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Neubau eines Gerätehauses bleibt Hauptproblem für Wehr

DSTEINKRAUS / 22.02.2010, 16:50 Uhr
Jahnsfelde Dass die Feuerwehr heute häufiger zu technischen Hilfeleistungen als zu Bränden ausrückt, ist für die Blauröcke Normalität. Die Jahnsfelder Wehr indessen fügte 2009 einige Einsätze dieser Kategorie in ihre Chronik hinzu, die es in dieser Form noch nicht gab. Ortswehrführer Wolfgang Stenzel erinnerte in der Jahreshauptversammlung an den Sturzregen vom 1. Juli 2009 im Ort. 140 Liter waren pro Quadratmeter gefallen. Es entstanden nicht nur Seen, auch Zufahrten waren nicht mehr passierbar. Bis heute hat Jahnsfelde mit den Folgen dieser Flut zu kämpfen.

Wolfgang Stenzel dankte allen, die in den zurückliegenden Monaten ihren Mann bzw. ihre Frau standen. 36 Mitglieder zählt die Wehr, davon 24 im aktiven Dienst. Das ist viel für einen so kleinen Ort wie Jahnsfelde und zeigt die hohe Akzeptanz der Blauröcke. 23 Mal rückte die Wehr 2009 aus, viermal mehr als im Vorjahr. Durch die Bundesstraße wurden die Feuerwehrleute immer wieder auch zu Verkehrsunfällen gerufen, insgesamt neunmal.

Mehr als 1700 Übungs- und rund 270 Einsatzstunden wurden absolviert. Kenneth Fiedler, Maria Poplien und Halka Prochnow ließen sich zum Truppmann ausbilden, Mario Schnegula, Gerd Seume, Paul Stephan und Ronny Bartels als Kettensägenführer sowie Ronny Bartels und Paul Stephan zum Truppführer. Steffen Czableweski absolvierte gleich drei Ausbildungen.

Auch in der Nachwuchsarbeit wird seit Jahren viel geleistet. Sieben Mädchen und Jungen gehören zur Jugendwehr, die eng mit den Trebnitzern zusammenarbeitet und bei Wettkämpfen immer wieder vordere Plätze belegt. Stenzel dankte dem langjährigen Jugendwart Stefan Domey. Im Oktober hat Christian Stenzel die Jugendarbeit übernommen.

Den Dankesworten schlossen sich auch Stadtbrandmeister Harald Mehls und Münchebergs Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky an. "Ich bin beeindruckt von dem Teamgeist und der Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute", bekannte die Verwaltungschefin. Sie sicherte den Jahnsfeldern auch Unterstützung bei ihrem Dauerproblem zu. Zwar gab es 2009 Grund zur Freude, denn die Wehr erhielt aus Konjunkturmitteln eine neue Tragkraftspritze Jöhstedt. An der Situation des Feuerwehrgerätehauses hat sich indes noch nichts geändert. Um so heftiger wurde um den Standort für ein neues gestritten. Ortsvorsteher Bernd Gohlke, der selbst Mitglied der Wehr ist, verwies auf die Position des Ortsbeirates. Der habe nach vielen Begehungen und Abwägung den von der Verwaltung favorisierten Standort an der alten Schule verworfen. Für ein schnelles Ausrücken sei der einfach nicht ideal. Vielmehr habe sich der Ortsbeirat für ein neues Gerätehaus am Gutshof in der Trebnitzer Straße entschieden. Ein Gutachten von Peter Buch, Fachberater der Feuerwehr, unterstütze die Position zum Standort. In einem offenen Brief, den 22 Mitglieder der Jahnsfelder Wehr unterschrieben haben, fordern sie endlich eine Lösung. Das alte Gerätehaus am Schlossplatz wurde 1952 erbaut. 2004 erhielt die Wehr einen Container, um wenigstens die Bekleidung unterbringen zu können. Es gibt keine sanitären Anlagen oder Waschgelegenheiten. Der Container sollte eine Übergangslösung für fünf Jahre sein. Sechs Jahre später sind zwar Planungskosten für 2010 eingeplant, aber im Investitionsplan der Stadt gibt es noch keine Jahreszahl für den Neubau. Mit dem Brief bittet die Feuerwehr Stadtverwaltung und Stadtverordnetenversammlung um Hilfe.

Traditionell gab es auch Beförderungen bei der Jahresversammlung. Es wurden Paul Schwarz in die aktive Einsatztruppe aufgenommen, Doreen Stotz, Maria Poplien und Alka Prochnow zur Feuerwehrfrau sowie Paul Stephan zum Oberfeuerwehrmann befördert. Ronny Bartels erhielt die Medaille für "Treue Dienste" in Kupfer (zehn Jahre), Horst Korn wurde für 65-jährige Mitgliedschaft geehrt. Kenneth Fiedler und Karl-Heinz Schwarz erhielten die Ehrenurkunde der Jahnsfelder Wehr.

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