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Bei Eltern Meinungsverschiedenheiten über Einbeziehung der Kinder und Familien ins Sponsoring für einen Kleinfeldplatz

Neue Ideen für den Schulhof

Große Pause in der Biesenthaler Grundschule: Viel Platz zum Spielen und Toben haben die Jungen und Mädchen. Vor zwei Jahren ist der Schulhof neu gestaltet worden.
Große Pause in der Biesenthaler Grundschule: Viel Platz zum Spielen und Toben haben die Jungen und Mädchen. Vor zwei Jahren ist der Schulhof neu gestaltet worden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 05.06.2014, 03:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) In der Grundschule Biesenthal ist der Wunsch entstanden, auf dem Schulhof einen Kleinfeldfußballplatz anzulegen. Um das zu finanzieren, sind die Kinder aufgerufen, Flaschen zu sammeln und an einem Sponsorenlauf teilzunehmen. Diese Sponsoringmethoden stoßen bei einigen Eltern auf Kritik.

Die Sache ist nicht ganz einfach. Erst vor zwei Jahren ist für rund 100 000 Euro der Schulhof mit Bolzplatz, Klettergerüst und anderem mehr neu gestaltet worden. Sollte der Wunsch der Schule nach einem Kleinfeldplatz erfüllt werden, dann müssten weitere rund 70 000 Euro ausgegeben werden.

Um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen, haben die Initiatoren an der Schule Spendenaktionen auf den Weg gebracht. So sollen von den Kindern Pfandflaschen gesammelt werden, um den Erlös für die Schulhofumgestaltung zur Verfügung zu stellen. Eine andere ist ein Sponsorenlauf. Für den sollen Eltern, Freunde und Bekannte gewonnen werden, um für jede Runde einen bestimmten Betrag einzuzahlen. Dabei soll es allerdings eine Obergrenze geben, um bei besonders sportlichen Kinder, die viele Runden laufen können, die finanzielle Belastung in Grenzen zu halten.

Mit dieser Art des Sponsorings ist der Biesenthaler Andreas Wilknitz aber überhaupt nicht einverstanden. "Ich bin durchaus für Spendenaktionen, aber die Kinder sollten nicht in diesem Maße einbezogen werden", fordert er. Nach seiner Kenntnis ist das Ziel gestellt, dass jedes Kind für 25 Euro leere Pfandflaschen mitbringt. Das ist nach Worten des empörten Vaters nicht in Ordnung. Da könne er ihm gleich 25 Euro mitgeben, denn die Flaschen werden ja praktisch der Haushaltskasse entzogen. Und was sei mit Familien, die drei und mehr Kinder und vielleicht nicht so viel Geld haben, fragt er. Wenn Kinder nicht genug Flaschen mitbringen könnten, würden sie in eine schwierige Situation kommen, zumal an der Wandzeitung alle Kinder aufgelistet sind und für jede mitgebrachte Flasche ein Strich gemacht werde. Damit es für manche dann nicht so schlecht aussieht, haben schon Freunde für einige Kinder Flaschen mitgebracht. Vollkommen unakzeptabel sei darüber hinaus für ihn, dass sich der Sammeleifer auch in der Mitarbeitszensur niederschlagen soll. "Ähnlich kritisch sehen das auch einige andere Eltern", hat er erfahren. Seiner Meinung nach wären Kuchenbasare oder Trödelmärkte besser geeignet, um gemeinsam mit den Kindern Geld für den Kleinfeldsportplatz zu sammeln.

Schulleiterin Cornelia Grasse weiß zwar, dass es kritische Stimmen gibt, verweist aber darauf, dass die Vorschläge von den Schülern und den Klassensprechern gekommen sind. Ebenso habe auch die Elternkonferenz die Sache für gut befunden.

Eingehend auf die Kritik verweist die Schulleiterin unter anderem auf die jüngste Lehrerkonferenz. Dort sei besprochen worden, dass die Kollegen entsprechend auf die Kinder einwirken. Es solle vermieden werden, dass ein zu großer Druck für die Schülerinnen und Schüler und letztlich damit auch für die Familien entsteht. Jeder solle nur nach seinen Möglichkeiten mithelfen. Überdies seien Flaschenaktion und Sponsorenlauf nicht die einzigen Ideen, um Geld zu sammeln. Parallel soll es noch über den Förderverein Aktivitäten geben. Für den Kleinfeldplatz sind bis jetzt etwa 850 Euro zusammengekommen.

Außerdem beteiligt sich die Schule an einem Wettbewerb der Barmer Ersatzkasse um die Schule des Jahres, in dem es auch darum geht, aus dem alten Kohlelagerplatz ein grünes Klassenzimmer zu machen.

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