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Weniger Blitzer an der B 158

© Foto: Sören Tetzlaff
Steffen Göttmann / 25.07.2014, 20:10 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Der Landkreis hat entlang der Bundesstraße 158 zwischen Bad Freienwalde und Tiefensee die meisten der zwölf Blitzer abgebaut und begründet dies mit der steigenden Zerstörungswut. Mit Kontrollen müssen die Autofahrer dennoch rechnen.

Gewohnheiten sitzen tief. Viele Autofahrer bremsen instinktiv an den Stellen ab, wo bisher Radarfallen standen. "Geblitzt wird aber nur noch dort, wo sich Unfälle häufen", erklärte Tobias Seyfarth, Pressesprecher der Kreisverwaltung in Seelow. Die Messanlagen auf der 70er-Strecke vor der Kreuzung Platzfelde bleiben stehen. Auf jeden Fall erhalten bleiben auch die Kontrollgeräte in der scharfen Kurve im Leuenberger Grund, wo aus Sicherheitsgründen nur 50 km/h erlaubt sind. Sie gilt unter Fachleuten als "Todeskurve", weil an dieser Stelle bereits mehrere tödliche Verkehrsunfälle passiert sind. Deshalb ließ der Landkreis in der Kurve farbige Warnschilder in Kombination mit "Staren-Kästen" montieren, die die Autofahrer zur besonderen Vorsicht mahnen sollen. Trotzdem starb im September 2012 wieder ein Motorradfahrer, der auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Auto zusammengestoßen war.

"Einige der nun abmontierten Blitzer sind in den vergangenen Monaten durch Vandalismusschäden unbrauchbar geworden", erläuterte Seyfarth. In den vergangenen Jahren habe nicht nur an der B 158 sondern auch an anderen stationären Tempomessstellen in Märkisch-Oderland Art und Umfang von roher Gewalt in erschreckender Weise zugenommen, erklärte der Kreissprecher. Immer wieder wurden Anlagen regelrecht weggesprengt, wie in Platzfelde oder am Bunker Wollenberg.

Abgebaut wurden daher beispielsweise die Blitzer auf beiden Straßenseiten der 100er Strecken zwischen Platzfelde und Bad Freienwalde sowie zwischen der Abzweigung Wölsickendorf beziehungsweise Wollenberg und Steinbeck sowie am Bunker Wollenberg im 70er-Bereich. Auch auf den "Staren-Kasten" an der Auffahrt zum Jugend-, Kultur-, Bildungs- und Bürgerzentrum OFFI in Bad Freienwalde verzichtet die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises künftig.Die B158 war eine Versuchsstrecke für die Verkehrsüberwachung durch stationäre Messgeräte und ebenfalls für neuartige Visualisierungen in Kurvenbereichen", bestätigte der Pressesprecher des Landkreises. Die Unfallhäufigkeit und Schwere der Unfälle habe auf diese Weise reduziert werden können.

Als großes Problem schilderte der Sprecher das Phänomen, dass einige Autofahrer vor den Messgeräten unvermittelt auf die Bremse traten, obwohl sie nicht über der erlaubten Geschwindigkeit unterwegs waren. Daher passierten vor den Messstationen immer wieder Auffahrunfälle und Unfälle durch riskante Überholmanöver. Vor allem auswärtige Fahrer, die mit der Strecke nicht vertraut sind, schienen häufig von der Vielzahl an Blitzgeräten überfordert zu sein.

Mit dem Rückbau der stationären Anlagen verzichten weder Landkreis noch Polizei auf Geschwindigkeitskontrollen an der Bundesstraße 158, betonte der Kreissprecher. Vielmehr werden die Verkehrsbehörden jetzt mit mobilen Kontrollgeräten die Einhaltung des Tempolimits überprüfen. Zwei davon besitzt der Landkreis.

Weiter prüfe das Straßenverkehrsamt, ob zusätzliche Schutzplanken entlang der B 158 angebracht werden, sodass die Autos bei Unfällen nicht gleich gegen Bäume stoßen. Darüber hinaus zieht die Behörde in Betracht, Hinweistafeln anzubringen, um ein generelles Gebot zum Fahren mit Licht auch am Tag zu verhängen. Diese Maßnahme soll insgesamt die Sicht verbessern, sodass die Fahrzeuge bei starken Licht-Schatten-Kontrasten besser zu erkennen sind.

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