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Theater Frankfurt bringt mit Generationenprojekt Lebensgeschichten auf die Bühne

Kunstvolle Erinnerungen

Jede Menge Erinnerungen: Eigene und anderer Leute Andenken haben die Akteure im Generationenprojekt zur Auseinandersetzung mit Biographien angeregt.
Jede Menge Erinnerungen: Eigene und anderer Leute Andenken haben die Akteure im Generationenprojekt zur Auseinandersetzung mit Biographien angeregt. © Foto: Theater Frankfurt
René Krempin / 23.05.2014, 06:21 Uhr
Frankfurt (MOZ) Am Sonnabend lädt das Theater Frankfurt zum Auftakt der Spielphase des Generationsprojektes ein. Schüler und Studenten, Schauspieler und Frankfurter Bürger sind dabei. Im Zentrum steht die kreative Auseinandersetzung mit Erinnerungen. Ein besonderer Aspekt ist der Brückenschlag zwischen Jung und Alt.

Alles begann vor etwa zwei Jahren mit einer Frage. Frank Radüg, Leiter des Theaters Frankfurt, wollte wissen, warum so viele junge Menschen aus Frankfurt wegziehen. Eine Antwort fand er nicht - im Gegenteil. Es stellten sich ihm weitere Fragen, auf die er keine Antwort wusste. Irgendwann hatte er ein weiteres, großes Fragezeichen vor sich. "Ich fragte mich, was Jung und Alt heute noch miteinander verbindet? Haben die verschiedenen Generationen gleiche Hoffnungen oder Sehnsüchte?" Als Psychologielehrer am Karl-Liebknecht-Gymnasium wollte er von seinen Schülern eine Antwort auf diese Fragen bekommen. Das Ergebnis überraschte ihn. "Ich stellte eine große Sprachlosigkeit und wenig Neugier fest."

Ausgehend von dieser Erfahrung übertrug Radüg das Thema auf das Theater Frankfurt. Er fragte sich, was die Akteure in den unterschiedlichen Altersgruppen gemein haben. Sprechen sie eine Sprache? "Wir stellten fest, dass Gemeinsamkeiten existieren wie Gefühle oder Hoffnungen. Sie machen sich aber an verschiedenen Geschichten und Gegenständen fest", erzählt er. Diese Erkenntnis führte ihn wiederum aus Sicht eines Theaterregisseurs zur spannenden Frage, wie Biografien in Bewegung, Tanz und Musik übertragen werden können. Die Idee für ein neues Theaterprojekt war somit geboren.

In den Folgemonaten setzten sich Akteure des Theaters sowie Schüler des Karl-Liebknecht-Gymnasiums systematisch mit den Lebenserfahrungen anderer Menschen auseinander. In Zusammenarbeit mit dem Verein "My Life - Erzählte Zeitgeschichte" aus Slubice wurden penibel die dokumentierten Biografien verstorbener und noch lebender Bürger aus der Grenzregion studiert. Auf Grundlage dieser Dokumente entwickelten Schüler, deutsche wie polnische Studenten, Schauspieler sowie Bürger aus beiden Städten an der Oder Theaterstücke, Tanz-Collagen und Gedichte.

Im November 2013 wurde der Öffentlichkeit eine Zwischenbilanz vorgestellt. Die Akteure präsentierten auch selbst entworfene Erinnerungsecken, in denen Andenken kombiniert wurden. Während der Veranstaltung hatten zudem die Besucher die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und Bilder zu gestalten.

Am Sonnabend tritt das Generationsprojekt nun in eine weitere Phase. Alle Gegenstände, die bisher im Zuge des Projektes entstanden sind, sollen zur Schau gestellt werden. Außerdem werden Szenen gespielt und Gedichte vorgetragen. Alle Aufführungen und Ausstellungsstücke vereint dabei eine "Rückkehrende Bewegung", wie Frank Radüg sagt. Im Kern gehe es bei allen Darbietungen um eine künstlerische Aufarbeitung von Erinnerungen. Insgesamt sind fünf Vorstellungen in den nächsten Monaten geplant. Für Schüler und andere Gruppen wird es Vormittagsvorstellungen in Frankfurt wie Slubice geben.

Sonnabend, 20 Uhr, Theater Frankfurt, Sophienstraße

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