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Biesenthaler Repair-Café arbeitet der Wegwerf-Mentalität entgegen

Dingen zum zweiten Mal Leben eingehaucht

Der talentierte Bastler Feargal Parkes im Biesenthaler Repair-Café, neben ihm Almut Kunze an der Nähmaschine.
Der talentierte Bastler Feargal Parkes im Biesenthaler Repair-Café, neben ihm Almut Kunze an der Nähmaschine. © Foto: Rainer Horn
Brigitte Horn / 14.07.2014, 07:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Atmosphäre mutet ein wenig wie beim tapferen Schneiderlein an. Im Repair-Café im Biesenthaler Kulturbahnhof surrt leise ein elektrische Nähmaschine. Almut Kunze sitzt dort und repariert Kleidungsstücke. Doch nicht alles geht mit der Maschine, wie ja auch das tapfere Schneiderlein keine besaß. Es werden ebenso Knöpfe angenäht, Sachen geflickt oder einfach nur gute Ratschläge gegeben, um beschädigte Kleidungsstücke wieder nutzbar zu machen.

Daneben scheint das Reich von Doc Brown zu sein, des Tüftlers, den alle kennen, die den Film "Zurück in die Zukunft" gesehen haben. Nur heißt hier der Hauptakteur Feargal Parkes, der mit Hilfe kleiner Drähte, oder winziger elektronischer Bauteile schon mal eine Webcam oder elektronische Klingeln wieder in Schwung bringt. Zum Zubehör zählen verschiedene Schräubchen, Nägel, Unterlegscheiben, Transformatoren und anderes mehr, das fein säuberlich in Werkzeugkästen einsortiert ist. Dort greift Parkes hinein, wenn er zum Beispiel einem Staubsauger wieder Leben einhauchen will.

Er nimmt sich aber auch größerer Sachen, wie zum Beispiel Fahrrädern, an. Nicht ohne Stolz verweist er auf sein Werkstattfahrrad. Das hat um den Lenker eine Art Tablett, so dass verschiedenste Dinge damit transportiert werden können. Das Interessante dabei - alle Teile waren schon einmal weggeworfen worden und haben jetzt eine Art zweites Leben erhalten. Das ist auch das Anliegen des Repair-Cafés. Man will weg von der Wegwerf-Mentalität, wie Josefine Löwenstein vom Verein Kultur im Bahnhof erklärt. Das überzeugt auch Michel Picard, der im Verein Kultur im Bahnhof als sogenannter "Bufdi" im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes arbeitet. Er habe Parkes beim Wukenseefest erlebt und war gleich überzeugt, dass das eine gute Sache ist.

Wer seine Sachen ins Repair-Café bringt, muss dies ein bisschen aus Überzeugung und auch aus Spaß an der Sache tun. Denn es dreht sich nicht um professionelle Reparaturen mit Garantieanspruch. Es kostet nichts, doch freut sich der Verein Kultur im Bahnhof auch über Spenden.

Elke Eckert vom Bahnhofsverein findet es schade, dass bisher nicht allzu viele den Weg ins Repair-Café gefunden haben. "Immerhin ist er sehr erfolgreich", sagte sie im Hinblick auf die Reparaturkünste von Feargal Parkes. Der aber ist nicht nur technisch begabt. Auch Sojamilch und Kombucha-Getränke stellt er selbst her.

Geöffnet ist das Repair-Café im Biesenthaler Kulturbahnhof jeden 2. und 4. Sonnabend im Monat von 11 bis 17 Uhr. Im August bleibt es wegen Urlaub geschlossen.

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