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Asyl: Weniger Flüchtlinge kommen, Petition durch Kritiker

© Foto: Rachner
22.06.2014, 20:35 Uhr - Aktualisiert 22.06.2014, 20:40
Falkensee (MZV) In der Flüchtlingsunterkunft in Falkensee, die ab September gebaut werden soll, finden nach neuesten Angaben der Kreisverwaltung künftig 64 Menschen Platz, drei weniger als zuletzt erwähnt. Das teilte die Sprecherin des Runden Tisches, Waltraud Eckert-König, mit. Deren Mitstreiter wollen sich weiterhin für die Aufnahme von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Falkensee vorbereitend engagieren. Kritik gibt es dennoch, eine Petition liegt etwa dem Landtag vor.

Dass die Zahl der künftigen Bewohner der Flüchtlingsunterkunft erneut gesenkt worden sei, hänge jedenfalls mit der Einteilung der Wohn- und Funktionsräume in den beiden Häusern zusammen. Die künftigen Bewohner werden Dreier- beziehungsweise Vierer-Wohneinheiten mit je eigener Dusche und Kochgelegenheit beziehen können. „Durch eine Grundrissänderung, eines der beiden Häuser wird leicht gedreht, kann nun auch der erforderliche Kronenabstand zu einem als Naturdenkmal eingestuften Baum auf dem Grundstück gewahrt bleiben“, so Eckert-König.

In einer Diskussion sei aber deutlich geworden, dass zentrale Einwände der Anwohner nach wie vor bestehen. Diese beziehen sich, wie seit langem bekannt ist, auf die Größe des Bauvorhabens, die Nähe zu den Anwohnergrundstücken sowie baurechtliche Bedenken. In diesem Zusammenhang teilte Ines Jesse, Beigeordnete der Stadt Falkensee, mit, dass es eine Petition an den Landtag gebe, in der ein am Runden Tisch nicht namentlich genannter Beschwerdeführer das Vorgehen bei der Planung und Realisierung des Bauvorhabens kritisiere. Die Informationspolitik und Bürgerbeteiligung im Vorfeld und während der Planungsphase durch den Landkreis und die Stadt sei unzureichend gewesen. Darüber hinaus passe das geplante Übergangswohnheim nicht in die bereits vorhandene Umgebungsbebauung.

Der Dezernent des Landkreises Wolfgang Gall betonte mit Blick auf die baurechtlichen Bedenken, der Landkreis berücksichtige alle gesetzlichen Bestimmungen und werde auch in Zukunft je nach örtlichen Gegebenheiten neu entscheiden müssen, wo leer stehende Gebäude und Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden können und wo, wie in Falkensee, ein Neubau erforderlich sein werde. Fest stehe allerdings, so Gall: „Wir werden auch künftig unseren Verpflichtungen was die Unterbringung von Flüchtlingen angeht nachkommen. Eine Unterbringung in Containerunterkünften wird es im Landkreis Havelland auch in Zukunft nicht geben. “

Aus dem Kreis der Teilnehmer gebe es eine Reihe von Anregungen zu Veränderungen im Detail. In diesem Zusammenhang habe die Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Stadt Falkensee, Manuela Dörnenburg, daraufhin gewiesen, dass der gegenwärtige Planungsstand dem Kriterium der Barrierefreiheit noch nicht gerecht werde. Verabredet wurde, dass Martin Felstow, Amtsleiter für Gebäudemanagement beim Landkreis, Anfragen und Anregungen aus diesem Kreis zur weiteren Beratung in seine Behörde mitnimmt und dem Runden Tisch eine Erwiderung zukommen lässt.

 

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