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Bautechniker erhalten Zeugnisse

Geschafft: Kevin Reiner (hintere Reihe, von links), Oliver Braschwitz, Christoph Schoefisch, Nathalie Printz, Christopher Gasch, Stephan Harnisch und Jan Greifenberg mit ihren Lehrern Mirko Jordan und Beatrix Gustavus.
Geschafft: Kevin Reiner (hintere Reihe, von links), Oliver Braschwitz, Christoph Schoefisch, Nathalie Printz, Christopher Gasch, Stephan Harnisch und Jan Greifenberg mit ihren Lehrern Mirko Jordan und Beatrix Gustavus. © Foto: Heike Hahn
Heike Hahn / 05.07.2014, 03:50 Uhr
Seelow (MOZ) Am Oberstufenzentrum in Seelow haben am Freitag das erste Mal in der Geschichte der Einrichtung ausgebildete Bautechniker ihr Zeugnis entgegengenommen. Sechs Männer und eine Frau freuten sich über ihren Studienabschluss nach zwei Jahren.

"Als Frau muss man sich in klassischen Männerberufen immer mehr beweisen", ist sich Nathalie Printz sicher. Die Storkowerin spricht aus Erfahrung. Zuerst hat sie eine Ausbildung zur Tischlerin gemacht und auf dem Bau und in der Werkstatt gearbeitet. Danach studierte sie zwei Jahre am Oberstufenzentrum in Seelow Bautechnik. Und saß die meiste Zeit allein unter Männern. Dass sie sich bewiesen hat, beweist ihr Zeugnis. Sie hat mit dem besten Zensurendurchschnitt abgeschlossen. "An diesem Ergebnis sieht man, was man mit Fleiß, Interesse und Können erreichen kann", sagt ihre Lehrerin Beatrix Gustavus anerkennend. Und die sechs Männer in der Klasse klatschen.

Auch sie halten stolz ihre Zeugnisse in der Hand, durch die Bank sind sie nun staatlich geprüfte Techniker. Dem Betreuer der Klasse, Mirko Jordan, fällt der Abschied sichtlich schwer. Mit Anekdoten und Insider-Witzen spickt er seine kurze Rede und dankt den Schülern, denen es offenbar nicht immer leicht gefallen war, dem Unterricht zu folgen. "Wir haben uns durch Höhen und Tiefen gekämpft, euer Biorhythmus war besonders am Montag durcheinander", scherzt Jordan. Doch das Ziel sei erreicht, alle haben bestanden. Nathalie Printz bedankt sich ebenfalls im Namen der Klasse und betont die Geduld, die die Lehrer manchmal mit ihnen haben mussten. "Man musste dran bleiben, man musste es wirklich wollen", erklärt sie schließlich. Das Rechnen sei für sie nie ein Problem gewesen, da es logisch sei. "Einmal gelernt und verstanden und gut ist", sagt Nathalie. Das Fach, dass ihr dann doch etwas schwerer gefallen sei, war Bauchemie.

Als Tischlerin sei das Auskommen auch in Zeiten des Fachkräftemangels nicht groß, eine Weiterbildung lohne sich besonders finanziell. Sie kann nun im Hoch- und Tiefbau arbeiten, auf mittlerer Führungsebene einsteigen oder in der Bauleitung. "Außerdem sind Bautechniker in der Lage, Bauprojekte zu planen, Einfamilienhäuser oder Nutzungskonzepte für Behörden zu entwickeln", erklärt Beatrix Gustavus, die Tragwerksplanung und Baubetrieb unterrichtet. Christopher Gasch ist zudem der einzige in der Klasse, der zusätzlich noch die Fachhochschulreife erlangt hat. Voraussetzung zum Studium der Bautechnik am OSZ ist eine Ausbildung im Bau- oder Holzbereich.

Die Ausbildung zum Bautechniker wurde vor zwei Jahren ins Angebot des Oberstufenzentrums Märkisch-Oderland aufgenommen. Zuvor wurde der Beruf am OSZ in Frankfurt gelehrt, doch aufgrund neuer Fördermöglichkeiten an den Nachbarkreis abgegeben.

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