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Tränen beim Einlauf der Ukrainer und Russen

In der Erfolgsspur: Anton Jurukov, Frank Steiner, Carla Haase, Stephan Müller, Bodo Kostezka, Christian Haber und Frank Birkholz (von links) kehrten mit elf Medaillen von den 11. European Nations Dragon Boat Championship aus Racice zurück.
In der Erfolgsspur: Anton Jurukov, Frank Steiner, Carla Haase, Stephan Müller, Bodo Kostezka, Christian Haber und Frank Birkholz (von links) kehrten mit elf Medaillen von den 11. European Nations Dragon Boat Championship aus Racice zurück. © Foto: MZV
Stephan Ellfeldt / 30.07.2014, 17:24 Uhr
Racice (MZV) Ein Tross von sieben Athleten des Kanuvereins Neuruppin brach am Wochenende ins tschechische Racice auf, um bei den Drachenboot-Europameisterschaften für die deutschen Nationalmannschaft nach Titeln zu jagen. Am Ende standen fünf Goldmedaillen und je drei Silber- und Bronzeplatzierungen zu Buche.

Bevor es mit den Wettkämpfen losging, waren die Neuruppiner Carla Haase, Anton Jurukov, Stephan Müller, Bodo Kostezka, Christian Haber, Frank Steiner und Frank Birkholz Zeuge eines für alle sehr bewegenden Moments, wie Carla Haase bei ihrer Heimkehr berichtete. "Bei der Eröffnungsveranstaltung standen sich die Ukrainer und Russen direkt gegenüber. Alle schauten darauf, wie sie sich verhalten würden." Was Haase und Co dann sahen, rührte einige zu Tränen. Beide Nationen gingen aufeinander zu. Sie umarmten sich und machten gemeinsam Fotos. Danach liefen sie gemeinsam ein. "Eine Reaktion, die nur der Sport auslösen kann", waren sich alle Neuruppiner einig.

Nach den bewegenden Momenten kam anschließend die schweißtreibende Arbeit. "So harte Rennen bin ich noch nie gefahren", meinte Haase. Auf der perfekt hergerichteten Regattastrecke im National Olympic Water Sport Centre von Racice hieß es, an die Belastungsgrenze zu gehen. Für das Mixed-Boot mit Carla Haase und Anton Jurukov hieß dies nach getaner Arbeit in ihrer Altersklasse Ü 50 zweimal Silber und dreimal Bronze. "Damit habe ich nun 34 Medaillen gewonnen", so Haase zu ihrer Trophäensammlung in der heimischen Wohnung. Die EM-Medaillen bezeichnete sie liebevoll als Flaschenöffner, in Anlehnung an ihr Design. Kreisrund, aber nur zur Hälfte ausgefüllt.

Noch eine Altersklasse über Haase/Jurukov, bei den Ü 60 Herren startend, zeigten Stephan Müller und Bodo Kostezka ihr Können. "Mit ihrer Zeit waren sie sogar schneller, als so manches Boot der Ü 50", berichtete Frank Birkholz vom Kanuverein. Bei den Ü 60 waren sie die Schnellsten.

Bei der Jagd nach Titeln kamen die Neuruppiner nun erst richtig in Fahrt. 30 Kilometer nördlich von Prag, wo das Wassersport-Zentrum gelegen ist, gingen auch Frank Steiner und Frank Birkholz aufs Wasser. Ihre beeindruckende Bilanz waren Starts über die 200-, 500- und 2 000-Meter-Strecke bei einem dreifachen Erfolg. Somit schmückte bei den Ü 40-Herren dreifaches Gold den Hals auf der Heimfahrt. "Wir haben uns gut durchgesetzt. Dabei auch einige enge Rennen gewonnen", so Birkholz. Dieser war auch besonders stolz darauf, dass er mit seinem Boot in der Premiumklasse der 19- bis 39-Jährigen starten durfte und dort einen inoffiziellen vierten Rang erreichte.

Ein neues, aber nicht weniger erfolgreiches Gesicht, schickten die Fontanestädter mit Christian Haber ins Rennen. Der Bundeswehrsoldat startete direkt durch und heimste zwei Europameistertitel über die kurzen Strecken ein. Über die 2 000 Meter reichte es in der Premiumklasse noch für den hervorragenden Silberrang.

Die vielen gesammelten Titel sorgten ebenfalls dafür, dass Deutschland die Nationenwertung gewann, gefolgt von den Ukrainern. Und besonders bei ihnen waren es immer wieder emotionale Augenblicke, wenn sie Edelmetall in den Händen hielten. "Bei unserem Sieg über die 500 Meter, waren sie auf dem zweiten Platz. Zu wissen, was gerade bei ihnen im Land geschieht und dann mit ihnen gemeinschaftlich auf dem Treppchen zu stehen, hat uns die Leistung noch mehr wertschätzen lassen und war für mich äußerst bewegend", gab Birkholz seine Gedanken fernab des Sports preis.

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