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Gutachter erkennt keine Gefahr für Leib und Leben / Ortsvorsteher attackiert Michaela Waigand

Streit um Birkholzer Schule spitzt sich zu

Dieter Geldschläger bei der Pressekonferenz vor der Dorfschule Birkholz
Dieter Geldschläger bei der Pressekonferenz vor der Dorfschule Birkholz © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Hans Still / 07.08.2014, 07:55 Uhr
Birkholz (MOZ) Mit scharfer Kritik hat der Birkholzer Ortsvorsteher Dieter Geldschläger am Mittwoch die amtierende Bernauer Bürgermeisterin Michaela Waigand attackiert. Vor laufender Kamera warf er ihr im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um die alte Schule in Birkholz vor, sie würde sich in Widersprüche verstricken. So sei ihm immer gesagt worden, die Stadt könne sich keinen Eindruck vom Bauzustand verschaffen, da es in der Immobilie einen Mieter gebe, der niemanden einlasse. Nun erfuhr Geldschläger aber am Dienstag aus der MOZ, dass es längst ein Gutachten zum Bauzustand des Gebäudes gibt - erstellt im Auftrag der Stadt. "Mir wurde auch immer gesagt, dafür sei die Bauaufsicht des Landkreises zuständig. Ich sehe jetzt die große Gefahr, dass es sich um ein Gefälligkeitsgutachten handelt", so der Ortsvorsteher.

Zu welcher Einschätzung die Gutachter gekommen sind, konnte Geldschläger am Mittwoch bei einer eiligst einberufenen Pressekonferenz nur ansatzweise mitteilen. Demnach gehe vom Gebäude "keine Gefahr für Leib und Leben" aus. Das bestätigte gestern auch Oliver Köhler, Pressesprecher der Kreisverwaltung. "Diese Information haben auch wir bekommen. Wir werden die Stadt Bernau in der Angelegenheit fachlich weiter begleiten und beraten."

Geldschläger wird nach eigenem Bekunden heute um 10.30 Uhr in der Bernauer Stadtverwaltung das Gutachten zum Gebäudezustand einsehen können. Zuvor muss er einen formlosen Antrag stellen. "Das Recht auf Einsichtnahme habe ich durchgesetzt, freiwillig wollte man mir das nicht gewähren", sagte er.

Tatsächlich hat sich zwischen Giebel und Gebäude ein deutlicher Riss gebildet, der aus Sicht Geldschlägers die Einschätzung "Gefahr in Verzug" sehr wohl rechtfertige. Um die Kinder auf dem nebenliegenden Spielplatz vor möglicherweise einstürzenden Mauerteilen zu schützen, spannten Birkholzer nun weiträumig mit Flatterband einen Sicherheitsabstand zum Gebäude ab. Dieser bauliche Zustand war der amtierenden Bürgermeisterin Michaela Waigand am 17. Juli gezeigt worden. Seitdem habe es keine Reaktionen der Stadt gegeben, kritisiert Geldschläger.

Gast des Treffens in Birkholz war überraschenderweise auch ein Bernauer Bürgermeister-Kandidat, Ralf-Peter Hennig. Er erkennt in der Birkholzer Situation nach eigenem Bekunden "ein Musterbeispiel für die Notwendigkeit, die Verwaltung in Bernau neu zu organisieren." Und weiter: "Wir haben in Bernau einen Kommunalfürsten gehabt. Heute fehlen die Offiziere, um bei derartigen Problemen kurzfristig im Sinne der Bürger zu reagieren."

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Olaf Kaden 12.08.2014 - 20:24:51

Fehler --> und Lösungen

Hallo Uchermärker Pseudonym, ich finde auch, dass man sich wieder auf das Sachliche konzentrieren sollte. Dazu gehört auch, dass jeder seine Arbeit richtig macht, denn dadurch reduzieren sich Fehler. Und nun ist eben die Stadt Bernau dran, Ihre gemachten Fehler (in Birkholz) zu überdenken/ villeicht sogar einzugestehen. Vernüftige Lösungen müssen jetzt her. (siehe auch meinen Kommentar unter "Zustände wie im Mittelalter". Gruß Olaf

uckermärker 11.08.2014 - 13:42:14

Kommunalpolitik

Sehr gehrte Frau Fuhl, mit Kommunalpolitik sowie ich sie kenne hat das hier nichts zu tun. Mir kommt die ganze sache eher wie eine Hetzjagt vor. Ich verfolge nun schon eine weile das geschehen im Bereich der Stadt Bernau und muss sagen das was hier gerade abgeht ist nicht gerade förderlich für das Images der Stadt, die bisher eine Menge erreicht hat. Vieleicht sollte man sich wieder auf das Sachliche konzentrieren.

