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Brückenbauer im Endspurt

Blick auf die Baustelle: Ein Zug der Linie RE 11 passiert eine der Stahlbetonbrücken über der Güldendorfer Straße. Der alte Tunnel ist verschwunden. Auf den Hängen wächst auf Strohmatten erstes Gras. Bauarbeiter bereiten die Herrichtung der Gehwege vor un
Blick auf die Baustelle: Ein Zug der Linie RE 11 passiert eine der Stahlbetonbrücken über der Güldendorfer Straße. Der alte Tunnel ist verschwunden. Auf den Hängen wächst auf Strohmatten erstes Gras. Bauarbeiter bereiten die Herrichtung der Gehwege vor un © Foto: MOZ/Frank Groneberg
Frank Groneberg / 17.08.2014, 22:36 Uhr
Frankfurt (MOZ) Ab Ende September soll der Verkehr auf der seit Dezember 2011 gesperrten Güldendorfer Straße zwischen Neuberesinchen und Carthausplatz wieder rollen. Wegen eines Zusatzauftrages musste die Bauzeit um ein Vierteljahr verlängert werden.

Eigentlich sollten auf der Güldendorfer Straße schon seit Juni wieder Fahrzeuge auf kurzem Weg zwischen Neuberesinchen und dem Zentrum rollen. Doch fast drei Jahre nach der Sperrung der Straße haben dort immer noch die Bauleute das Sagen. Immerhin befinden sie sich jetzt schon im Endspurt. Sie bereiten die Gehwege für die Pflasterung vor, glätten die Hänge an den neu entstandenen Brücken, fahren überflüssiges Erdreich ab, schneiden Stahlträger, die einst als Stütze tief in den Boden gerammt wurden, jetzt aber nicht mehr gebraucht werden, ab.

Wer seit dem Beginn der Sperrung im Dezember 2011 nicht mehr in der Güldendorfer Straße war, wird staunen. Denn es ist dort viel heller geworden. Der schmale rote Gewölbetunnel, von dessen Mauern schon seit Jahren immer wieder Ziegelteile herunterfielen, ist verschwunden. Auch die alten Eisenbahnbrücken, auf denen Züge zuletzt nur noch im Schneckentempo fahren durften, existieren nicht mehr. Alles wurde abgerissen und durch neue Stahlbetonbrücken ersetzt. Auf diesen führen fünf Bahngleise, die längst durch Personen- und Güterzüge befahren werden, entlang.

"Wir liegen bei den Bauarbeiten im Plan", versichert Uwe Brettin, Leiter der Bauüberwachung bei der Deutsche Bahn Mobility Logistics AG. Und das gelte, obwohl der vorgesehene Freigabetermin im Juni längst überschritten ist. "Wir haben einen Zusatzauftrag bekommen von der DB Netz AG", erklärt er die Verzögerung. "Wir haben zusätzlich ein Gleis, das sich auf dem Damm direkt an der Güldendorfer Straße befindet, verlängert." Dieses sogenannte Ausziehgleis, das von den Gärten oberhalb der Straße aus gut zu sehen ist und kurz vor den neuen Brücken endet, werde für das Rangieren und das Umsetzen von Zügen gebraucht. "Mit diesem Gleis erreichen wir eine weitere Qualitätsverbesserung, weil mit seiner Hilfe die Zugumläufe optimiert werden können."

Kurzum: Die Arbeit der Eisenbahner wird mit dem Ausziehgleis, an dem zurzeit noch gearbeitet wird, effektiver. So wie der Zugverkehr dank der neuen Brücken und Gleise generell schneller wird. "Es gibt jetzt keine Langsamfahrstellen mehr", nennt Uwe Brettin einen wichtigen Punkt. "Außerdem konnten wir die maximale Radlast für die Gleise aus 25 Tonnen erhöhen. Damit können wir auch mehr Güter transportieren."

Besonders Reisende, die zwischen Frankfurt und Eisenhüttenstadt unterwegs sind, werden profitieren - und zwar durch eine Verkürzung der Fahrzeit. Südlich Frankfurts rollt der Zugverkehr zwar noch eingleisig, weil zwischen Güldendorf und Frankfurt zurzeit noch neue Oberleitungen montiert werden. "Ab dem 13. Oktober fahren die Züge dort wieder zweigleisig", kündigt der Bauüberwacher an.

Geplant 46 Millionen Euro - inklusive aller Nebenleistungen - investiert die Deutsche Bahn im Rahmen der Gesamtmaßnahme. Diese umfasst neben den Brücken in der Güldendorfer Straße auch das Kreuzungsbauwerk Reppen im Mühlental und den Bahnhofstunnel an der Dresdener Straße. Und ein Ende der Arbeiten ist nun auch in der Güldendorfer Straße absehbar. "Wir werden die Straße nach jetzigem Stand Ende September freigeben können", sagt Uwe Brettin. Der Verkehr wird dort auch künftig nur einspurig bergab rollen.

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