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Bürgermeisterkandidaten für Bernau und Eberswalde benannt / Kreisparteichef Walter wiedergewählt

Linke will zwei Rathäuser erobern

Sabine Rakitin / 23.06.2014, 08:00 Uhr
Zepernick (MOZ) Mit dem Biesenthaler André Stahl in Bernau und Volker Passoke in Eberswalde wollen die Linken am 14. September zu den Bürgermeisterwahlen in Barnims beiden größten Städten antreten. Das hat der alte und neue Kreisvorsitzende Sebastian Walter am Sonnabend verkündet.

Sebastian Walter weiß, was er am 14. September will: mit Margitta Mächtig, Ralf Christoffers und Michael Luthardt zur Landtagswahl wieder alle drei Direktmandate im Barnim holen und bei den Bürgermeisterwahlen in Bernau und Eberswalde die Rathäuser für die Linken erobern. "Wir haben hier die Pflicht als stärkste politische Kraft einen Kandidaten aufzustellen mit dem klaren Ziel, diese beiden Städte endlich sozial gerecht zu regieren - mit einem linken Bürgermeister", schwört der 24-Jährige seine Genossen auf der Mitgliederversammlung am Sonnabend in Zepernick ein.

Der Britzer gibt sich bestens informiert über die Situation in Bernau. Es habe sich nach der Kommunalwahl gezeigt, dass es eben keine klaren Verhältnisse in der neuen Stadtverordnetenversammlung zur Frage Gebühren- oder Beitragsmodell gebe, sagt er. "Diese Stadt muss endlich eine Lösung finden, die nur ein Kompromiss sein kann. Sie braucht einen Neubeginn mit einem Bürgermeister, der unbelastet in den Wahlkampf gehen und der diese Stadt wieder nach vorn bringen kann". Deshalb freue er sich sehr, "dass Andre Stahl der Bitte des Stadtvorstandes nachgekommen ist und für das Amt des Bürgermeisters kandidiert", verkündet Walter. Der langjährige ehrenamtliche Bürgermeister von Biesenthal habe "genügend Erfahrung und Wissen, um dieses Amt im Interesse der Mehrheit der Bernauer ausfüllen zu können. Er ist der beste Kandidat für dieses Amt. Er ist jemand, der Bernau wieder eine Perspektive geben kann und dafür sorgt, dass die Bernauer wieder stolz sein können auf ihre Stadt", meint Walter fast beschwörend.

Ganz sicher ist er sich offenbar nicht, ob die Bernauer Linken den Juristen aus Biesenthal mit eigener Kanzlei in Bernau genauso sehen wie er. Deshalb setzt der 24-Jährige noch hinzu, die Zeit der Grabenkämpfe müsse vorbei sein und der Kreisverband in Gänze die beiden Bürgermeisterkandidaten nach Kräften unterstützen.

Denn auch Volker Passoke, den Linke-Kandidat für Eberswalde, hält Walter für die erste Wahl. In der Kreisstadt gehe es darum, "in Konkurrenz zu einem Bürgermeister anzutreten, der keinen Pressetermin auslässt, in dem er mal wieder ein Band durchschneiden darf", kommentiert er ironisch. Ja, die Stadt sei schöner geworden - und auch selbstbewusster. " Aber das hat wenig mit der Arbeit des Bürgermeisters zu tun. Denn die sozialen Probleme, wie steigende Mieten und das Auseinanderdriften der Stadtteile, werden von ihm nicht beachtet", stellt er fest."Wir brauchen in Eberswalde jemanden, der eine Vision hat für eine Stadt im Nordosten des Barnims auf der Achse Berlin Stettin. Diese Stadt hat mehr Potenziale, die gehoben werden müssen." Volker Passoke sei der bessere Bürgermeister, ist Walter überzeugt und rechnet sich gute Chancen aus, mit dem Juristen, der im Kreistag saß und in der Stadtverordnetenversammlung als Finanzexperte gilt, das Eberswalder Rathaus erobern zu können.

