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Baugutachter empfehlen für Alte Schule Birkholz nur eines - den Abriss

Zustände wie im Mittelalter

Stark baufällig: die Alte Schule in Birkholz
Stark baufällig: die Alte Schule in Birkholz © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 10.08.2014, 07:50 Uhr
Birkholz (MOZ) Die Liste der Mängel ist lang. Teilweise liest sich das Baugutachten zur Alten Schule in Birkholz, das ein Ingenieurbüro im Auftrag der Bernauer Stadtverwaltung Mitte Juli erstellte, wie eine Beschreibung aus dem Mittelalter. Etwa, wenn von einer "offenen Kammer" die Rede ist, in der nicht nur die Fäkalien aus der Trockentoilette landen, sondern auch die in Schüsseln gesammelten aus dem Wohnhaus. Oder wenn da steht, dass die gesamte Elektroanlage noch aus der Zeit der "elektrischen Erstanschließung" stammt, es lediglich Kaltwasser im Haus gibt und die Trinkwasserversorgung nicht einmal den heutzutage üblichen technischen Mindeststandard erfüllt.

Die Empfehlung, die die Baugutachter geben, ist eindeutig: Abriss, etwas anderes komme gar nicht infrage, sagen sie. Doch dazu muss der einzige Mieter, der in der Alten Schule noch wohnt, erst einmal aus dem Haus. Wie aus der Stadtverwaltung zu hören ist, wird derzeit geprüft, ob man gegen ihn eine fristlose Kündigung durchsetzen kann. Eine Ersatzwohnung soll ihm bereits angeboten worden sein - in Börnicke.

Dass in einem städtischen Gebäude solche mittelalterlichen Zustände über Jahre hinweg geduldet wurden, ist für Andreas Neue (Bündnis für Bernau) schlichtweg ein Skandal. "Das Gebäude ist - allein von außen sichtbar - einsturzgefährdet. Es besteht Gefahr für Leib und Leben des in dem völlig heruntergewirtschafteten Gebäude allein und unter hygienisch äußerst bedenklichen Bedingungen lebenden Bürgers als auch für Passanten, die sich in der Nähe des Gebäudes aufhalten", sagt der BfB-Fraktionschef. Er wirft der Stadtverwaltung Tatenlosigkeit vor. Sie sei bis heute ihrer Sicherungspflicht als Grundstücksbesitzerin nicht nachgekommen und selbst bei ihrer destruktiven Haltung gegenüber den Ortsteil Birkholz geblieben, nachdem die amtierende Bürgermeisterin Michaela Waigand die Gegenbenheiten vor Ort zur Kenntnis genommen habe.

Für Neue und seine Fraktion Grund genug, zur kommenden Stadtverordnetenversammlung einen Antrag einzureichen: Sie wollen, dass Michaela Waigand als amtierendem Stadtoberhaupt eine strenge Rüge erteilt wird. Sollte diese nicht sofortige Maßnahmen zur Sicherung der Alten Schule in Birkholz einleiten, "wird ein Abwahlverfahren in Betracht gezogen", droht der BfB-Fraktionschef schon mal vorsorglich.

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Olaf Kaden 12.08.2014 - 20:07:44

