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Feuerbekämpfung dauert mehr als 20 Stunden / 102 Feuerwehrleute im Einsatz / Schaden über eine Million Euro

Großbrand auf dem Ökohof

Löschen mehr als 20 Stunden: Von insgesamt 102 Feuerwehrleuten sind in den frühen Mittagsstunden immer noch rund 30 Kräfte im Einsatz.
Löschen mehr als 20 Stunden: Von insgesamt 102 Feuerwehrleuten sind in den frühen Mittagsstunden immer noch rund 30 Kräfte im Einsatz. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 30.06.2014, 19:25 Uhr - Aktualisiert 30.06.2014, 22:00
Brodowin (MOZ) Lichterloh brannten am Sonntag zwei Lagerhallen. Es rückten 102 Feuerwehrmänner aus. Landmaschinen, Stroh und das gesamte Kraftfutter sind zerstört. Der Schaden wird auf über eine Million geschätzt. Kälber erlitten Rauchvergiftungen. Eins ist bereits gestorben.

Ein Großbrand vernichtete am Sonntag zwei Lagerhallen des Landwirtschaftsbetriebes Ökodorf Brodowin. Der Schaden beläuft sich auf etwa 1,2 Mio. Euro. Menschen wurden nicht verletzt. Wie es zu dem Brand kam , ist bisher ungeklärt. Mehr als 100 Feuerwehrmänner  und- frauen aus dem Amt Britz-Chorin -Oderberg waren mehr als 24 Stunden  im Einsatz.
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Feuer vernichtet zwei Lagerhallen

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Der Brand wurde am Sonntag um 15.10 Uhr gemeldet, nun ist es Montag 11 Uhr und er ist immer noch nicht vollständig bekämpft. Zwei ausgebrannte Lagerhallen, jede 1500 Quadratmeter groß. Über dem Demeterhof steht der Qualm. Es riecht nach verkohltem Holz und Kunststoff. In den Hallen vernichtetes Kraftfutter, Stroh, geplatzte Ziegel. Davor ein rußschwarzer, deformierter Anhänger, daneben Löschfahrzeuge. Einige der 30 sich immer noch im Einsatz befindenden Feuerwehrleute löschen weiter, es schwelt noch in der linken Halle. Andere liegen erschöpft im Gras. Die jetzt noch da sind, halten bereits seit 20 Stunden die Stellung, wechseln sich ab. Richten von allen Seiten Feuerspritzen auf die übriggebliebenen schwarzen Strohhaufen. Wollen die gefährlichen Glutnester bekämpfen, die sich verstecken.

René Dörbandt, Amtsbrandmeister von Britz-Chorin-Oderberg, hat den Einsatz vor Ort geleitet. Er kennt das Gelände gut, da er für den Demeterhof Gemüsekisten ausfährt. Einige der 102 Feuerwehrfrauen und -männer, die gelöscht haben, arbeiten für das Ökodorf. Aus Brodowin waren die Ersten schon nach nicht mal fünf Minuten vor Ort. Insgesamt eilten sie mit 19 Löschwagen aus zwölf Wachen herbei. Aus Brodowin, Sandkrug, Lunow, Britz, Parstein, Stolzenhagen, Oderberg, Chorin, Serwest, Neuehütte, Lüdersdorf und Senftenhütte.

Hofladenmitarbeiterin Marion Lemke hat die Feuerwehr alarmiert: "Zwei Gäste kamen auf mich zu, sie hatten Rauchschwaden gesehen."

"Neben Futter und Stroh sind ein Anhänger, ein Traktor mit Futtermischwagen und eine Getreidereinigungsmaschine zerstört worden", sagt Dörbandt. Den Brand in der rechten Halle hätten sie gegen 5 Uhr morgens gelöscht, den in der linken Halle hoffen sie bis 14 Uhr unter Kontrolle zu bekommen. "Wir legen das übrige Stroh nun auf einer nahgelegenen Wiese aus, damit es auskühlen kann."

Die größte Gefahr habe für die 35 Kälber bestanden. Die Jungtiere, die von über einer Woche bis zu drei Monate alt sind, befanden sich in mobilen Stallungen ganz in der Nähe des Feuers. "Da sie auf Stroh stehen, hätte ein Funke genügt", sagt Pressesprecherin des Ökobetriebes Franziska Rutscher. "Dank der Hilfe unserer Besucher konnten wir sie schnell evakuieren." Rutscher ist froh darüber, dass die Flammen wegen des Westwindes nicht auf den Milchkuhstall übergegriffen haben. Zum Hof gehören 200 Milchkühe. Im Stall habe sich die Melkanlage befunden.

Laut Matthias Franke, dem Bereichsleiter des Kuhstalls, sind die Kälber, die nur eine halbe Stunde im Rauch standen, wohlauf. Bei den acht gerade mal eine Woche alten Kälbern hätte die Tierärztin eine Rauchvergiftung festgestellt, sowie eine erhöhte Herzfrequenz. "Sie bekamen Medikamente", so Franke.

Nun sei bereits das erste Kalb gestorben, bedauert Ludolf von Maltzan, Geschäftsführer des mehr als 100 Mitarbeiter starken landwirtschaftlichen Betriebes. Das Wichtigste sei nun, den Hof am Laufen zu halten - er sei weiterhin für Besucher geöffnet, nur das Public-Viewing zur Fußball-WM am Montagabend falle aus.

Von Maltzan vermutet, dass das Feuer vom Stroh ausgegangen ist, kann sich aber nicht erklären, wie es dazu kam. Denn in der Halle lagerte altes, trockenes Stroh, so der Geschäftsführer. Bekannt ist, dass es nur bei frischem aufgrund innerer Hitzeentwicklung zur Selbstentzündung kommen kann.

Gutachter des Landeskriminalamts waren vor Ort. Brandstiftung sei nicht ausgeschlossen, so ein Polizeisprecher. Ob und welche Kosten von der Versicherung getragen werden, werde geprüft, so Maltzan. Er ist erleichtert darüber, dass die Ernte noch bevorsteht, und damit Futter-Nachschub zu erwarten ist.

"Ich danke allen Helfern von Herzen", so der Geschäftsführer.

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