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Zum legendäre Treffen kamen am Wochenende wieder zahlreiche Liebhaber der AWO-Motorräder nach Danewitz

"Du musst ein Schrauber sein"

Schau alter Technik: Rund 170 AWO- und einige EMW-Motorräder waren am Sonnabend auf der Festwiese in Danewitz zu bewundern. Die Fahrer fachsimpelten ausgiebig miteinander und gaben sich wertvolle Tipps.
Schau alter Technik: Rund 170 AWO- und einige EMW-Motorräder waren am Sonnabend auf der Festwiese in Danewitz zu bewundern. Die Fahrer fachsimpelten ausgiebig miteinander und gaben sich wertvolle Tipps. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 29.06.2014, 20:25 Uhr
Danewitz (MOZ) Alljährlich kommt das kleine Feldsteinbackofen-Dorf Danewitz ganz groß raus. Dann treffen sich dort die Liebhaber der legendären AWO-Motorräder. An diesem Wochenende war es wieder soweit.

Der Sound ist satt und klar und er ist vor allem unverkennbar - jedenfalls für die richtigen Fans. Ralf, der junge Mann in Lederhose und schwarzem T-Shirt, lässt den Motor aufheulen. Die um die Maschine stehenden Männer nicken anerkennend. "Das ist eben eine richtige AWO", sagt ein Mittfünfziger.

Der Niederbarnimer AWO-Stammtisch hat das Treffen auf der Festwiese des Biesenthaler Ortsteils organisiert. Inzwischen zum 18. Mal, wie Christian Schmidt stolz sagt. "Es ist eine große Familie geworden". Die Liebhaber der Vier-Takter, die von 1950 bis 1961 hergestellt wurden, kommen aus allen Regionen Deutschlands. Viele aus Sachsen, aber auch Hamburger, Potsdamer, Prignitzer sowie Österreicher und Polen reisten oft hunderte Kilometer an, um in Danewitz dabei zu sein. "Da gibt es Leute, die bekommen Hartz IV, andere haben mittelständische Unternehmen", so Schmidt.

Bereits am Freitag trafen die ersten Fans mit ihren Maschinen ein. Rasch wurden die Zelte aufgebaut, anschließend war Zeit für Gespräche. "Da wird natürlich auch mal gefragt, wie es den Kindern geht", berichtet Schmidt. Gemeinsam schaute man sich auch Videos vorangegangener Treffen an.

Nach dem Ausschlafen starteten die Fahrer am Sonnabendmittag zu einer Ausfahrt. Das Ziel war diesmal eine Kart-Strecke in der Nähe. Dort wurde die Rennsporttechnik der AWO RS vorgestellt.

Zurückkehrt nach Danewitz standen dann einige Spiele, die immer irgendetwas mit der AWO zu tun hatten, auf dem Programm. Und natürlich wurde auch wieder gefachsimpelt. Wo bekommt man ein bestimmtes Teil her? Wie pflegt man die Maschine richtig? Welches Öl ist besser? Die Fans hatten viele Fragen.

Mit dabei war auch Dieter Pohl, der in der Szene nur als "Paule" bekannt ist. Der Bernauer zählt schon 77 Jahre und gehört damit sicher zu den ältesten Teilnehmern. Er besitzt eine original Touren-AWO, Baujahr 1959. "Meine erste Maschine der Marke hatte ich mir schon drei Jahre früher gekauft", erzählt Pohl. Danach habe er auch andere Motorräder gefahren, sein Herz hänge jedoch an der AWO.

Christian Schmidt kann sich unterdessen noch an die AWO seines Vaters erinnern. Die hatte er Ende der fünfziger Jahre gekauft, wenig später kam ein Beiwagen dazu. "Das war ein richtiges Arbeitstier in der Gärtnerei", erinnert sich der 39-Jährige. Rund 80 000 Kilometer legte die Maschine in ihrem Leben zurück. Irgendwann wurde die AWO dann restauriert.

Schmidts heutiges Motorrad wurde "aus Resten" zusammengebaut, wie er sagt. Die Teile mussten billig sein und eben passen. Das Besondere: Die Maschine hat statt einer Tele- eine Schwinggabel. "Für ein Gespann ist das besser". Und worin besteht die Faszination der AWO? Schmidts Antwort kommt sofort: "Du musst Schrauber sein oder Du verzweifelst an dem Gerät".

Eine 16-köpfige Gruppe aus Kamenz hatte diesmal eine besonders weite Anreise. "Wir sind am Montag zu Hause gestartet und dann über das polnische Danzig und die Insel Usedom nach Danewitz gekommen", berichtet Ralf Hartmann. Genau 1275 Kilometer hatten sie dabei unter ihre Räder genommen. Die Motorrad-Freunde aus den sächsischen Landen kommen seit 15 Jahren zum AWO-Treffen. "Das ist Technik von früher, die heute noch funktioniert", sagt Hartmann über die Maschinen. Und so ganz nebenbei mache das Fahren "einfach riesigen Spaß".

Mit einem Konzert der Band "Ray Allen" klang der Samstag aus. Am Morgen danach machten sich die Fahrer dann wieder auf den Weg in ihre Heimat.

Der Niederbarnimer AWO-Stammtisch trifft sich übrigens jeden Mittwoch ab 19.30 Uhr im "Alten Dorfkrug" Danewitz.

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