Hallo Birkholz, hallo Walter

Hallo Schreibende, hallo Pseudonym Walter, Sie sind Birkholzer? - ich hoffe,dass Sie im Ort genau so aktiv sind, wie hier beim Schreiben. Ich denke Sie kennen mich, da ich unter meinem richtigen Namen schreibe. Seit vielen Jahren weise ich die Stadtverwaltung (Bürgermeister/ Bauamt/ Liegenschaftsamt/ SVV,...) auf diese katastrophalen Zustände für den Mieter des Hauses hin. Habe gerade noch einmal geschaut- ein Schreiben sogar mit Bildern des Hauses ist am 19.01.2009 von mir zur Stadt gegangen (sind ja nur gute 5 Jahre vergangen). Ach übrigens, wann haben Sie ähnliches für den Mieter getan? Die Stadtverwaltung hat in all den Jahren (und wir reden hier von 21 Jahre) nichts fürs Haus und dem Mieter getan - das ist nun mal Fakt! Auch Lösungsvorschläge, wie aus dem ehemaligen Bürgertreff eine Wohnung für den Mieter herzurichten und somit die Möglichkeit zu haben, dass der Mieter weiterhin in Birkholz wohnen bleiben kann, hat die Stadt nicht bewegt zu "Handeln". Wie Sie als Birkholzer sicherlich wissen, wurde das Haus in dem sich der Bürgertreff befunden hatte (Schwanebecker Straße 1), nun durch die Stadt Bernau gewinnbringend verkauft. Man hat sich also `nen feuchten Kehricht um den Mieter der Alten Schule gekümmert. Nun ist das Kind im Fallen und der Brunnen ist sehr tief. Und plötzlich völlig unerwartet gibt es in Birkholz keine weitere städtische Mietimmobile mehr. Natürlich gibt es dann noch den Beschluß der SVV Bernau (Stadtverordneten Versammlung von Bernau) die Alte Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzunutzen. Tatsächlich, diesen Beschluß gibt es- und das schon seit 2002. Und Bernau hat es beschlossen! Natürlich wären wir froh über das Dorfgemeinschaftshaus, aber nur unter vernünftigen Bedingungen für den Mieter. Im übrigen hoffe ich nicht, dass Sie Ihre Notdurft bei Wind und Wetter 10m entfernt von Ihrem Haus/ Wohnung auf einem Plumsklo verrichten müssen. Wo waren Sie als wir uns mit dem Bürgermeister über diese Situation unterhalten haben, als wir versucht haben Lösungen für den Mieter zu finden? Wie haben Sie uns oder die Stadt in dieser Sache unterstützt. Denken Sie mal darüber nach und werden mal einwenig für Birkholz aktiv. Dann haben Sie vielleicht in 10 Jahren auch konkreteres Wissen. Vielleicht haben Sie ja den Mut sich unter Ihrem eigenen Namen zu zeigen -dann kann man sich ja mal normal unterhalten. Man kann durchaus auch anderer Meinung sein- aber in dieser Sache sollte man nicht mit Halbwissen glänzen, da hier eine vernünftige Lösung her muß. Uns das schnell. Viele Grüße an die Stadtverwaltung Bernau und an hallo Walter

Catweazle 12.08.2014 - 07:04:15

Der Elektrik-Trick

Jetzt auch im Mittelalter: der elektrische Strom. Catweazle und andere wären dankbar gewesen, wenn es im Mittelalter schon elektrischen Strom gegeben hätte. Elektrischen Erstanschließung im Mittelalter? Davon konnten Karl der Große und Barbarossa nur träumen.

Walter 11.08.2014 - 23:23:19

Andere Meinung @ Ulrich

Soll das eine Drohung sein? Wenn ja, dann zügeln Sie sich bitte mit ihren Äußerungen! Zur Kenntnis, ich bin Birkholzer und kenne die Situation vor Ort sowie ihre Ansichten.

Ulrich Buhrow 11.08.2014 - 20:57:02

Richtigstellung an Walter

Hallo Pseudonym Walter, die Pressesprecherin von Bernau hat gesagt: „Es besteht keine Gefahr für Leib und Leben“. Wenn Sie den Artikel im Blitz meinen und dieser Artikel rückt Bernau den Kopf zu Recht. Gerne warten sie bei einem Besuch in Birkholz darauf, dass ihnen der Schornstein auf den Kopf fällt, wenn sie den Friedhof besuchen oder leisten „Erste Hilfe“, wenn spielende Kinder getroffen werden. Da wir auch wieder einen Tag des Offenen Denkmals (Kirche) haben, würden auch ahnungslose Gäste möglicherweise betroffen sein. Übernehmen Sie die Verantwortung? Ulrich

BS Bernau 11.08.2014 - 17:49:43

Mittelalter ?

Bei aller Aufregung um die Birkholzer Alte Schule sollte man auch im "Mittelalter der Akteure" die Kirche im Dorf lassen. Sicher muß das Problem richtig gelöst werden, zumal es ja wohl schon lange einer Lösung harrt ! Eines sollte man auf jeden Fall beachten: Bisher war Frau Waigand, die dieses Problem von Herrn Handke übernommen hat noch nicht mal als Dezernentin zuständig und somit ist es jetzt erst ihre Aufgabe, sich darum zu kümmern. Also haltet mal alle schön die Füße still und macht euch nicht lächerlich; eine amtierende Bürgermeisterin kann man nicht abwählen und das wäre wohl auch eine Nr. zu groß. Die so gut funktioniert habende Abwahl Handkes wegen seiner bürgerfeindlichen, sturen Beharrung zwecks Vorbereitung einer neuen BM-Wahl ist für dieses Problem echt ungeeignet; nun solte am sie doch zunächst arbeiten lassen oder soll hier Wahlwerbung für die Linken gemacht werden, indem man sie um jeden Preis demontiert ?