Widerspruch wird an diesem Sonnabend in der Mitgliederversammlung nicht laut. Im Gegenteil: Der Beifall, mit dem die Barnimer Linken die Rede ihres Vorsitzenden quittieren, ist durchaus wohlwollend. Und das Votum, das er später erhält, als er sich erneut zur Wahl als Kreisparteichef stellt, ist eindeutig: 84 Ja-Stimmen, keine Nein-Stimme, drei Enthaltungen.

In den neuen Kreisvorstand der Barnimer Linken wurden gewählt: Sebastian Walter - Britz (Vorsitzender), Sabine Stüber -Chorin (1. Stellvertreterin), Thomas Sohn - Bernau (2. Stellvertreter), Ulrike Glanz - Bernau (Schatzmeisterin), Frank Müller - Ahrensfelde (Kreisgeschäftsführer), Karin Wagner - Eberswalde, Bärbel Mierau - Bernau, Marco Skupien - Wandlitz, Lutz Kupitz - Bernau

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Luisa Schön 23.06.2014 - 17:02:27

VIEL GLÜCK!!!

Na endlich! Nun ist es gelungen, die Linke hat einen Kandidaten gestellt, der die Größe hat, ein guter Bürgermeister zu sein. Unbelastet in den Wahlkampf? Wer ist das heute schon? Herr Stahl ist doch der Einzige, der einen machbaren Vorschlag in Richtung Beitragserhebung gemacht hat. Wer sonst noch hat sich mit dem Thema so auseinandergesetzt, dass ein Kompromiss überhaupt möglich ist? Bernau braucht einen Bürgermeister, der nicht aus der Bernauer Verwaltung kommt! Frischer Wind tut uns allen gut! Und so hoffe ich, dass sich ein paar Fraktionen zusammen tun und Herrn Stahl bestärken und endlich mal einen richtigen Wahlkampf machen! VIEL GLÜCK!!!

Max Drews 23.06.2014 - 16:22:56

Armselig

Ein Britzer will wissen, was für Bernau gut ist - oh je. Er gibt sich informiert und kann doch das Wahlergebnis für die Bernauer Stadtverordnetenversammlung nicht richtig interpretieren. Ein Ergebnis ist eben die Notwendigkeit eines Kompromisses in den Gebührenfragen des WAV. Und dann der Kandidatenvorschlag für den Bürgermeisterposten in Bernau - wieder ein Fremdarbeiter. Da entsteht doch die Frage - muss dies sein? Dann die Begründung für diesen Kandidaten mit den Worten des Kreisvorsitzenden der Linken im Barnim unter anderem: "Sie (die Stadt Bernau) braucht einen Neubeginn mit einem Bürgermeister, der unbelastet in den Wahlkampf gehen und der diese Stadt wieder nach vorn bringen kann." Große Worte. Kann eine Person, die in Biesenthal wohnt und damit im Bereich des WAV wohnt und ehrenamtlicher Biesenthaler Bürgermeister ist, unbelastet in den Wahlkampf gehen? Unzutreffender kann eine Begründung wohl kaum sein. Da stellt sich noch eine Frage - wo bleiben die Bernauer Linken? Wenn offenbar nicht einmal der Kreisvorsitzende sie kennt - die Meinung der Bernauer Linken und daher auf zu vermeidende Grabenkämpfe verweist. Dies liest sich schon komisch.

Günter 23.06.2014 - 15:58:20

Thomas Maurer@

"Der langjährige ehrenamtliche Bürgermeister von Biesenthal habe "genügend Erfahrung und Wissen, um dieses Amt im Interesse " Hubert Hanke ist auch kein Bernauer.

Thomas Maurer 23.06.2014 - 09:27:00

Britzer und Biesenthaler Belehrungen für Bernau

Ein Britzer Student will uns Bernauer darüber belehren, dass wir nur durch einen Biesenthaler wieder stolz auf Bernau sein können. So viel undemokratische Anmaßung hätte ich von den Linken nicht erwartet.

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