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Feuerwehrkinder bis Diamantpaar

Blick in historische Bilder: Heike Gräfe von der Thaer-Gedenkstätte zeigt Robert Pfadt vom Betreiberteam des Gutes Möglin einen Ordner mit alten Aufnahmen vom Hofgelände. Dies verändert derzeit rasant seinen Eindruck - mit dem Inspektorenhaus im Hintergru
Blick in historische Bilder: Heike Gräfe von der Thaer-Gedenkstätte zeigt Robert Pfadt vom Betreiberteam des Gutes Möglin einen Ordner mit alten Aufnahmen vom Hofgelände. Dies verändert derzeit rasant seinen Eindruck - mit dem Inspektorenhaus im Hintergru © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 12.07.2014, 03:24 Uhr
Reichenow/Möglin (MOZ) Die Arbeiten auf dem Gut Möglin gehen weiter zügig voran. Aber auch inhaltlich feilen die neuen Betreiber an zusätzlichen Ideen, bei deren Umsetzung die Dorfbevölkerung sich teilweise aktiv einbringen kann.

Heike Gräfe, sozusagen die Hüterin der benachbarten Thaer-Gedenkstätte ein kurzes Stück jenseits der Straße, lächelt zufrieden. Nicht nur, dass das zwischenzeitlich etwas verwilderte Parkgelände jetzt wieder richtig in Schuss und für Führungen durch die Ortslage auf den Spuren des berühmten Agrarreformers Albrecht Daniel Thaer voll zugänglich ist. Sondern sie kann künftig im Verweis auf den Gutshof den Museumsbesuchern endlich auch die Möglichkeit für eine Tasse Kaffee im Anschluss an den Geschichtsexkurs bieten. Zudem war die Thaer-Fördergesellschaft Mitte Juni bei ihrer Jahrestagung eine der ersten Nutzer der in Sanierung befindlichen Räumlichkeiten auf dem Gutshof.

Im ehemaligen Inspektorenhaus war zwischendurch schon allerhand los. Mehrere Geburtstagsfeiern, eine Hochzeit und sogar die Diamantene Hochzeit eines Paares, "das vor 60 Jahren eben hier auf dem Gutshof geheiratet hat", wie Robert Pfadt vom Betreiberteam aufzählt: "Für uns war das das spektakulärste Event der ganzen letzten Zeit." Zu Gast waren überdies die Mädchen und Jungen vom Jugendfeuerwehrlager. Koordinator Mario Kreutziger hat sich gerade noch einmal im Namen aller bedankt für die tollen Erlebnisse. "Die Kinder haben hier ihre eigene Pizza gemacht, hausgemachte Eiscreme und Kalten Hund auf schweizerische Art", berichtet Pfadt.

Derzeit laufen Absprachen mit einer Kulturinitiative, die Literaturlesungen auf Fontanes Spuren in den märkischen Dorfkirchen organisiert. Gemeinsam mit Pfarrerin Barbara Kohler soll eine Veranstaltung in der Mögliner Kirche vorbereitet werden.

Pfadt und seine Mitstreiter freuen sich außerdem sehr über das vor wenigen Tagen vorgelegte Ergebnis der Wasserprüfungen. Sowohl der Gutsteich in Möglin als auch der Reichenower Schlosssee sind einer umfassenden chemischen und mikrobiologischen Prüfung unterzogen worden. Das Resultat überraschte in seiner Klarheit positiv: "Selbst der Teich hier hat sozusagen Badequalität, beide Gewässer weisen nicht die geringsten Belastungen auf. Für die touristische Entwicklung der zwei Ortsteile ein gutes Signal."

Auf dem Mögliner Gutshof sind die Handwerker nach wie vor fleißig. Über den meisten Nebengebäuden leuchten bereits in hellem Rot die neuen Dächer, derzeit erfolgt dieser Schritt am Inspektorenhaus. "Zugleich stellen wir an der Hofseite die alte Fensterfront wieder her", verweist Pfadt auf die bisher zugemauerten Öffnungen. Im Gutshaus wird gerade die Heizung erneuert, für die nächste Zeit erhoffe man sich vom Denkmalschutz grünes Licht zum Herausreißen der alten Bäder aus den 1990er-Jahren.

Im hintersten Hofteil, der "Zone 3" nach der jüngst vorgenommenen Unterteilung, soll ein Bereich in öffentlicher Nutzung enstehen. Zwischen Ende Juli und Anfang Oktober ist dort eine Art Ideenwerkstatt open air geplant. Pop-up-Dorf ist der Arbeitstitel beim Team, temporäre "Gebäude" oder "Behältnisse" beispielsweise in Zeltform, die die Mitwirkenden selbst organisieren oder die die Hofbetreiber stellen. In jedem dieser "Häuser" soll sich eine kleine Gruppe Interessierter dann mit einem bestimmten Thema lokaler oder auch übergreifender Art beschäftigen. Martin Frielinghaus von der Thaer-Fördergesellschaft und Bürgermeister Wolf-Dieter Hickstein sind schon ebenso mit im Boot wie zwei Künstler und ein paar "junge, kreative Leute aus Berlin", so Pfadt. Die insgesamt maximal etwa 20-köpfige Gruppe, so der Gedanke, soll sich unter anderem Ideen über die Zukunft dieses hinteren Hofteils machen.

Vermutlich wird auch ein Thema Bearbeitung finden, das derzeit die Dorfgemeinschaft aufrüttelt - die Erweiterung der Schweinemast. Robert Pfadt und seine Mitstreiter sehen es aus Sicht der künftigen Gäste im parallel zum Gut Möglin von ihnen übernommenen Schloss Reichenow ebenfalls kritisch, sollte es tatsächlich vermehrte Geruchsbelastung geben. Noch reiche zur Beurteilung die Faktenlage aber kaum aus. Was die Problematik Massentierhaltung angehe, müsse primär die Frage nach dem Konsumverhalten der Menschen diskutiert werden.

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