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Bürgerinitiative setzt auf Dialog

Protestaktion: Rosafarbene Kreuze und Plakate machen auf den Protest der Bürgerinitiative "Uns stinkts schon lange", so wie hier am Ortseingang in Reichenow, aufmerksam
Protestaktion: Rosafarbene Kreuze und Plakate machen auf den Protest der Bürgerinitiative "Uns stinkts schon lange", so wie hier am Ortseingang in Reichenow, aufmerksam © Foto: MOZ/Nadja Voigt
Nadja Voigt / 10.07.2014, 07:47 Uhr
Reichenow (MOZ) "Die Bürgerinitiative setzt auf Dialog und freut sich, dass der Gemeinderat den Eigentümer zu einem Gespräch eingeladen hat", heißt es aus Reichenow nach der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter und dem Treffen der Bürgerinitiative gegen die geplante Schweinemastanlage.

Im Auftrag der Gemeindevertretung von Reichenow-Möglin hat sich Helge Suhr, Leiter des Bau- und Ordnungsamtes in Wriezen, mit der Landwirtschaftsgesellschaft Reichenow in Verbindung gesetzt. "Ich habe schriftlich den Wunsch der Gemeindevertreter formuliert, das Gelände besichtigen zu können und die Einladung ausgesprochen, dass die Eigentümer auf einer der nächsten Sitzungen ihr Konzept vorstellen können", sagte Helge Suhr am Mittwoch auf MOZ-Anfrage.

Wie Jürgen Lindhorst bereits im vergangenen Monat dieser Zeitung in einem Telefonat persönlich bestätigte, gehört die Landwirtschaftsgesellschaft Reichenow zu seiner Unternehmens-Gruppe.

Am Sonntag hatte die Bürgerinitiative "Uns stinkts schon lange" letztmalig getagt. Im Reichenower Gemeindezentrum hatten daran noch mehr Bürger als in den vergangenen Sitzungen teilgenommen. "Es waren verschiedene Positionen vertreten", blickt Nathalie Percillier von der Bürgerinitiative "Uns stinkts schon lange" auf die Veranstaltung zurück. Die Reichenow-Mögliner Initiative ist auf 40 Teilnehmer gewachsen, 20 waren beim dritten Treffen anwesend, heißt es dazu weiter.

"Es bestätigt sich die Tendenz, dass die Treffen der Bürgerinitiative ein breites Spektrum der Bevölkerung abbildet. Sowohl Unternehmer, betroffene Anlieger sowie Landwirte beteiligten sich am angeregten Gespräch", resümiert Nathalie Percillier, Bewohnerin des benachbarten Gutes Reichenow. Auch die zukünftigen Pächter des Schlosses Reichenow hätten als interessierte Gäste teilgenommen, so Percillier. "Konsens ist, dass die Geruchsemission durch die bestehende Anlage bereits eine dauerhafte und schwerwiegende Belastung darstellt. Eine Akzeptanz der Landwirte beziehungsweise der Dorfbevölkerung für Massentierhaltung wurde massiv in Frage gestellt", heißt es von ihr im Nachgang der gut zweistündigen Veranstaltung.

Auch seien Verunreinigungen des Wassers, der Luft und des Bodens dabei am Sonntag thematisiert worden. "Die Vision der Bürgerinitiative ist eine Landwirtschaft, die mit unseren Ressourcen schonend umgeht, was eine artgerechte Tierhaltung einschließt", lautet die Forderung von "Uns stinkts schon lange". Im Mai hatte sich die Gruppe zusammengefunden. Anlass waren zunächst Spekulationen im Dorf, dass die bestehende Schweinemastanlage massiv ausgebaut werden soll. Wie Jürgen Lindhorst dann auf MOZ-Anfrage diesbezüglich mitteilte, handelt es sich um die Umnutzung eines alten Kuhstalls, in dem künftig 512 Mastschweine und 2000 Ferkel untergebracht werden sollen, präzisierte er.

Dagegen will sich die Bürgerinitiative wehren. Eventuell auch juristisch. Deshalb veranstaltet sie am 23. August ein Fest auf dem Gutshof in Reichenow. "Um auf unterhaltsame Weise Geld zu sammeln, damit sie ihr Anliegen fachlich und gegebenenfalls auch juristisch untermauern kann", wie es heißt. Eventuell, ergänzt Nathalie Percillier, würden auch Gelder für Gutachten und Beratung gebraucht werden. Angedacht sei zum Beispiel, Wasserproben aus den Brunnen oder dem nahegelegenen Schlosssee zu entnehmen. Die Bürgerinitiative trifft sich das nächste Mal am 20. Juli um 17 Uhr im Gemeindezentrum Reichenow.

Weitere Informationen zu den Zielen der Bürgerinitiative "Uns stinkt schon lange" gibt es im Internet unter www.unsstinkts.eu

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