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Feldpostbriefe mit berührendem Inhalt

Inga Dreyer / 03.06.2014, 00:33 Uhr
Wriezen (MOZ) "Es ist wichtig, dem schleichenden Prozess des Vergessens entgegenzuwirken", sagt Karsten Birkholz bei der Eröffnung der Feldpostbrief-Ausstellung des Vereins The Cold War Museum. Der Amtsdirektor des Amtes Barnim-Oderbruch ist Schirmherr der Ausstellung, die am vergangenen Freitag im Amtssaal in Wriezen feierlich eröffnet wurde. Die Ausstellung sei besonders wichtig, weil die Zeitzeugen weniger werden, betont Birkholz in seiner Rede. Er dankt Bärbel und Horst Simon für ihr Engagement. Das Ehepaar zeigt in der Ausstellung im Bunker Kunersdorf Feldpostbriefe, die deutsche Familien an ihre in der Normandie kämpfenden Ehemänner, Väter und Brüder geschickt hatten.

2014 jährt sich die Invasion der Westalliierten in der Normandie zum 70. Mal. Das Ehepaar Simon nahm dieses Datum als Anlass, die Ausstellung über die Fundstücke vorzubereiten, die ihnen über Freunde in die Hände gefallen waren. Die Eltern eines aus Frankreich stammenden Kanadiers hatten die Briefe in der Posttasche eines Wehrmachtssoldaten gefunden. In ihrer Rede dankte Bärbel Simon ihren kanadischen und französischen Freunden sowie einer Leipziger Familie, die Fotos aus ihrem persönlichen Archiv beigesteuert hatte. Auch den "vielen kleinen Helfern" gelte ihr Dank. Den Nachbarinnen etwa, die in Sütterlin geschriebene Briefe entzifferten und der Lehrerin, die polnische Briefe übersetzt hatte.

Martina Weyrauch, die Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung zeigte sich in ihrem Grußwort begeistert von dieser Form der Geschichtsvermittlung. Ziel der Landeszentrale sei, Projekte von aktiven Bürgern zu unterstützen. "Das ist eine tolle Form der historisch-politischen Bildung", betonte sie. Vorgelesene Ausschnitte aus den Feldpostbriefen vermittelten im Anschluss einen Eindruck von der Ausstellung. Einen besonders persönlichen und berührenden Einblick gab Edith Anna Haase, Zeitzeugin, Stadtführerin, und Moderatorin der Eröffnung. Sie las aus einem Brief vor, den ihr Vater aus Frankreich an ihre Mutter, "sein Annerl" geschickt hatte. "Ich weiß, dass meine Eltern sich sehr geliebt haben", erzählt Edith Anna Haase. "Feldpostbriefe Normandie 1944" ist eine Dauerausstellung und kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.

Anmeldung: Bärbel E. Simon, baerbelsimon@hotmail.com, Tel.: 0307451980

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