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Vermisster Junge wurde sexuell missbraucht

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dpa / 27.07.2014, 14:05 Uhr - Aktualisiert 27.07.2014, 17:43
Lübbenau (dpa) Ein 14 Jahre alter, hochgradig geistig behinderter Junge hat sich vier Wochen lang bei einem 52 Jahre alten Bekannten in Lübbenau versteckt und ist dort sexuell missbraucht worden. Befragungen des Kindes hätten das ergeben, sagte die Cottbuser Oberstaatsanwältin Petra Hertwig am Sonntag auf Anfrage. Täter und Opfer kannten sich persönlich.

Gegen den Mann wurde am Samstag Haftbefehl erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft.In Zusammenhang mit der Vermisstensuche im Umfeld des 14-Jährigen hatten sich auch frühere Opfer der Polizei offenbart, die der später festgenommene Mann jeweils mehrmals missbraucht haben soll. Deshalb wird jetzt gegen ihn in 175 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen ermittelt.Er sei vom Haftrichter vernommen worden, sagte Hertwig. Zum Inhalt der Vernehmung machte sie keine Angaben. Von Montag an werde die Polizei weiter ermitteln. Es gehe um Kindesentzug in Zusammenhang mit dem 14-Jährigen und die anderen ihm vorgeworfenen Straftaten.Manche Fälle liegen 20 Jahre zurück. Der Lübbenauer, ein geschiedener Taxifahrer, und das Kind kannten sich auch schon länger. Die Eltern hätten dem Jungen jedoch den Umgang mit dem Erwachsenen verboten, sagte Hertwig.Offenbar wollte sich das Kind nicht daran halten. Vor vier Wochen verschwand der Junge von Zuhause und wurde vermisst gemeldet. Er schlüpfte in der Wohnung der Mannes unter, der dort auch zeitweise mit seiner 13 Jahre alten Tochter lebt.Bei mehreren Besuchen von Polizisten, die den Mann wegen des gesuchten Jungen befragten, sei der 14-Jährige nicht zu sehen gewesen, sagte Hertwig. Er habe sich hinter einem Schrank versteckt, weil er nicht gefunden werden wollte. «Er fühlte sich offenbar wohl», sagte sie.Bei der Entdeckung durch die Polizei wirkte der 14-Jährige körperlich unversehrt. Wegen seiner geistigen Behinderung könne er das Ausmaß des Missbrauchs aber nicht einschätzen. «Das Geschehen bei seinem Aufenthalt in der Wohnung kommt erst nach und nach ans Licht», sagte Hertwig.Der 52-Jährige war bislang als Sexualstraftäter nicht auffällig. Er hat keine Verurteilungen und Vorstrafen. Erst bei der Suche nach dem Jungen wurden Ermittler auf seine Person aufmerksam, sagte Hertwig.Der Junge befindet sich auf eigenen Wunsch in der Obhut des Jugendamtes.

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Jerome B. 28.07.2014 - 16:42:08

Merkwürdig

- Wie lautet denn die Fallkennziffer der Staatsanwaltschaft? - Gibt es rechts- und gerichtsverwertbare Geständnisse? - "Eingeständnisse" in der eigenen Wohnung? - Vernehmungen ohne Anwalt? Die Fragen nehmen kein Ende, aber der Mob ist schon auf Tour ...

Frank 28.07.2014 - 16:15:28

Bremen: Gericht verschleppt schon 14 Jahre eine Mordanklage

http://www.strafakte.de/rechtsprechung/anklageschrift-bremen-bleibt-14-jahre-unbearbeitet/ Es ist nicht zu fassen, was sich die Justiz in unserem Land so leistet

.... 28.07.2014 - 15:38:58

@Blackbox

Ja leider, ein widerlicher und beschämender Juristik-Park, dieses "Rechtssystem" Die Richter werden jetzt vermutlich nach den "Drahtziehern" suchen ;-) So im Stil polnischer Autodiebe, die ausnahmslos eine schlechte Kindheit hatten und ja sowieso nie wussten in einem gestohlenen Fahrzeug zu sitzen ...

BlackBox 28.07.2014 - 14:50:49

Im *roten* Brandenburg wird ihm nichts passieren,

Bewährungsstrafe mit gemeinnütziger Arbeit und vielleicht noch für `ne Weile Personenschutz, dass ihm ja nichts passiert, das war`s ...

Rotfuchs 28.07.2014 - 12:30:05

Schwein....

Ich bin kein Freund von Todesstrafe o.ä. , aber wer so massiv andere Menschen schadet, hat das Recht verwirkt, wie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft behandelt zu werden.

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