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Mehr als 1000 Menschen demonstrieren gegen Großmastanlage in Haßleben

dpa / 29.06.2014, 14:00 Uhr - Aktualisiert 29.06.2014, 17:27
Haßleben (dpa) Der Streit um die Wiederbelebung der alten DDR-Anlage dauert seit mehr als zehn Jahren an. Der Investor wollte dort zunächst etwa 80 000 Tiere mästen. Genehmigt wurden ihm weitaus kleinere Mengen. Gegner wollen das Projekt komplett stoppen. Rund 1000 Menschen haben am Sonntag laut Veranstalter gegen eine geplanten Großmastanlage in Haßleben (Uckermark) protestiert.

Sie forderten die rot-rote Landesregierung auf, die Genehmigung für die Wiederbelebung der alten DDR-Anlage zu überprüfen. "36 000 Schweine am Rande eines Naturschutzgebietes in der Uckermark zu halten - das ist aus ökologischen, ethischen und bäuerlichen Gesichtspunkten ein Super-Gau der Landwirtschaft", sagte Jochen Fritz, Sprecher des Bündnisses "Wir haben es satt". "Diese Anlage verhöhnt jeden Ansatz von Tier- und Verbraucherschutzgesetz", meinte Renate Seidel, Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Brandenburg.

Mehr als 1000 Menschen haben am Sonntag gegen die Massentierhaltung in Haßleben protestiert.
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Demonstration gegen Großmastanlage in Haßleben

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Zu der Demonstration mit Sonntagspaziergang und Protest-Picknick kamen laut Veranstalter zahlreiche Umwelt- und Tierschützer aus Berlin in das rund 80 Kilometer entfernte Haßleben. Auch aus der Uckermark selbst hätten sich sehr viele Menschen beteiligt. "Eine Landwirtschaft, in der Tierwohl und Nachhaltigkeit im Zentrum stehen, ist nur möglich mit ökologischen und konventionell wirtschaftenden bäuerlichen Familienbetrieben", betonte Bio-Landwirt Frank van der Hulst aus der Uckermark. "Es gibt Paare, die führen ein Liebesleben. Rot-Rot in Brandenburg genehmigt sich ein Haßleben", kommentierten die brandenburgischen Grünen den Protest. SPD und Linke sollten lokale Initiativen und Bündnisse ernst nehmen, meinte Axel Vogel, Spitzenkandidat der Partei im Landtagswahlkampf.

Am vergangenen Donnerstag hatten bereits knapp 50 Tiermastgegner vor dem Potsdamer Landtag mit einem Rudel Bio-Schweine gegen industrielle Tierhaltung protestiert. Derartige Vorhaben in Brandenburg will ein Agrarbündnis mit der Volksinitiative "Stoppt Massentierhaltung" verhindern. Binnen eines Jahres will die Initiative 20 000 Unterschriften sammeln. Mitte Mai - knapp zwei Monate nach dem Start - lag bereits mehr als die Hälfte vor.

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