Olaf Kaden 10.08.2014 - 12:55:14

Pseudonym ?

Interessanterweise sind die Herren "Pseudonym" immer gegen alles, haben alles immer besser gewust und können in der Verborgenheit schimpfen und über alles herziehen was das Zeug her gibt. Nie haben Sie auch nur etwas besser gemacht oder treten konstruktiv in Diskussionen ein. Ihr solltet Euch etwas schämen- im verborgenen die große Klappe, sonst nur kleine Lichter! Kurz noch zum Haus "Alte Schule in Birkholz": Mindestens seit 1993 ist der Stadt Bernau der schlechte Zustand des Hauses bekannt, ebenso auch dem Mieter. Beide sind Ihreren Pflichten nicht nachgekommen. Die Stadt Bernau hat das Haus nicht den entsprechenden Erfordernissen saniert und der Mieter hat nicht auch nur das geringste dazu getan, dass sich das ändert (es war ihm schlichtweg egal). Seit nunmehr 21 Jahren weisen immer wieder aktive Leute aus Birkholz die Stadt Bernau auf diesen Zustand hin. Auch ich habe mich in schriftlicher Form zum Zustand des Hauses am 19.01.2009 an die Stadt Bernau (Bürgermeister/ Bauamt/ Liegenschaftsamt) geäußert, habe auf die sichtbaren Mängel hingewiesen- wieder ein mal hat sich auch danach nichts getan. Über 20 Jahre haben Leute in ruhiger Art und Weise versucht mit der Stadt Bernau zu reden und Lösungen (für alle Probleme) zu finden. Immer und immer wieder wurden die Birkholzer Einwohner hingehalten und verarscht. Bei kleineren Problemen/ Wünschen gingen dann schon mal läppische 2-3 Jahre ins Land. Schämen sollte sich die Stadt Bernau. Unseren Ortsbeirat, voran Herrn Geldschläger habt Ihr nicht gewollt- aber den habt Ihr jetzt bekommen und den habt Ihr so was von gebraucht! Unser Ortsbeirat hat meine vollste Unterstützung. Ich grüße die Stadt Bernau und alle Pseudos Gruß Olaf

Ulrich Buhrow 09.08.2014 - 22:59:22

Offener Brief an die Bauaufsicht

Sehr geehrte Frau Beerbaum, ich glaube, dass sie mich nicht ernst nehmen und meinen offenen Brief abgetan haben. Glauben sie dass sie mich belügen können, ich wohne hier! Die einzigen Sicherungsmaßnahmen sind das Flatterband und die Schilder die der Ortsbeirat montierte. In meinem Schreiben steht die Aussage: "Bereits am 17.10.2000 notierte der Mitarbeiter der Stadt, Herr Kretschel, dass der Bewohner informiert wurde, "dass der Eigentümer nicht in der Lage ist durch Investitionen einen normalen Wohnstandard im Hause herzustellen". Wir leben nicht mehr im Mittelalter (Artikel "Zustände wie im Mittelalter" von Frau Sabine Rakitin MOZ vom 09.08.14)! Wir haben 2014 und sie glauben doch nicht im Ernst (Beiträge in den Medien und auf der http:/ortsbeirat-birkholz.de),dass noch jemand ihnen oder der Stadtverwaltung Bernau vertraut. Jetzt kommt Bernau mit Stützbalken und irgendwelchen Zäunen. Die Stadtverwaltung Bernau will auf das Haus ein Pflaster kleben und sie machen eine bunte Schleife drum. Die Pressesprecherin der Stadt sagt: "KeineGefahr für Leib und Leben", ein Unverschämtheit diese Ignoranz gegenüber dem Bewohner des Hauses, den Birkholzern und dem Ortsbeirat Birkholz. Da ich keine 0815 Antworten mehr von ihnen erwarte, sondern sofortige sichtbare Maßnahmen und Handlungen, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Ulrich Buhrow

Jan Schmidt 09.08.2014 - 12:29:52

Stellungnahme des Ortsbeirates zum Objekt "Alte Schule"

