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Biesenthalerin trotz Krankschreibung für arbeitsfähig erklärt / Notlage durch fehlendes Krankengeld

In die Mühlen der Behörden geraten

Brigitte Horn / 11.07.2014, 05:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) In eine prekäre Situation durch die Mühlen der Behörden ist Sabine M. aus Biesenthal geraten. Zum einen hatte sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, zum anderen bekam sie kein Krankengeld mehr, weil sie vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse gesundgeschrieben worden war.

Zunächst hatte Sabine M. gehofft, dass sie die Stelle länger behalten könnte. Es war noch etwa ein Jahr bis zum Erreichen des Rentenalters. Doch es blieb dabei, dass sie nur solange bleiben konnte, bis die Kollegin, für die sie die Schwangerschaftsvertretung übernommen hatte, wieder da war. Der Vorgang und das ganze Drumherum, sie fühlte sich gemobbt, hatten Sabine M. aber sehr zu schaffen macht. Sie erkrankte kurz vor ihrer Entlassung. Die Biesenthalerin bekam unter anderem Herzrasen, Schwindel, Magenkrämpfe und konnte weder Bus noch Bahn fahren.

Auf Grund der Erkrankung, die vor der Entlassung eingetreten war, stand ihr nun kein Arbeitslosengeld zu, da sie nicht für den Arbeitsmarkt zu Verfügung steht, bestätigte die Sprecherin der Arbeitsagentur Sabine Endmann. Doch würde sie nicht mittellos bleiben, da sie Krankengeld erhalte.

Krankengeld hat Sabine M. auch bekommen, aber nicht so lange, wie sie es benötigt hätte. Sie war am 26. Juni des vorigen Jahres wegen starker psychischer Überlastung krankgeschrieben worden. Bis zum Auslaufen ihrer Stelle als Schwangerschaftsvertretung am 22. Juli 2013 zahlte der Betrieb das Krankengeld. Danach kam es auf Grund der Entlassung von der DAK. Einen Monat und vier Tage nach ihrer Krankschreibung wurde Frau M. vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) begutachtet. Der schätzte ein, dass sie nach weiteren zwei Wochen gesund sei, so dass am 13. August 2013 die Zahlung des Krankengeldes eingestellt worden war. Dagegen legte ihre behandelnde Ärztin Widerspruch ein. Es folgte ein monatelanger Streit. Es wechselten sich Widersprüche und Ablehnungen ab.

Besonders stieß Sabine M. auf, als ihr gesagt worden war, dass sie ja gegen die Ablehnung klagen könne. Es würde aber trotzdem lange dauern, bis sie ihr Geld bekommt. Der Leiter des Barnimer Servicezentrums der DAK Barnim, Heiko Schübler, wollte darin nichts Schlechtes erkennen. Mitarbeiter der DAK hätten sie nur darauf aufmerksam machen wollen, dass solche Verfahren meist eine geraume Zeit dauern.

Letztlich resignierte Sabine M. Sie fühlt sich "in einem bürokratisch bedingten Machtkampf zwischen DAK, MDK und behandelndem Arzt zerrieben", muss noch 500 Euro Krankenkassen-beiträge nachzahlen. "Einen solchen Zynismus habe ich nach 47 Arbeitsjahren nicht verdient", stellt sie verbittert fest. Obwohl gesundheitlich immer noch angeschlagen, ließ sie sich am 14. Januar 2014 gesundschreiben und nahm am selben Tag eine Beschäftigung auf.

Bei der DAK sieht man keine Fehler in dem Verfahren. Die Krankenkasse sei nach Paragraf 275 des Fünften Sozialgesetzbuches verpflichtet, auch auf Grund von Diagnosen im Vorfeld, den Medizinischen Dienst einzuschalten, erklärte Heiko Schübler.

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