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Zurück in der Weltelite

Kesses Angebot: Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (parteilos) dankte Katrin Quooß dafür, dass sie die Region so gut präsentiert. Allerdings vermisse er noch die Stadt Wittstock auf ihrem Nationaltrikot.
Kesses Angebot: Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (parteilos) dankte Katrin Quooß dafür, dass sie die Region so gut präsentiert. Allerdings vermisse er noch die Stadt Wittstock auf ihrem Nationaltrikot. © Foto: MZV
Stephan Ellfeldt / 06.07.2014, 21:26 Uhr
Alt Daber (RA) Im ehemaligen Skispringer Jens Weißflog hatte Trap-Schützin Katrin Quooß den wohl prominentesten Gratulanten auf dem Schießstand in Alt Daber. Dort wurde sie am Sonnabend geehrt. Die 27-Jährige hatte bei den Europameisterschaften im Trapwettbewerb der Damen Silber geholt.

Ihre Niederlage gegen Deborah Gelisio aus Italien im Finale der Europameisterschaften beschäftigte die Liebenthalerin gar nicht mehr. 11 zu 13 Treffern hieß es im ungarischen Sarlospuszta am Ende. "Ich habe nie mit einer Medaille gerechnet. Von Juni 2013 bis Februar 2014 habe ich eine Pause eingelegt und gar nicht trainiert", so Katrin Quooß. Die Karrierepause ist mit der Geburt von Tochter Emma begründet. "Daher hatte ich geplant, maximal drei Wettkämpfe in diesem Jahr zu bestreiten. Nun werden es wohl mehr." Die junge Mutter zählte durch und kam mit Weltcups, Ranglistenturniere, Deutscher Meisterschaft und der Weltmeisterschaft im südspanischen Granada auf dann schon sieben Wettkämpfe.

Besonders groß ist die Freude über die Qualifikation zur Weltmeisterschaft. "Ich habe ein klares Ziel vor Augen. Ich möchte, nachdem ich London 2012 ganz knapp verpasst hatte, zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro 2016." Und dafür bleiben bis dahin noch genau zwölf Möglichkeiten zur Qualifikation: zehn Weltcups und eben die jetzige und die folgende Weltmeisterschaft.

Nachdem in Alt Daber der offizielle Teil der Ehrung beendet war, kam Quooß mit ihrem Ehrengast Weißflog ins Plaudern. Der ehemalige Weltklasse-Skispringer hatte mitbekommen, dass die Trapschützin vorher oft Probleme mit der Konzentration und Ruhefindung im Wettkampf hatte. "Dein jetziger Erfolg hat ganz bestimmt mit der Geburt deiner Tochter zu tun. Warst du vorher total fokussiert, bist du jetzt ausgeglichen. Das ist wissenschaftlich bewiesen", so der 49-jährige Oberwiesenthaler. Worte, die Katrin Quooß in Bezug auf die Europameisterschaften in Sarlospuszta bestätigen konnte. Doch ganz optimal lief es noch nicht. "Es war neu, dass laut für die Zuschauer kommentiert wird. Da konnte ich noch nicht mit umgehen." Besonders bitter war es im Halbfinale. Jeweils der erste Schuss ihrer Serie verfehlte die Tonscheibe, weil genau da das Kommentieren anfing.

Insgesamt war es aber der einzige leichte Aufreger für die Liebenthalerin, denn sie steigerte sich in dem Wettkampf bis ins Finale. Nach der Qualifikation, drei Serien von je 25 Schuss, hatte sie 72 Treffer und rangierte auf dem dritten Platz. Dieser Qualifikationsmodus ging über zwei Tage. Die ersten 50 Schuss wurden am ersten Tag abgegeben, was zu dem Zeitpunkt nur Platz fünf bedeutet und nicht für das Halbfinale gereicht hätte.

"Im Semifinale werden die Ergebnisse wieder auf Null gestellt, was seit einem Jahr neu ist, und der Wettkampf beginnt eigentlich von vorn. Aber nur noch mit vier Starterinnen." Quooß zeigte gewachsene Klasse und traf 13 von 15 Tonscheiben. "Danach stand ich völlig unerwartet gegen die Italienerin im Duell um die Gold-Medaille."

Dass Deborah Gilesio letztlich die Nase vorn hatte, störte Quooß keineswegs. "Sie hat verdient gewonnen." Ohnehin sieht die deutsche Spitzenschützin die Italienerinnen und Russinnen noch leicht vorn in der Weltspitze. Bis Rio de Janeiro will Katrin Quooß daran allerdings etwas ändern.

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