Es geht uns aktuell, also in erster Linie, um die Lebensumstände des Bewohners, des Mieters. Das seit dem 07.08.2014 vorliegende Gutachten stellt fest, daß das Gebäude in Teilen einsturzgefährdet ist und einem Mieter zustehende, gesetzlich (Brandenburgische Bauordnung) festgeschriebene Standards nicht ansatzweise zur Verfügung stehen. Das Gebäude ist von der Substanz her nur noch mit hohen Kosten zu sanieren. Dafür trägt der Vermieter, die Stadt Bernau, die volle Verantwortung. Die Bürger von Birkholz und auch die Kameraden der Feuerwehr haben seit Jahren immer wieder die Stadtverwaltung auf die untragbaren Zustände hingewiesen. Darauf wurde nicht reagiert! Der neue Ortsbeirat wird hier nicht wegschauen. Wir haben ein durch die Stadt Bernau zu verantwortendes Problem. Wir fordern sofort eine soziale Lösung für den Mieter. Erst dann steht die Frage, wie die anderen Schwerpunkte bürgerfreundlich einer Klärung zugeführt werden. Besuchen Sie uns auch auf unserer Internetseite www.ortsbeirat-birkholz.de. Jan Schmidt Mitglied des Ortsbeirates

Gerlinde Fuhl 08.08.2014 - 23:16:19

Birkholzerin seit 1957

Hallo Uckermarker, vielleicht solltest Du Dich mal mit kommunaler Politik auseinander setzen und nicht immmer auf das Wort zum Sonntag warten. Sheriff - ahoi!!!!!!!!!!!!

Gerlinde Fuhl 08.08.2014 - 19:32:30

Birkholzerin seit 1957

Wir Birkholzer waren schon immer das fünfte Rad am Wagen und nach der Wende hat man uns alle Räder abgeschraubt. Vergessen und zurückgelassen. Ich bin stolz auf Herrn Geldschläger, auf seine Mitstreiter und auf alle die ihn unterstützen. Er wurde mit hoher Wahlbeteiligung von uns demokratisch gewählt, dass bitte ich zu akzeptieren. Wir Bewohner stehen hinter unserem Ortbeirat und Bernau sollte uns endlich einmal wahrnehmen. In der "Alten Schule" kann schon lange keiner mehr "glücklich" wohnen, deshalb bieten wir dem Bewohner Hilfe und Gesprächsbedarf an. Niemand möchte ihn vertreiben, sondern wir möchten ihm helfen. Bernau dagegen möchte nicht investieren, nicht helfen und kassiert die Mieter noch dafür!! Pfui,pfui,pfui! Jegliche Polemik das wir ein Gemeinschaftshaus wollen oder Herr Geldschläger schöne Büroräume errichten will, möchte ich mir verbitten. Den Ausbau der Alten Schule hat die Stadtverwaltung selbst ausgearbeitetet und wurde auch von ihren Stadtverordneten vor vielen Jahren beschlossen. Wir haben das Fahrrad nicht neu erfunden.

Thomas Strese 08.08.2014 - 18:07:22

Der anonyme "Uckermärker" Ups

Was heißt das Wort Ups? Die Mängel beruhen auf einem Gutachten zur Bauzustandsanalyse des Gebäudes vom Juli 2014, das im Auftrag der Stadt angefertigt wurde. Das Gutachten ist das Ergebnis der ständigen gemeinsamen Bemühungen vieler Birkholzer Bürger. Es ist traurig, dass die Verwaltung nur auf Grund des Druckes der Bürger handelt. Thomas Strese Stadtverordneter

Dorfmensch 08.08.2014 - 12:33:31

Vom Dorfmenschen

Zum Verständnis, der Mieter möchte dort wohnen, er muss es nicht! Nur weil jetzt ein Bürgerhaus fehlt wird aus einer Mücke ein Elefant gemach und der Mieter soll raus. Schämt euch! Saniert dem Mann das Haus und lasst ihm im Anschluss in Ruhe darin leben.

Uckermärker 08.08.2014 - 11:50:45

Ups

Was denn nun, diese Mängel die der Herr Strese aufführt sind doch schon lange bekannt - oder sind die über Nacht gekommen- warum wurde durch diese Herren die hier jetzt Stress machen wie der Herr Strese und CO nicht schon vorher was unternommen. Ups - es ist ja Wahlkampf - ich vergass

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