nie groß von Verletzungen geplagt war, kann Sasse, der Rekordkicker, an diesem Freitag bei der Brandenburgliga-Partie im Westendstadion gegen Tabellenschlusslicht SV Babelsberg 03 II (19.30 Uhr) einen weiteren Meilenstein schaffen: sein 500. Liga-Spiel.

"Das ist außergewöhnlich", sagt Christian Melchert, der Co-Trainer von Preussen, der sich gut vorstellen kann, dass Sasse damit ein Rekord für die Ewigkeit aufstellt. Und Melchert muss es wissen. Er pflegt immerhin seit acht Jahren, seit er als Coach bei Preussen arbeitet, die Computer-Datei, in der die Liga-Einsätze aller Fußballer des Klubs fortlaufend gelistet werden. Sie heißt "Ewige Motor-Statistik", und erinnert damit an die Zeit, als Preussen noch Motor hieß.

An die Zeit kann sich auch Sasse noch gut erinnern. Als er 1995, vor inzwischen 19 Jahren, bei Motor anfing, kickte der Klub in der 4. Liga. Mit dabei waren illustre Namen wie Türkiyemspor Berlin oder der 1. FC Magdeburg. Motor schloss die Serie als Fünfter ab, was der Verein auch Sasse zu verdanken hatte, der auf seiner linke Abwehrseite schon damals einen Angreifer nach dem anderen abgekocht hat. Sprungstark, laufstark, einsatzstark - so kennt man ihn bis heute. "Er hat viele Trainer erlebt und war dabei stets Stammspieler - das spricht für sich", sagt Melchert über Preussens Rekordspieler.

Sasse, der als Jugendlicher einst in Finow mit dem Fußball begonnen hat, erinnert sich bei der Frage nach seinem schönsten Spiel besonders gern an eine Partie im September 2005. Da war Motor beim Berliner Kult-Klub 1. FC Union Berlin zu Gast. "Das war schon grandios", erinnert sich Sasse, "vor 5000 Fans in der Altern Försterei anzutreten und gegen Mattuschka & Co. zu spielen."

Das Spiel endete 2:2. Einer der Torschützen damals für Motor: Torsten Maerz, der jetzige Preussen-Trainer. Maerz, der wie sein Co-Trainer große Stücke auf Sasse hält, liegt in der ewigen Spielerstatistik übrigens bei 246 Einsätzen und damit unter den Top Ten. Der Mann, der Sasse am nahesten kommt, ist Mittelfeldmann Matthias Schilling mit 415 Einsätzen. Gefährlich kann er dem Linksaußen Sasse aber nicht mehr werden, denn: Schilling hat 2008 sein letztes Spiel für die Eberswalder bestritten.

Bleibt noch die Frage: Wann bestreitet Sasse denn nun seine letzte Partie für seinen Heimatklub, wie er ihn nennt? "Ich fühl' mich noch fit und will dem Team mit meiner Erfahrung helfen", sagt er. Mit Gerd Pröger, der Preussen kommende Saison als Trainer übernimmt, sei bereits abgesprochen, dass er noch mindestens eine Saison dranhänge. Und dann? "Mal sehen", sagt Sasse mit einem Lächeln.

Sicher ist schon jetzt: Auch wenn er eines Tages aufhören sollte, sein Rekord wird so schnell nicht ins Wanken geraten.

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