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Auch Durchhalten gelernt

Schulabschluss geschafft: Tobias (16), Melanie (16) und David (18/?v. l.) mit ihren Zeugnissen am Klangspiel im Garten der Sinne im Mühlenweg
Schulabschluss geschafft: Tobias (16), Melanie (16) und David (18/?v. l.) mit ihren Zeugnissen am Klangspiel im Garten der Sinne im Mühlenweg © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 18.07.2014, 08:01 Uhr
Strausberg (MOZ) Beim Sozialen Hilfeverband Strausberg (SHS) ist am Donnerstag ein berufsvorbereitender Kurs für Jugendliche zu Ende gegangen. Laut Projektleiter Uwe Gudlowski war es ein besonders guter Jahrgang. Fünf junge Leute erlangten ihre Berufsbildungsreife.

Warum in der seit September 2013 laufenden "Maßnahme" diesmal recht viele junge Damen und Herren den Hauptschulabschluss schafften, ist Uwe Gudlowski selbst unklar. "Es ist jedenfalls was ganz Besonderes", hebt er hervor. "In der Regel schaffen es zwei", berichtet SHS-Chefin Christiane Hanczuch. Diesmal hätten hingegen sieben der zwölf Teilnehmer zusätzlich die Schulbank gedrückt und fünf von ihnen letztlich auch die Prüfungen geschafft.

Wichtig ist dem Projektleiter zudem die Anmerkung, dass einer der Jugendlichen im Anschluss sogar einen Ausbildungsplatz bekommt. Tobias (16) hatte im Rahmen des Kurses ein Praktikum bei Aldi in Rüdersdorf absolviert und dort gut eingeschlagen, so dass am Mittwoch sein Ausbildungsvertrag unterschrieben wurde. Er bekomme in den ersten Monaten einen Studenten an die Seite gestellt, und auch der SHS werde nach Kräften weiter unterstützen, versicherte Gudlowski.

Seit mehr als 20 Jahren ist der Verein mittlerweile für Junge Leute mit besonderem Förderbedarf tätig. Der Bedarf sei nach wie vor groß, schätzte der Sozialpädagoge ein. Als Beleg dafür führte er an, dass alle Plätze für den nächsten Kurs schon belegt sind. Die jungen Leute im Alter zwischen 15 und 19 kämen durchaus nicht nur aus sozial schwachen Familien, sondern auch aus dem sogenannten gutbürgerlichen Haus. Für die Teilnehmer gehe es nicht in erster Linie um Fachliches, sondern um Grundkompetenzen, zum Beispiel Durchhaltevermögen, erklärt Gudlowski - "sowohl am Tag als auch übers Jahr", fügt er hinzu.

In dieser Beziehung bescheinigt auch Berufsschullehrerin Edith Mildner vom Oberstufenzentrum der Gruppe gute Ansätze. Für manchen sei es schon ein Lob, wenn sie zusammenfasse, dass er immer da gewesen sei. Alle hätten sich Mühe gegeben, bescheinigt sie, und "die Kurve gekriegt". Und wer ihre Hinweise aufgenommen habe, habe auch gute Voraussetzungen, durch eine Ausbildung zu kommen. "Die meisten scheitern da nicht wegen Leistungen, sondern wegen ihrem Verhalten", so ihre Erfahrung.

Beim SHS selbst stand vor allem praxisorientiertes Lernen in drei Bereichen im Mittelpunkt. Beim Garten- und Landschaftsbau wurden Wege und ein Hochbeet angelegt, ein Gewächshaus aufgebaut, Gemüse gezogen. In der Holzbauwerkstatt entstanden erstmals auch Produkte im Kundenauftrag - allerdings nicht für den Verkauf sondern für gemeinnützige Einrichtungen, zum Beispiel eine Picknickhütte. Und die Hauswirtschaftler sorgten täglich für ein gemeinsames Frühstück und kochten einmal in der Woche auch ein Mittagessen, zuletzt auch mit selbst angebauten Gemüse.

In dieser Woche konnten sich auch Unbeteiligte die Neuerungen im Garten der Sinne anschauen, denn er stand für die Feriengestaltung von Kindern offen. Noch einmal möglich wird das zum Ferienende beim Sommerfest der Vereinen am Mühlenweg, das am 21. August gefeiert wird.

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