Walter 10.08.2014 - 19:35:08

Andere Meinung

Es besteht keine akute Gefahr für Leib und Leben schrieb eine neutrale Barnimer Zeitschrift, der man vertrauen kann. Ein Gutachten kann man allerdings sehr vielseitig interpretieren. Wenn es dem Ortsbeirat Birkholz nur um das Wohle und die Sicherheit des Menschen geht, dann sorgen Sie doch dafür, dass dieses Gebäude für den Herren saniert wird und er lebenslanges Wohnrecht erhält. Sonst werden Sie den Ruf des Wegekelns nicht los. Kümmern Sie sich außerdem darum, dass nicht breitgetreten wird wie der Herr lebt bzw. wie es hinter seiner Haustür aussieht. Es geht die Öffentlichkeit nichts an! Auch er hat ein Recht auf Privatsphäre! Im Übrigen lebt ein Großteil der Weltbevölkerung nicht anders.

Olaf Kaden 10.08.2014 - 18:59:06

Ein Gutachten, welches Schlimmes ans Licht gebracht hat

Katastrophale Zustände, wie es sie nur noch selten zu sehen gibt- und das in einem Haus der Stadt Bernau. Kein Bad, keine Toilette im Haus (nur ein Trockenklo 10m vom Haus entfernt)- Fäkalienentsorgung?- ist in den 21 Jahren der Verwaltung durch die Stadt Bernau noch nie durchgeführt worden, Elektrik- historisch wertvoll, da man soetwas heute eigentlich nicht mehr vorfindet und, und,und,..... Hallo Stadt Bernau- langsam wach werden. Ihr habt da einen großen Fehler begangen. Nun steht endlich dazu. Dieses Haus haben Sie auf auf dem Gewissen und nicht die Birkholzer Einwohner. Dem Mieter sollte endlich geholfen werden, auch wenn er mit diesen einfachsten Verhältnissen bisher klargekommen ist. Sehr geehrte Frau Waigand, bei der letzten vor Ortbesichtigung des Hauses, an der auch Sie teilnehmen durften, haben Sie nicht geweint. Ich kann das bis heute nicht verstehen! Versuchen Sie Ihr Gesicht zu wahren und gehen wenigstens in dieser Sache auf Birkholz und seine Einwohner zu. Finden Sie eine verträgliche Lösung für den Mieter. Mit freundlichen Grüßen Olaf

Ulrich Buhrow 10.08.2014 - 16:05:57

Man nimmt uns nicht ernst! Sollte man aber!

Schande, dass Ihre eindringlichen Worte, der Birkholzer Bürger, des Ortsbeirates und der engagierten Politiker in Bernau einfach ungehört verhallen. Die Stadtverwaltung nimmt uns nicht ernst, hier eine klein Episode aus der Arbeit des Ortsbeirates und der Ignoranz des Hauptamtsleiter zur Gutachteneinsicht (Gebäude Alte Schule Birkholz) am 07.08.2014. „Herr Schmidt und ich als Ortsvorsteher wurden von 3 Stadtbediensteten zur Gutachteneinsicht eskortiert, um die Sache auf dem Amt abzukürzen verlangte ich eine Kopie von den Herren, die sie mir mit der Bezahlungsfrage kommentierten. Auf Nachfrage beim Hautamtsleiter kam es zu folgender Aussage:" Einsicht und Kopieerstellung durch Bürger, gleich Bezahlung durch die Bürger“. ? OHNE WORTE Herr Strese von den Unabhängigen (zufällig hinzugekommen) sagte, dass seine Fraktion die Bezahlung übernimmt und die Verwaltung die Rechnung erstellen soll. Bei mir als Publizist dieses Kommentars ist kein Wahlkampf, sonder nur blankes Entsetzen wie man demokratisch gewählte Vertreter des Ortes Birkholz behandelt. Ich als aktiver betroffener Birkholzer habe kein Verständnis, wenn es um Menschenleben und unhaltbare Zustände geht. Wer mehr lesen will http://www.ortsbeirat-birkholz.de unter Aktuelle Probleme.

Bernauer 10.08.2014 - 11:01:29

Abwahl der Vertretung des Abgewählten?

Soll jetzt schon die Vertretung abgewählt werden? Oder will man seinen eigenen Kandidaten, der ja viel lieber in Hohen Neuendorf wäre, in eine bessere Position bringen?

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