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Jugend fährt auf Brückenplatz ab

Skater am Brückenplatz: Seit kurzem gibt es dort eine Halfpipe, die rege genutzt wird, wie von Tom Gieszner und Valentin Porsch. Dass der Platz heute so aussieht, wie er aussieht, ist dem Verein Slubfurt zu verdanken. Er bot anderen Vereinen, Initiativen
Skater am Brückenplatz: Seit kurzem gibt es dort eine Halfpipe, die rege genutzt wird, wie von Tom Gieszner und Valentin Porsch. Dass der Platz heute so aussieht, wie er aussieht, ist dem Verein Slubfurt zu verdanken. Er bot anderen Vereinen, Initiativen © Foto: René Krempin
René Krempin / 26.06.2014, 18:28 Uhr - Aktualisiert 26.06.2014, 22:00
Frankfurt (MOZ) Der "Brückenplatz/Plac Mostowy" nahe der Stadtbrücke besteht seit genau einem Jahr. Das Projekt des Vereins Slubfurt bietet Vereinen oder Initiativen die Chance, ein Stück öffentlichen Raum mitzugestalten. Das beispielhafte Projekt stützt sich dabei auf ein breites bürgergesellschaftliches Engagement.

Sonntagabend, 20 Uhr. Die Sonne kämpft sich durch eine lose Wolkendecke, wirft letzte Lichtkorridore auf den grünen Platz, bevor sie hinter einem dunklen Hochhaus ganz verschwindet. Vier Jugendliche in unterschiedlichem Alter stehen um eine Rampe, unter Skatern Half-Pipe genannt. Ihre Köpfe wandern gleichzeitig nach rechts, dann nach links, diese synchronen Kopfbewegungen kennt man sonst nur von Tennisturnieren. Die Augen der Jugendlichen folgen dem Skater auf der Rampe, der mit seinem Skateboard schwungvoll von einer Seite zur anderen fliegt. Hoch und runter, von links nach rechts, von rechts nach links. Erst als sich das Brett unter seinen Füßen löst und laut polternd auf der Rampe landet, wird die Trance der Zuschauer unterbrochen - und der Nächste ist dran.

Der 15-jährige Tom Gieszner greift nach seinem Skateboard und betritt die Bühne. Erst in einem langsamen, dann in einem immer schnelleren Tempo rollt er von einer Seite zur anderen. Mit jedem Schwung wird der Ritt auf der Half-Pipe schneller, und die Aufmerksamkeit der herumstehenden Zuschauer ihm sicherer. Fast jeden Nachmittag oder Abend verbringt er hier. Wenn nicht die Schulbank der Oberschule Ulrich-von-Hutten ruft, dann seit kurzem die Half-Pipe auf dem neuangelegten "Brückenplatz/Plac Mostowy", ein Projekt des Vereins Slubfurt, das den Bürgern von Slubice und Frankfurt mit der Fläche zwischen Oderbrücke und Magistrale ein Stück öffentlichen Gestaltungsraum in die Hände legte.

Dem Projekt "Brückenplatz/Plac Mostowy" gehe es um die Übernahme von Verantwortung für die Entwicklung einer Stadt, wie es der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Slubfurt Michael Kurzwelly beschreibt. Es gehe dabei um eine "regionale Identität" und darum, dass Demokratie "nicht nur die Delegation von Verantwortung an Politiker, sondern auch aktive Beteiligung" bedeute, so Kurzwelly weiter. In Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Innenstadt-Beresinchen und dem Verein Flexible Jugendarbeit Frankfurt, mithilfe der Stadtverwaltung und einzelner Akteure wie beispielsweise Grzegorz Filewicz, dem Tom Gieszner und sein Freund Valentin Porsch den Bau der Half-Pipe zu verdanken haben, konnte aus einer bloßen Idee ein Beispiel für eine grenzüberschreitende Bürgergesellschaft werden.

Wenn heute Passanten über den Platz gehen, dann bleiben viele stehen. Neugierig zieht es sie zu den gelben, roten, blauen und schwarzen Liftfasssäulen. Nummer sechs, die gelbe Säule, erzählt die Geschichte der Grenzanlagen der Stadtbrücke. Eine andere informiert über weitere Projekte des Vereins Slubfurt. Einwohner wie die Polin Wioletta Bahyrycz schlagen gerne den Weg durch den Brückenplatz ein. Gemütlich schiebt die 36-Jährige ihr Fahrrad an den Anschlagssäulen vorbei. Jeden Tag vor und nach der Arbeit komme sie hier vorbei, so Bahyrycz. "Der neue Platz gefällt mir sehr gut", sagt sie.

Bei einem ganztägigen Programm feierten Beteiligte und Gäste vergangenen Freitag den ersten Geburtstag des Projektes. Wie viele noch folgen werden, ist jedoch ungewiss. Der neue Erlebnis- und Freizeitraum ist nur eine Zwischennutzung. Die Half-Pipe, der BMX-Parcours, das Volleyball-Feld, der Bouleplatz, die Grill- und Lagerfeuerstelle sowie die sieben Liftfasssäulen, die alle zum Ensemble "Brückenplatz/Plac Mostowy" gehören - sie alle müssen möglicherweise 2017 dem Bau eines Einkaufscenters weichen. Tom Gieszner und Valentin Porsch müssten sich dann einen neuen Ort suchen, um ihre Skateboard-Künste der Öffentlichkeit zeigen zu können. Sie scheinen sich mit der Zwischenlösung sehr wohl zu fühlen.

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Darth Vader 27.06.2014 - 23:26:11

Name falsch :-(

Tom Gießler heißt der gut !

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