Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Beamter soll Bischofsschloss wachküssen

Joachim EGGERS / 19.02.2010, 08:44 Uhr
Fürstenwalde Das ehemalige Bischofsschloss neben der Kulturfabrik ist verkauft und soll demnächst um- und ausgebaut werden. Demgegenüber hat sich für das Jagdschloss noch kein Prinz gefunden, der den Dornröschenschlaf des vor sich hin gammelnden Kleinods beendet.

Ein Bundesbeamter aus Berlin habe das ehemalige Bischofsschloss erworben, sagte jüngst Irina Retzlaff vom Fachbereich Stadtentwicklung im Rahmen der Haushaltsdebatte des Ausschusses. Fachbereichsleiter Jörg Ihlow sprach von einem "sehr guten Bearbeitungsstand". Es sehe ganz danach aus, als werde hier ein Objekt im Dornröschenschlaf wachgeküsst, und zwar mit einer tragfähigen Nutzung. Der neue Eigentümer wolle selbst mit Familie in das weitgehend verfallene Gemäuer einziehen und dort auch Gewerbe ansiedeln. Für die denkmalgerechte Sanierung der Hülle sollen Fördermittel in Höhe von 251 000 Euro fließen; ein Drittel davon bezahlt die Stadt, hieß es im Ausschuss.

Das Bischofsschloss steht schon sehr lange auf der Liste der Immobilien, die saniert werden sollten. Die Stadt hatte das Gebäude 2006 an den Saarower Immobilien-Makler Harald Busse veräußert, in der Hoffnung, dass dieser mit Fördermitteln dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen würde. Busse hat das auch versucht, über eine Auktion nach zusätzlichen Investoren gesucht, ist aber von verschiedenen Faktoren immer wieder zurückgeworfen worden.

Das Bischofsschloss wurde um 1350 errichtet und 1870 schon einmal neu aufgebaut. Sein Name erinnert an die Zeit, als Fürstenwalde, unter anderem wegen seiner Stadtbefestigung, Sitz der Bischöfe von Lebus war.

Das andere ehemalige Schloss der Stadt, das Jagdschloss, verrottet dagegen weiter. Der Eigentümer hat der Stadt ein Kaufangebot unterbreitet, das finanziell nicht akzeptabel gewesen sei. Der Berliner Arzt hatte das Objekt vor Jahren ersteigert. In der gescheiterten Bewerbung um die Landesgartenschau spielte das Schloss eine zentrale Rolle. Hätte Fürstenwalde den Zuschlag bekommen, wären vermutlich Fördermittel in Größenordnungen verfügbar gewesen, um das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert zu sanieren. Alle das Anwesen umgebenden Grundstücke befinden sich in städtischem Besitz. Von daher sind die Chancen des Eigentümers, das Anwesen anderweitig zu verwerten, nicht sehr hoch.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG