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Astrid Leberti wird böse für Neuruppin

Freut sich aufs Neuruppiner Publikum: Astrid Leberti alias Trud Minde in einer Pause zwischen den Proben. Foto: Daniel Dzienian
Freut sich aufs Neuruppiner Publikum: Astrid Leberti alias Trud Minde in einer Pause zwischen den Proben. Foto: Daniel Dzienian © Foto: Daniel Dzienian / MZV
Daniel Dzienian / 04.06.2014, 19:16 Uhr
Neuruppin (RA) Zum zweiten Mal ist die Neuruppiner Schauspielerin Astrid Leberti Teil des Ensembles beim großen Open-Air-Spektakel "Grete Minde". Aufgeführt wird es diesen Freitag, Sonnabend und Sonntag vor der Klosterkirche. Die Lokalmatadorin erzählt dem RA, wie die Proben bisher verliefen und wie es ist, in der Heimatstadt aufzutreten.

"In Neuruppin auf der Bühne zu stehen, ist eine schöne Besonderheit. Ich trete vor Leuten auf, die mich sonst sehen, wie ich in Jogginghosen meine Kinder vom Kindergarten oder der Schule abhole", sagt Leberti. "Es ist wirklich ein schöner Gedanke, wenn man weiß, man spielt vor Nachbarn, Freunden und Bekannten." Das heißt jetzt allerdings nicht, dass die Profi-Aktrice permanent dem Publikum zuzwinkern wird. "Das tut man nicht und dazu kommt man auch nicht. Wir alle stehen da oben und sind so auf unsere Rollen konzentriert, müssen teilweise Texte punktgenau auf Noten in der Musik sprechen, dass wir gar nicht merken, wie wir frieren oder wie uns Insekten in den Mund fliegen." Das Spiel ist so arrangiert, dass es kaum Gelegenheiten gibt, direkt ins Publikum zu schauen. Erst nach dem Auftritt erkennt man dann, wer wo sitzt, so Leberti. Die Freude über den Applaus sei in der Heimat natürlich immer größer.

Seit dem Jahr 2000 arbeitet Astrid Leberti für Film und Fernsehen. Sie hatte bisher Auftritte in Serien wie "In aller Freundschaft", "Einsatz in Hamburg" oder "Rosenheim-Cops". Dass die offenherzige und lebenslustige Frau nun ausgerechnet eine der kältesten Rollen des Fontane-Stückes spielt, hat ihr aber einige Mühe bereitet, verrät sie. "Eigentlich ist die Rolle des Bösewichts für Schauspieler ein Genuss. Man darf dann mal so richtig laut werden. An der Rolle der Trud hatte ich aber zu knabbern. Ich erlebe das zum ersten Mal", sagt Leberti. Als Schwägerin Trud Minde muss sie der armen Grete mit äußerster Herzlosigkeit begegnen. Ihre Figur ist mit schuld daran, dass Fontanes Hauptfigur erst sich und dann mit ihr die ganze Stadt Tangermünde ins Unglück stürzt. "Mit Trud verbindet mich nichts", gewährt Liberti Einblicke in die Gedankenwelt von Schauspielern. "Sie ist arm an Liebe. Mein Leben ist, so würde ich sagen, reich an Liebe. Ich musste mir eine eigene Biografie basteln, eine, die in Fontanes Geschichte gar nicht vorkommt. Nur so konnte ich Trud für mich nachvollziehbar machen. Was muss sie erlebt haben, um so zu werden? Sie selbst mag sich wohl am wenigsten. Sie hat den falschen Mann, keine Freunde. Es bricht mir regelrecht das Herz, wenn ich Grete auf der Bühne zurechtweisen muss." In der schweren Rolle muss sie übrigens sogar ein kleines Lied singen. "Das kriege ich schon hin", versichert sie lächelnd.

"Die Schauspieler-Kollegen und Regisseur Frank Matthus mag ich gern, die Proben machen mehr Spaß als Arbeit", sagt sie. "Ich kenne Frank schon eine Weile. Er ist sehr direkt, sehr klar und kann gut ausdrücken, was er will." Unter der Regie von Matthus hat sie diesen Winter in einer Theater-Tournee gespielt. Beim Theatersommer in Netzeband war sie 2012 die Alice in "Alice im Wunderland", allerdings nicht unter Matthus' Regie. "Natürlich gibt es Proben, die sehr ins Detail gehen, wo an einem Moment wieder und wieder gefeilt wird. Das ist nicht so mein Ding. Aber wenn wir dann einen kompletten Durchlauf machen, die Geschichte im Fluss ist, das ist dann wirkliche Freude." Und hat sie Lampenfieber? "Ich würde es eher als Kribbeln im Bauch beschreiben. Es ist ein wenig wie verliebt zu sein. Ich freue mich riesig, dass wir bald alles einem Publikum zeigen können."

Zum Schluss gibt Astrid Leberti allen Zuschauern noch einen ganz praktischen Tipp: "Auch wenn das Wetter schön sein soll, man sollte sich nicht genieren und sich ruhig eine Decke mitbringen. Abends wird es an der Kirche manchmal ganz schön kalt."

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