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In der Orangerie Neuzelle werden Plakate und andere Werke des Eisenhüttenstädter Künstlers Johannes Hansky gezeigt

Erinnerungen an den Vater des Stadtwappens

Initiatoren der Ausstellung: Rainer Barcikowski (M.) mit Bert (l.) und Jan Hansky vor Plakaten von Johannes Hansky.
Initiatoren der Ausstellung: Rainer Barcikowski (M.) mit Bert (l.) und Jan Hansky vor Plakaten von Johannes Hansky. © Foto: MOZ/Janet Neiser
Janet Neiser / 11.08.2014, 06:40 Uhr
Neuzelle (MOZ) Das Stadtwappen von Eisenhüttenstadt mit Hochhaus, Hochofen, Oder und Friedenstaube ist ein typischer Hansky. Klar strukturiert, auf den Punkt gebracht und ohne viele Schnörkel. "Hannes hat immer versucht, sich auf das Wesentliche zu beschränken", sagt Bert Hansky über seinen Vater Johannes, den Gebrauchsgrafiker und Maler, der eben unter anderem dieses Stadtwappen schuf und auch sonst Spuren in Stadt, Werk und Kunstgeschichte der DDR hinterließ. In der Neuzeller Orangerie ist seit dem Wochenende die erste Plakatausstellung von Johannes Hansky (1925-2004) seit 1975 zu sehen. Und so manche Überraschung gibt es in "Hansky mal anders" auch.

Briefmarken beispielsweise, ja auch die hat Hansky, der gebürtige Sachse, der nach seinem Studium in Potsdam nach Eisenhüttenstadt kam, gestaltet. Verewigt wurden beispielsweise der vom Hotel Lunik und vom Kaufhaus gerahmte Eingang zur einstigen Leninallee, eine Plastik von Herbert Burschik und das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO). Mit dem Werk hat er sich intensiv auseinandergesetzt - davon zeugt noch heute ein riesiges Glasmosaik im Aufgang zum weißen Speisesaal im Stahlwerk. "Es ist schon phänomenal, wie tief er in die Materie reingegangen ist", schwärmt Barcikowski, der vor seiner Zeit als Café-Betreiber Arbeitsdirektor bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt war. "Für unseren Vater war Kunst immer auch eine Fleißleistung", erzählt Jan Hansky, der in Eisenhüttenstadt eine Malerfirma betreibt. Jeden Morgen sei er um 7 Uhr aufgestanden. Selbstdisziplin habe ihn sein Leben lang ausgezeichnet.

Jan Hansky war es letztlich, der den Stein für die Ausstellung ins Rollen gebracht hat. Als er das Haus inklusive Atelier des Künstlers in Bomsdorf auflöste, tauchten viele unbekannte Schätze auf - Bilder, Plakate, Skizzen. Und als dann auch noch sein Freund Rainer Barcikowski dieses künstlerische Erbe sah, war die Entscheidung für "Hansky mal anders" schnell gefällt. Mittlerweile ist nicht nur Barcikowski von den Plakaten des Meisters fasziniert - egal, ob sie das EKO, den Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe, eine Orthopädentagung oder aber seine sorbische Heimat thematisieren - Hanskys Handschrift ist zu erkennen. Sogar erste Kaufinteressenten gab es bei der Vernissage bereits.

Was Hanskys Söhne aber traurig macht, ist der Umgang der Stadt mit ihrem Künstler. "Beschämend", sagt Jan Hansky dazu. Es sei noch nicht einmal sicher, ob anlässlich des 90. Geburtstages von "Hannes", der 2015 ansteht, eine Ausstellung stattfindet. "Dabei hätten wir genug Plakate und Bilder dafür", betont er. Im Geburtsort von Johannes Hansky, in Nebelschütz, sei bereits eine Straße nach ihm benannt worden. "Darüber könnte man in Eisenhüttenstadt, wo er so lange gewirkt und gelebt hat, auch einmal nachdenken", findet Rainer Barcikowski.

"Hansky mal anders": Orangerie, bis 9.10., Mo-So 10-19 Uhr

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