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Immer mehr Menschen verzichten komplett auf tierische Produkte / Kristin Höhlig aus Eberswalde hat eine Initiative für vegane Ernährung und Tierrechte gegründet

"Ich muss keine Eier essen, um glücklich zu sein"

Vegane Botschafterin: Kristin Höhlig
Vegane Botschafterin: Kristin Höhlig © Foto: MOZ/Anna Fastabend
Anna Fastabend / 30.07.2014, 06:35 Uhr - Aktualisiert 30.07.2014, 07:33
Eberswalde (MOZ) Wer denkt, er tut Tieren etwas Gutes, wenn er bloß einmal die Woche Schnitzel isst oder sogar ganz darauf verzichtet, den stimmen die Worte von Kristin Höhlig (24) nachdenklich. Anfang 2013 hat sie mit Gleichgesinnten gemeinsam die Tierrechtsinitiative Eberswalde und Region (T.i.E.R.) gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, über vegane Ernährung und Tierrechte zu informieren und die Stadt "vegan-freundlicher" zu machen.

Die Masterstudentin für Regionalentwicklung und Naturschutz an der Eberswalder Fachhochschule nennt einige abschreckende Beispiele: "Kühe geben nur deshalb Milch, weil sie dauernd schwanger sind. Nach circa vier Jahren schaffen sie die geforderte Menge nicht mehr und werden geschlachtet." Besonders eindrucksvoll ist auch eine Studie der Umweltorganisation WWF von 2012, die von der Studentin angerissen wird. Danach produzieren die Deutschen mehr Treibhausgase durch Massentierhaltung als durch den Verkehr. Wem das nicht genügt, den wird es bei der Erklärung zu den sogenannten "Eintagsküken" schütteln. "Die männlichen Küken werden massenweise umgebracht. Nur die weiblichen werden zum Eierlegen gebraucht", erklärt Kristin Höhlig den Begriff.

Die Studentin, die aus dem Erzgebirge stammt und in ihrer Kindheit viel Zeit auf dem großelterlichen Bauernhof verbrachte, ist seit 2011 Veganerin. Ihre Großeltern hielten ein Schwein und drei Kühe - allerdings vernünftig, erklärt sie. "Als kleines Mädchen habe ich sogar beim Schlachten geholfen. Ich bin damit aufgewachsen und habe nicht hinterfragt, ob man wirklich Fleisch essen muss", erinnert sie sich. Als Kristin Höhlig von zuhause auszog und allein für ihre Ernährung verantwortlich war, wurde sie 2008 zur Vegetarierin. "Das heißt aber noch lange nicht, dass ich mich gesund ernährte", sagt sie. "Wie die meisten habe ich zum Studiumsbeginn von Fertigprodukten gelebt."

Die sieben aktiven Mitglieder der T.i.E.R. treffen sich, außer in den Semesterferien, regelmäßig, so Kristin Höhlig. Sie freut sich, dass auch Eberswalder dabei sind, die nicht mehr studieren. Bei den Treffen überlegen sie sich Aktionen oder tauschen Rezepte aus, die zuletzt am Infoabend zu bio-veganer Landwirtschaft probiert werden konnten.

Eier braucht sie nicht, um sich ausgewogen zu ernähren, sagt Höhlig. Lediglich Vitamin B12 nimmt sie ergänzend zu sich.

veganineberswalde.blogspot.de, Kontakt: ti.eberswalde@gmail.com

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