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Ministerin Sabine Kunst eröffnet Ausstellung zum 250. Geburtstag des Dichterpfarrers Schmidt von Werneuchen

Naturpoet als Aushängeschild

Erster Rundgang: Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Sabine Kunst (l.) betrachtet interessiert die Exponate, neben ihr Hinrich Enderlein, Schirmherr der Ausstellung.
Erster Rundgang: Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Sabine Kunst (l.) betrachtet interessiert die Exponate, neben ihr Hinrich Enderlein, Schirmherr der Ausstellung. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 09.06.2014, 20:31 Uhr - Aktualisiert 10.06.2014, 11:17
Werneuchen (MOZ) Eine Ausstellung zum 250. Geburtstag von Friedrich August Wilhelm Schmidt, genannt Schmidt von Werneuchen, ist am Pfingstsonnabend im Stadthaus von Kulturministerin Sabine Kunst eröffnet worden. Der Dichterpfarrer soll eines der Markenzeichen der Stadt werden.

Selbst die Großen seiner Zeit kamen an ihm nicht vorbei. Johann Wolfgang von Goethe, Jakob Grimm und später auch Fontane urteilten über ihn, der teils spöttisch als Natur- und Sandpoet bezeichnet wurde.

Ausstellungseröffnung "250.Geburtstag Schmidt von Werneuchen" mit Ministerin Dr. Sabine Kunst
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Der 1764 geborene Friedrich August Wilhelm Schmidt hinterließ eine umfangreiche Gedichtsammlung. Nach der Festveranstaltung in der Stadtkirche wurde im Anschluss daran im Stadthaus am Pfingstsonnabend die Ausstellung zum 250. Geburtstag Friedrich August Wilhelm Schmidts eröffnet.

Nach Worten der Brandenburgischen Kulturministerin Sabine Kunst anlässlich der Eröffnung fallen seine bescheidene Zufriedenheit und sein besonderer Blick für das Detail auf. Und gerade heute sei es aktuell, die Dinge im Kleinen zu betrachten. "Zwischen Aufklärung und Sturm und Drang schien damals manchen seine Kunst etwa abseitig, doch andere wiederum suchten seine Nähe", sagte die Kulturministerin über den Pfarrer und Dichter, der als Schmidt von Werneuchen bekannt wurde. Mit der Würdigung dieses Mannes werde zur Stärkung der regionalen kulturellen Identität beigetragen, die auch gerade in derLandespolitik einen Schwerpunkt bildet. Als besonderen Vertreter der Alltagskultur, ohne in Trivialität und Sentimentalität zu verfallen, schätzte ihn der Schirmherr der Ausstellung, der Vorsitzende des Landeskulturbundes, Hinrich Enderlein.

Darüber hinaus wurde auf der Veranstaltung zur Ausstellungseröffnung deutlich, dass nicht nur die Landespolitik, sondern auch viele Einwohner an Schmidt von Werneuchen interessiert sind. Dies zeigte schon allein die lange Dankesliste, die Bürgermeister Burkhard Horn vortrug. Besonders aber verwies er auf Thomas Raveaux, den Initiator der Ausstellung. Dank seines Engagements und seiner akribischen Arbeit sei sie überhaupt erst möglich geworden.

Raveaux selbst ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Er war bei einem Auftrag des Landeshauptarchivs zur Chronik Fahrlands, dem Geburtsort des Dichterpfarrers, auf Schmidt von Werneuchen gestoßen. Er fuhr deshalb nach Werneuchen, um dort in der Heimatstube mehr über ihn zu erfahren. "Da sah ich, dass ein Jubiläum bevorsteht und habe mich mit dem Bürgermeister Burkhard Horn kurzgeschlossen, aus diesem Anlass eine Ausstellung zu machen", schildert er den Werdegang.

Für Werneuchens Bürgermeister soll die Ausstellung aber erst der Anfang sein. Zusammen mit Thomas Raveaux plant die Stadt, ein Archiv aufzubauen, in dem alles zusammengefasst wird, was es hier und da im Land verstreut zu Schmidt von Werneuchen gibt. Dabei will Horn niemandem etwas wegnehmen. "Es könnten ja auch Kopien sein, die nach Werneuchen kommen", sagt er mit einem Lächeln. Auf jeden Fall soll Schmidt von Werneuchen ein Markenzeichen der Stadt werden. Das hat man sich mit 6000 bis 8000 Euro für die Ausstellung auch etwas kosten lassen. Auf die Bedeutung des Dichterpfarrers für den Tourismus, weist Carola Hain hin, die von der Ausstellung sehr angetan ist. Sie wohnt seit einigen Jahren in der Stadt und hat für die Schau ein Buch zur Verfügung gestellt

Die Besucher Werneuchens können nun im Stadthaus mehr über den Dichterpfarrer erfahren, von dem Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe schrieb: "Schmidt von Werneuchen ist der wahre Charakter der Natürlichkeit. Jedermann hat sich über ihn lustig gemacht, und das mit Recht; und doch hätte man sich nicht über ihn lustig machen können, wenn er nicht als Poet wirkliches Verdienst hätte, das wir an ihm zu ehren haben."

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