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Neonazi-Aufmarsch in Neuruppin geplant

Marschierte für die Rechtsextremen in Dresden: der Neuruppiner Stadtverordnete Dave Trick (rotes Shirt).
Marschierte für die Rechtsextremen in Dresden: der Neuruppiner Stadtverordnete Dave Trick (rotes Shirt). © Foto: Sören Kohlhuber / Freier
Daniel Dzienian / 10.06.2014, 10:39 Uhr
Neuruppin (RA) Gut ein Jahr lang Zeit haben die Neuruppiner, um sich auf einen neuen Aufmarsch von Rechtsextremisten in der Fontanestadt vorzubereiten.

Neonazis planen offenbar, im kommenden Sommer eine Demonstration in der Stadt. Dem RA liegen Informationen vor, wonach sogenannte "Freie Kameradschaften" und "Freie Kräfte" der rechten Szene in der Region Nordbrandenburg am 6. Juni 2015 eine Zusammenkunft unter dem Motto "Tag der deutschen Zukunft" organisieren wollen. Seit sechs Jahren begehen Rechte rund um den Tag des D-Day, also der Landung der Alliierten in der Normandie, einen Tag mit diesem Motto. Am Sonnabend marschierten zwischen 400 und 500 Neonazis der Szene durch den Dresdener Stadtteil Pieschen. Beatrice Koch, Anführerin der Freien Kräfte Neuruppin/Ost Havelland, hielt eine Rede, Rechtsextreme aus aus Wittenberge und Wittstock zeitgleich Flyer für den Aufmarsch im kommenden Jahr. Rund 2 000 Polizisten wurden zur Absicherung der Demo in der sächsischen Landeshauptstadt eingesetzt, hieß es von offizieller Stelle. Der Veranstaltung verlief friedlich. Die Zahl der Gegendemonstranten war nach Angaben der Sächsischen Zeitung etwas größer als die der Rechtsextremen. Aufgrund des umfangreichen Protestes musste die Demo vorzeitig abgebrochen werden. Im Vorjahr fand die Demo in Wolfsburg statt, 2012 in Hamburg.

Neuruppin wäre die kleinste Stadt, in der der "Tag der deutsche Zukunft" bisher stattfinden würde und die zweite in Ostdeutschland. Die Polizei der Direktion Nord war nach Auskunft eines Sprechers am Pfingstmontag noch nicht informiert über den Termin. Ordnungshüter der Mark dürften aber von den Plänen der Rechten bereits Kenntnis haben, da Polizeibeamte aus Berlin und Brandenburg zur Unterstützung nach Dresden beordert worden waren.

Neuruppin hat in den vergangenen Jahren zwiespältige Erfahrungen gemacht. Bei einem Aufmarsch von rund 120 Rechtsextremen im September 2011 waren etwa 400 Gegendemonstranten in der Fontane-Stadt zusammengekommen. Dabei waren Menschen aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten. Bei der Auflösung einer Sitzblockade wurde zahlreiche über Stunden von der Polizei eingekesselt. Ein Demonstrant wurde von einem Polizeibeamten geschlagen. Der Vorfall sorgte für ein juristisches Nachspiel, der Beamte wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Sollte die Demo im kommenden Jahr rechtzeitig blockiert werden, könnten die Rechtsextremen auch auf andere Städte der Region ausweichen. In Neuruppin hatte zuletzt im April 2012 ein Aufmarsch der "Freien Kräfte Neuruppin/Ost Havelland" stattgefunden. Damals kam es ebenfalls zu einer Blockade durch Gegendemonstranten. Die Demo wurde abgesagt.

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